Stellungnahme Pekabe zum Entwurf einer Novelle zum Pensions- kassengesetz
Nachdem der Entwurf einer Novelle zum Pensionskassengesetz (PKG) von der
Regierung dem Parlament zugeleitet wurde
ist nun am 10.1.2012 innerhalb der offiziellen
Begutachtungsfrist eine Stellungnahme von Pekabe im Parlament
eingelangt.
Stellungnahme des Pekabe vom 5.1.2012
2012 wieder Kürzung bei Pensionskassen-
pensionen?
Politik legt leider die Hände in den Schoß
Die aktuellen Performancezwischenergebnisse der Pensionskassen nach den
ersten vier Monaten liegen im Schnitt beietwa +/-0% und würden
auch beim derzeit niedrigsten Rechenzins(RZ) von 3,5% weitere
Pensionskürzungen von gut 4% per 1.1.2012 bedeuten, bei den
höheren RZ bis zu 8%.
Und das angesichts bereits erlittener Pensionseinbußen von bis zu
45%. Das bedeutet ohne wenn und aber den Offenbarungseid einer
endgültig gescheiterten 2.Säule in Österreich!
Schuld an der Entwicklung sind auch nicht die Aktien, die man gerne als
Prügelknaben für die Börsencrashs 2001 und 2008
heranzieht, sondern die Anleihen, also die sogenannten "risikolosen"
Veranlagungen, deren Kurse angesichts drohender Zinserhöhungen in
den Keller purzeln.
Was soll angesichts solcher Fakten das Gerede der Pensionskassen von
einer sogenannten Sicherheits-VRG und die Pseudoaktion der FMA, RZ
für künftige Verträge auf maximal 3% zu begrenzen?
Die zusätzliche Altersversorgung einer Dreiviertelmillion
Österreicher und Österreicherinnen steht vor dem
endgültigen Kollaps!
Und nicht einmal die vielfältigen Kassandrarufe wegen einer
angeblich a la longue unfinanzierbaren ASVG-Pension, wofür ja eine
wirkliche 2. Säule dringend erforderlich wäre, signalisieren
der Regierung, dass es höchste Zeit ist, das österreichische
Pensionskassensystem - das schlechteste in Europa! - einer
fundamentalen Reform zu unterziehen.
Sollen die Österreicher in einem der reichsten Länder der
Welt wirklich damit konfrontiert werden, dass sie ihren Lebensabend
künftig unterhalb der Armutsgrenze zubringen müssen?
Günter Braun
VBV-Pensionskasse möchte Flucht nach vorn ergreifen
Unüberlegter Versuch, das Pauschalsteuer- system zu missbrauchen
Die VBV, die größte aber gleichzeitig schwächste
Pensionskasse Österreichs ist zwar mit ihrer Unterstützung
für das sogenannte Pauschalsteuermodell auf Seniorenrats- und
Pe|ka|be-Kurs eingeschwenkt, möchte aber dieses System zur
Rechenzinsabsenkung missbrauchen.
Dieses Ziel ist nicht nur der Versuch, das ramponierte
Pensionskassenimage auf Kosten der Opfer zu verbessern, es ist auch
hochgradig unüberlegt:
Der Wechsel von einer 5,5%-VRG in eine 3,5%-VRG würde eine
sofortige Pensionskürzung um etwa 20% nach sich ziehen. Wenn man
davon ausgeht, dass die Pensionskassen in den nächsten Jahren im
Schnitt tatsächlich 3,5% erwirtschaften (in der Vergangenheit
waren es nur rund 2% jährlich), würde die oa. sofortige
Kürzung bei Beibehaltung der Hochzins-VRG erst in 10 Jahresraten
erlitten werden, wo sollte also der Vorteil liegen?
Und wer garantiert eigentlich für die Zukunft 3,5%, bzw. mit
Inflationsausgleich 5,5%? Welchen Imagegewinn soll eine weitere
massive, A-Priori-Pensions- kürzung um 20% den Pensionskassen
grundsätzlich bringen, noch dazu, wenn danach - wie bereits gehabt
- wieder nicht einmal die 3,5% erreicht und die Pensionen nochmals
gekürzt werden?
Das Ausscheiden aus einer VRG, um in eine andere zu wechseln,
schädigt die in der ursprünglichen Veranlagungsgemeinschaft
Verbleibenden genau so, wie eine eventuelle Kapitalherausnahme. Die
wird aber von den Pensionskassen mit ebendiesem Argument abgelehnt.
Was haben sich die Herren Dr. Dollinger und Timmel eigentlich bei ihrem
Vorschlag gedacht? Dazu O-Ton Dollinger: "Ein hoher Rechenzins schadet
den Pensionskassen". Der Schaden der Pensionskassenberechtigten ist ihm
offenbar gleichgültig. Vom AR-Vorsitzenden der
größten Pensionskasse sollte man aber doch erwarten
können, dass ihm der §2 Abs 1 des Pensionskassen- gesetzes
bekannt ist, wonach die PENSIONSKASSEN VERPFLICHTET sind, im INTERESSE
der AWB und LB zu handeln.
Günter Braun
700.000 Österreicher verlieren 45 % ihrer
Pension: Reform bringt Staat bis zu 500 Mio
Geschrieben am 13.4.2010 von Marie-Claire Sowinetz
Mit bis zu 45 Prozent weniger Pension haben rund 60.000
österreichische Pensionistinnen und Pensionisten derzeit zu kämpfen. Grund dafür
sind massive Kapitalverluste der Pensionskassen. Tausend Pensionisten haben
deshalb heute bei strömenden Regen vor dem Bundeskanzleramt demonstriert. Nach
jahrelangen Pensionskürzungen und der fehlenden Reform des
Pensionskassengesetzes fordern sie die unter anderem die Herausgabe ihrer
Einzahlungen. Günter Braun, Pressesprecher des Schutzverbandes der
Pensionskassenberechtigten (pekabe) zum Grund für die heutige
Demonstration:
„Der Grund für die heutige Demonstration ist der, dass
seit unserer letzten Demo im Jänner 2009 nichts geschehen ist. Man hat zwar eine
Reformkommission eingesetzt, aber diese Kommission aber nichts an der Situation
geändert. Wir wollen die Regierung aufrütteln, endlich etwas zu tun. Sie soll
ihr Versprechen im Koalitionsvertrag, dass sie das marode Pensionskassensystem
sanieren werden, einlösen. Denn wenn man nur darauf wartet, was die
Sozialpartner sich ausmachen, dann kann man die Regierung gleich einsparen und
die Sozialpartner sollen regieren."
In Österreich gibt es derzeit 770.000
Pensionskassenberechtigte, wovon sich rund
60.000 schon im
Ruhestand befinden und von den Kürzungen schon betroffen sind. Unternehmen
zahlen für ihre Mitarbeiter Beiträge in eine von 17 Pensionskassen ein. Aufgabe
der Pensionskassen ist es, diese Beiträge auf dem Kapitalmarkt zu veranlagen und
sobald ein Mitarbeiter in Pension geht, erhält er daraus eine Zusatzpension.
Diese beläuft sich wegen der Verluste derzeit auf durchschnittlich 450 Euro.
Günter Braun:
„Die Durchschnittspension der Pensionskassen liegt bei
durchschnittlich 450 Euro. Damit lässt sich klar darlegen, dass die Propaganda
der Gegenseite, es handle sich um ein paar G'stopfte falsch ist. Denn bei einer
Zusatzpension von 450 Euro zusätzlich zur ASVG-Pension kann man nicht von
G'stopften reden."
Eine Forderung des pekabe ist die Abfederung der
Verluste durch ein sogenanntes Pauschalsteuermodell. Hier sollen die jeweils
lohnsteuerpflichtigen Jahreseinkommen (bei den meisten Betroffenen handelt es
sich hierbei um die ASVG und Pensionskassenpension zusammen) nur mit dem halben
Steuersatz belastet werden und dafür eine permanente Steuerfreiheit für die
Pensionskassenpension ermöglicht werden. Damit würden laut Meinung des
Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten nicht nur die Betroffenen
gewinnen, sondern auch der Staat. Günter Braun zur win-win
Situation:
„Wenn das Finanzministerium über das Pauschalsteuermodell
nachdenken würde, dann würden sie sehen, dass dieses Modell im Budget 2011, in
dem man dringen nach Eingängen sucht, zwischen 300 und 500 Millionen bringen
würde- und das sofort, im Gegensatz zur Bankensteuer. In weiterer Folge hätte
der Finanzminister jedes Jahr bis zu 100 Millionen aus dem Potential der
nachrückenden Pensionisten, die sich auch für dieses Modell
entscheiden."
Günter Braun
und Franz Schön beantworten Journalistenfragen rund um die Protestdemo:
- Günter Braun, Pressesprecher des Schutzverbandes der
Pensionskassenberechtigten
- Franz Schön, Pensionskassensprecher des Pensionistenverbands
Österreich
Durch Klicken auf das jeweilige Smily können Sie die Antworten abhören.
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Warum hat
Pe|ka|be diese Demonstration angesetzt?
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Warum sollte der
Finanzminister dem Pauschalsteuersystem etwas abgewinnen?
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Was kritisieren
Sie am Pensionskassensystem?
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Wieviele Pensionskassenberechtigte
gibt es?
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Wie hoch ist die
Durchschnittspension?
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Wir kommen
wieder!
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Was sind die
Forderungen des Pe|ka|be?
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Wer davon ist
betroffen?
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Herr Schön, wie
steht der Pensionistenverband Österreichs zu diesem Thema?
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Quelle: O-TON.AT Nachrichtenportal
FMA
Treppenwitz der Geschichte
Wozu brauche ich eine Bankenaufsicht, wenn sie nicht imstande ist,
rechtzeitig die Bremsen zu ziehen? Von Günter Braun
Eine Bank und ihr Spitzenmanagement haben jahrelang eine den österreichischen
Bankenmarkt insgesamt gefährdende Geschäftspolitik betrieben und die FMA hat zugeschaut oder, was fast
noch schlimmer wäre, nichts bemerkt.
Nachdem das System endgültig zerbrochen ist, springt der Staat mit vorerst
insgesamt 1.400 Millionen Euro ein und verstaatlicht die Bank. Im Hintergrund
drohen noch Milliardenlasten in Form von Haftungen. Es ist unbestritten, dass
die drohende Gefährdung des heimischen Bankenplatzes ein zu hohes Gut ist, als
dass man es leichtfertig aufs Spiel setzen darf. Insoweit ist die nunmehr
gezogene Konsequenz natürlich richtig. Eine Frage wird aber nun immer
dringlicher zu stellen sein: Wozu brauche ich eine Bankenaufsicht, wenn sie
nicht imstande ist, rechtzeitig die Bremsen zu ziehen und ist ein solches
Versagen wirtschaftlich, rechtlich und politisch noch tragbar?
Im Rahmen der Installierung des österreichischen Pensionskassensystems ist
man den Interessen der Dienstgeber gefolgt, die sich ihrer
Pensionszahlungsverpflichtungen möglichst billig entledigen wollten, und hat
unrealistische, überhöhte Rechnungszinsen seitens des Finanzministeriums als
Vorgängerinstitution der FMA bewilligt und abgesegnet. Die Pensionskassen haben
in 10 Jahren über 2 Milliarden Pensionskapital vernichtet beziehungsweise in
noch viel größerem Umfang zugesagtes Pensionskapital nicht erwirtschaftet.
Die Zeche zahlen hier hunderttausende Anspruchsberechtigte, deren
wohlerworbene Pensionsrechte inzwischen um bis zu 45% unaufholbar eingebrochen
sind. Von einem Sanierungsschritt der Politik, der einen solchen Namen verdienen
würde, ist jedoch weit und breit keine Rede. Vielmehr ist man bestrebt, sich mit
Pseudoreformschritten zu begnügen, die nur das Pensionskassenimage retten
sollen, den Berechtigten aber nichts bringen.
Wo sind die Parallelen? In einem Fall investiert man inklusive diverser
Haftungen im Hintergrund, die jederzeit schlagend werden können,
Milliardenbeträge aus dem Steuertopf - es geht schließlich um die Reputation des
Bankenplatzes. Im anderen Fall geht es lediglich um ein paar hunderttausend
Opfer der Pensionskassen- und Unternehmerlobby, was ist das schon? Dass es sich
dabei um Steuerzahler, also um einen Teil der Sanierer der Hypo Alpe Adria
handelt, ist uninteressant - aber ein Treppenwitz der Geschichte.
Günter Braun
Zur Person: Günter Braun ist Sprecher des Schutzverbands der
Pensionskassenberechtigten (Pekabe).
Quelle:
DER STANDARD, Printausgabe, 16.12.2009

Quelle: Kleine Zeitung v. 13.10.2009
Pensionskassen: Zahlreiche Interessenskonflikte blockieren
die geplante Reform – Betriebspensionisten klagen
Sozialpartnerschaft in der Sackgasse
Von Herbert
Hutar

Pensionsbezieher müssen Verlusten hilflos zusehen.

Wird das System der Pensionskassen zu Grabe
getragen?
Finanzminister Josef Pröll hat Ende Jänner den Sozialpartnern
den Auftrag gegeben, eine Reform der Pensionskassen zu entwerfen. Die meisten
Betriebspensionen leiden seit Jahren an permanenter Auszehrung, und das hat
System: In den Verträgen zwischen Arbeitgebern und Pensionskassen ist ein
bestimmtes Ertragsziel, der sogenannte Rechnungszins fixiert. Wird dieses
Ertragsziel unterschritten, wird die Pension automatisch gekürzt.
Ein Beispiel: Bei einem Rechnungszins von 5 Prozent und einem
Veranlagungsergebnis der Pensionskasse von 3 Prozent wird die Pension um 2
Prozent gekürzt. Besonders arge Ergebnisse hat das in einem Krisenjahr wie 2008.
Da heißt es dann: Ertragseinbußen von beispielsweise 10 Prozent verstärkt um
einen Rechnungszins von 5 Prozent ergibt ein Pensionsminus von 15 Prozent.
Solche Verluste zwischen 15 und 25 Prozent für mehr als 40.000 Pensionisten
und 350.000 Pensionskonten von Aktiven haben das Fass schließlich zum Überlaufen
gebracht. Die Pensionisten sind auf die Straße gegangen, die Arbeitsgruppe wurde
eingerichtet: Auf dem Tisch liegt ein Forderungspaket des Seniorenrats, das eine
Abgeltung entstandener Verluste fordert. Das System soll durch ein Steuermodell
stabilisiert werden, mit mehr Mitsprache für die Pensionisten.
Nur Kassen zufrieden
Die Arbeitsgruppe hat Ende Mai dem Finanzminister das Ergebnis übermittelt.
Zufrieden sind nur die Pensionskassen und die hinter ihnen stehenden Banken: Für
sämtliche Risiken müssen demnach – wie gehabt – die Pensionisten und die
künftigen Pensionsbezieher geradestehen. Die Wiedereinführung einer 2003
abgeschafften Mindestertragsgarantie – gefordert von der Arbeiterkammer – wurde
verhindert. In Aussicht gestellt wurden unter anderem: unterschiedliche
Risikoprofile für Anwärter (mehr Risiko auf längere Zeit) und für Pensionisten
(weniger Risiko). Was die Wirtschaftskammer und die Pensionskassen nicht
dazugesagt haben, ist, dass ein solches vermindertes Risiko wiederum von den
Pensionisten in Form weiterer Einbußen im zweistelligen Prozentbereich bezahlt
werden müsste.
Wirtschaftskammer, Pensionskassen und Banken versuchen, das kleinzureden: Die
vom Schutzverband der Pensionskassenberechtigten Pekabe erhobenen knapp 450.000
Geschädigten bezeichnen sie als "einige", und "Sonderverträge". Eine glatte
Irreführung der Öffentlichkeit nennt das der Schutzverband.
AK lobt ASVG-System
Das Interesse der Wirtschaftskammer dahinter sieht Thomas Url vom
Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo so: Es könnte eine Nachschusspflicht der
Arbeitgeber und/oder eine Belastung der Banken oder auch des Staates mit
nachfolgenden Steuererhöhungen entstehen. Die Arbeiterkammer wiederum hat
jedwede Steuerbegünstigung für die Betriebspensionisten abgewehrt. Dies mit der
Begründung, die reinen ASVG-Pensionisten hätten ja auch keine Begünstigung zu
erwarten.
Dass die ASVG-Pensionen nicht ohne Zuschuss aus dem Budget auskommen, wird
verschwiegen. Ebenso, dass Schwierigkeiten der Pensionskassen stets ein
willkommener Anlass sind, das von den "Roten" favorisierte, öffentlich
finanzierte Umlagesystem zu loben. Neue Ausnahmen im Einkommenssteuergesetz für
die Betriebspensionen wären aber für das gesamte Steuersystem schädlich, räumt
dagegen Wifo-Experte Thomas Url ein.
Als Problemlöser haben die Sozialpartner weitgehend versagt. Der Seniorenrat
fordert massiv eine Lösung durch die Politik. Die geschädigten Pensionisten
ziehen vor den Verfassungsgerichtshof: Die unauflöslichen Verträge seien
sittenwidrig, argumentiert Rechtsanwalt Alfred Noll und fordert im Namen seiner
2600 Klienten deren Geld von den Pensionskassen zurück.
"Belastung verteilen"
Wifo-Experte Thomas Url kommt zu folgendem Schluss: Eine Sanierung der
zweiten Säule wäre dringend erforderlich, aber sie kostet Geld. Diese Last wären
auf alle aufzuteilen: Auf die Arbeitgeber, von denen ja schon einige Kapital
nachgeschossen haben. Die Pensionskassen hätten ihren Anteil zu übernehmen, der
Staat am besten in Form eines einmaligen Zuschusses, und auch die Arbeitnehmer
ebenso wie die betroffenen Pensionisten.
Quelle: Wiener Zeitung vom Mittwoch, 03.6.2009
Quelle: FORMAT vom 8.5.2009
Quelle: Tageszeitung ÖSTERREICH vom 7.5.2009
Link zur online-Ausgabe in oe24.at
Leserbrief an oe24.at:
 |

Pekabe-
Pressesprecher
Günter Braun
meint
dazu:
Während sich in Österreich eine
Kommission im Finanz- ministerium zwar mit der Reform des Pensionskassen- wesens
befasst, jedoch bisher wenig Lichtblicke für die Betroffenen, die mehr als
500.000 Anwartschafts- und Leistungsberechtigten, abzusehen sind, steht es bei
den Pensionen für die EU-Parlamentarier bereits fest: die europäischen
Steuerzahler tragen den Verlust. So einfach ist das! Aber nur bei Politikern!
Österreichische Nutznießer dieses
Systems:
Herbert Bösch-SPÖ, Othmar Karas-ÖVP
und Andreas Mölzer-FPÖ.
Quelle: Heute - aktuell in den Tag
|

Quelle: Salzburger Nachrichten

Quelle: TOP-GEWINN
4/09.
Kommentar von Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe:
Zunächst herzlichen Dank an die
Redaktion, daß sie diesem Thema die Titelgeschichte gewidmet hat. Manche
Äußerungen der im Artikel zitierten Personen können jedoch aus PEKABE-Sicht
nicht unwidersprochen bleiben:
Wenn Herr Mag. Schiendl,
Vorstandsmitglied der seit Jahren unterdurchschnittlich performenden VBV, von
einer kleinen Gruppe spricht, "die gut vernetzt ist und laut
schreit", so ist das der Gipfelpunkt des Zynismus!
Die "kleine Gruppe" der
Betroffenen sind erstens nicht nur jene rund 40.000 Pensionisten, sondern auch
- aus VBV-Ziffern auf alle Pensionskassen hochgerechnet - etwa 300.000 noch
Aktive, denen bei Pensionsantritt ein Katastrophenschlag bevorsteht, denn die
bisherigen Verluste der Jahre 2000-2008 und natürlich der bevorstehende Verlust
2009 (!!) werden sich auch dort mit Pensionen niederschlagen, die nur mehr
bestenfalls 50% der ursprünglichen und zu recht erwarteten (weil aus
thesaurierten Lohnbestandteilen in jahrzehntelangem Berufsleben von den
Betroffenen selbst angesparten!) Zusagen ausmachen!
Und die Verantwortlichen im
Dunstkreis der Pensionskassen tun so, als wäre bis 2007 alles in bester Ordnung
gewesen und 2008 wäre nur ein Jahrhundertgau. Von einem solchen haben die
Pensionskassenmanager bereits 2001/02 gesprochen - wie lange dauert eigentlich
für diese Herrschaften ein Jahrhundert?
Man hat aus den zwei Katastrophen
des noch jungen 21. Jahrhunderts bisher nichts gelernt und auch aus
dem Supergau 2008 - mit garantierten Negativfolgen 2009(!) - möchte man am
liebsten nur kosmetische Reformen ableiten.
Mit der Lobby-Gesetzgebung im
einseitigen Interesse der Pensionskassen muß endlich Schluß sein!
Aussendung der Arbeiterkammer Wien vom 1.4.2009 zum aktuellen Reformprozeß:
Absicherung des gesetzlichen
Pensionssystems - Sichere Erträge aus den Pensionskassen
Die derzeitige Finanz- und Wirtschaftskrise mit ihren negativen
Auswirkungen auf die kapitalgedeckten Altersvorsorgesysteme der zweiten und dritten
Säule machen deutlich, dass es keine Alternative zur gesetzlichen Pensionsversicherung
(erste Säule der Alterssicherung) gibt. Es ist deren Aufgabe, für alle
Erwerbstätigen im Alter und bei Invalidität Pensionen zu gewähren, die den erworbenen
Lebensstandard absichern.
Zu diesem Zweck ist das Vertrauen in die nachhaltige
Leistungsfähigkeit zu
stärken. Zur Gewährleistung der nachhaltigen
Leistungsfähigkeit des
Pensionssystems ist ein langfristiges Monitoring
einzurichten. Es soll eine
Gesamtübersicht über die finanzielle Entwicklung
und über die Entwicklung des
Leistungsniveaus ermöglichen. Einzubeziehen sind die
gesetzlichen
Pensionsversicherungen und die Beamtenversorgungssysteme. Auch
die Aufwendungen für die
zweite und dritte Säule sollen - nach Männern und
Frauen
differenziert - dargestellt werden.
Die Pensionskassen haben den durchschnittlichen Jahresverlust 2008 mit
über minus 13 Prozent
bekannt gegeben. Für die meisten Bezieher einer
Pensionskassenpension
bedeutet das Pensionskürzungen, die noch weit
über diesen Wert hinausgehen,
denn es sind zusätzlich versicherungs-
mathematische
Abschläge zu machen (wegen
der Umstellung von
Sterbetafeln) und der vorweg bei der
Pensionsberechnung veranschlagte
Rechnungszins
abzuziehen. Ein Pensionssystem, in dem Pensions-
kürzungen von
bis zu minus 25 Prozent möglich sind,
erfüllt eindeutig nicht
den Auftrag, den die Sozialpartner den Pensionskassen bei
Gründung im
Jahr 1990 mitgegeben haben: nämlich stabile und
planbare Pensionen
zur Verfügung zu stellen.
Wiederholten Rechtsänderungen, die immer riskantere
Veranlagungsstrategien zuließen und die
praktische Abschaffung der
Mindestverzinsungsgarantie,
zusammen mit viel zu
hohen genehmigten
Rechnungszinsen haben zu dieser Misere geführt.
Die Vollversammlung der AK Wien fordert, dass
Maßnahmen zur Lösung dieser Probleme erarbeitet
werden.
Insbesondere fordert die Vollversammlung der AK-Wien:
Mehr Sicherheit in der 2. Säule
Insbesondere
Erhöhung der Eigenkapitalausstattung und
rückwirkende Erfüllung einer
Mindestertragsgarantie. Um die höhere Quote zu ermöglichen, kann der Staat den
Pensionskassen wie den Banken mit Partizipationskapital oder Beteiligungen mit Stimmrecht helfen.
Sowie die Verbesserung der Mindestertragsgarantie
Wettbewerb ermöglichen und
fördern
Ein
kollektiver bzw. individueller Wechsel in eine andere
Pensionskasse
oder betriebliche Kollektivversicherung ist zu
vernünftigen
Bedingungen nur
möglich, wenn er nicht durch hohe
ökonomische Kosten behindert wird.
Es sollte
daher gesetzlich
geregelt werden, dass bei einem Wechsel 100 Prozent der
Deckungs-,Schwankungs-,
und
Auszahlungskostenrückstellung
übertragen werden müssen. Als
Alternative sollte neben den
Pensionskassen und betrieblichen
Kollektivversicherungen auch
die
Höherversicherung im Rahmen der Sozialversicherung
ermöglicht
werden. Es soll auch einmal die Möglichkeit geben
steuerneutral in die
Höherversicherung zu wechseln.
Mehr
Transparenz bei der Veranlagung. Offenlegung aller Kosten in
den
Fonds, Subfonds und der Depotgebühren. Begründung der
Auswahl der jeweiligen Produkte. Veröffentlichung
der
Veranlagungsergebnisse.
Systemmängel beheben
Realistische Rechnungszinsen auch in alten Zusagen und
Absenken der
hohen Rechnungszinsen.
Dort wo es zu
Übertragungen mit hohen Rechnungszinsen
gekommen ist, könnte die Senkung der Pension steuerlich
abgefedert
werden. Ein
steuerliches Entgegenkommen sollte es aber nur geben, wenn
der Arbeitgeber auch einen Teil der Kosten übernimmt.
Rückfragehinweis:
Thomas Angerer
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2578
mailto:thomas.angerer@akwien.at
Auf die Ausführungen von Mag.
Christian Böhm (Fachverband der Pensionskassen Österreichs)
im Mittagsjournal vom 28.1.2009, mit welchen er versucht,
ausschließlich zu Lasten der Pensionskassenberechtigten
sogenannte "Sicherheitspensionen" mit einem massiv verkleinerten
Rechnungszins ins Gespräch zu bringen, hat Pekabe folgende
Stellungnahme veröffentlicht:
Fehldarstellungen - Verdrehungen - Kalmierungen
Pekabe vermerkt den zaghaften Ansatz des Fachverbandes, die
Krise der Pensionskassen öffentlich anzusprechen, grundsätzlich positiv.
Zuletzt wird es also auch den Kassen selbst klar, dass etwas gemacht werden
muss.
Leider aber ist es für solche Erkenntnisse bereits zu
spät. Denn ein großer Teil der Pensionskassenpensionen Beziehenden hat bereits Kürzungen gegenüber den ursprünglichen
Zusagen von bis zu rund 40 % erlitten. Weitere Kürzungen kommen in diesem
Jahr noch dazu, wenn die endgültigen Jahresabschlüsse 2008 vorliegen. Viele
Pensionen werden dann über die nun bekannt gegebenen Kapitalverluste von 13 %
im Durchschnitt, d. h. im Einzelnen
minus 8 % bis minus 18 %, noch die Kürzungen aus der Verfehlung der
Rechnungszinsen von 3,5 % bis 6,5 % angelastet erhalten.
Es wird also heuer, in nur einem Jahr, zu weiteren, unaufholbaren
Pensionskürzungen von teilweise deutlich über 20 % kommen. Und als Lösung
schlägt nun der Fachverbandsvorsitzende Mag. Böhm eine „Sicherheitsvariante“
vor, die auf jährlichen Erträgen aus der Veranlagung von 2,75 % aufbaut.
Das bedeutet für die Mehrzahl der
Pensionskassenberechtigten eine sofortige
Kürzung ihrer bereits jetzt auf 60 % geschrumpften Pensionen um noch einmal
gut 30 % und nicht die 15 %, von
denen Mag. Böhm fälschlich spricht. Der Pensionskassenpensionist müsste sich
also mit 42 % seiner einst versprochenen Pension zufrieden geben und würde bis
ans Ende seiner Tage auf jede Inflationsabgeltung verzichten. In 15 Jahren
würde die Pensionskassenpension nur noch ein Viertel ihrer ursprünglichen
Kaufkraft haben. Dies ist ein frivoler
Vorschlag, der den Bankrott der
Pensionskassenregelung, wie sie heute gegeben ist, nachdrücklich bestätigt!
Auf
die Aussendung des Fachverbandes der Pensionskassen vom
23.1.2009, in welchem - wie gewohnt - das Desaster im
Jahresergebnis 2008 schöngeredet wurde (Ertragsminus von
durchschnittlich 13%!) hat Pekabe folgende Aussendung
veröffentlicht:
Beschönigen bis zum bitteren Ende!
Ist der Fachverband der Pensionskassen noch zu retten?
Die
beschönigenden Ausführungen der Pensionskassenverantwortlichen zum
katastrophalen Abschneiden im
vergangenen Jahr auf der Pressekonferenz am Freitag, 23. d. M., sind für alle
Betroffenen eine Zumutung. Angesichts der vorjährigen Veranlagungsergebnisse
der österreichischen Pensionskassen, die 2009 für zehntausende
Pensionskassenkunden zu
Pensionskürzungen um 20 und mehr Prozent führen, erübrigt sich jeder Kalmierungsversuch,
also insbesondere auch die Argumentation des Fachverbandes.
Eine große Zahl heimischer Pensionskassenpensionisten empfängt heute
Betriebspensionen, die um über 40 % niedriger sind, als Pensionskassen sie in
Aussicht gestellt haben. Das ist die Bankrotterklärung des Systems, Hinweise
auf noch schlechtere Ergebnisse in anderen Ländern sind glatte
Ablenkungsmanöver.
Die finanzielle Altersvorsorge heute zehntausender, morgen bereits
hunderttausender Pensionskassenberechtigter ist ruiniert . Und es gibt keinen
Hoffnungsschimmer, da die Veranlagungsmanager der Pensionskassen in den letzten
neun Jahren gerade einmal 1 % im Jahresdurchschnitt erwirtschaften konnten.
Dass es sehr wohl auch anders geht, haben die heimischen Lebensversicherer bewiesen, die ihren Kunden seit 2000 im
Jahresdurchschnitt eine Gesamtverzinsung von rund 4 ¾ % p. a. weitergeben
konnten.
Der Gesetzgeber, die Aufsichtsbehörden, die Aktionäre, an erster Stelle aber
das glücklose Management der Pensionskassen sollten alle ihre Energie nicht auf
Schönreden der katastrophalen Tatsachen sondern auf die Rettung der
Altersvorsorge der Pensionskassenkunden verwenden.
Nur ein Wort zu
dem angeführten Drittel der Pensionskassenberechtigten, die ungeschmälerte
Pensionen empfangen sollen: Der größte Teil von ihnen sind Pensionisten mit
leistungsorientierten Pensionsverträgen, in denen die Dienstgeber - mit wenig
Freude - die von den Pensionskassen erwirtschafteten Verluste ausgleichen
müssen.
Den
Pensionskassenpensionisten reicht es nun endgültig!
Daher veranstaltet Pe|ka|be jetzt eine
Protestdemonstration
am Donnerstag, dem 29.Jänner
um 10.30h
auf dem Wiener Ballhausplatz.
Im Zuge dessen
werden der Regierungsspitze rund 5.000 Unterstützungserklärungen von Betroffenen
übergeben und die dringende Sanierung des maroden Pensionskassensystems durch
Sofortmaßnahmen und mittelfristige Gesetzessanierung gefordert.
Rückfragehinweis:
Günter Braun, Pressesprecher des Pe|ka|be – Schutzverband der
Pensionskassenberechtigten
pressesprecher@pekabe.at
Wien, 23. 01.2009
In
einem Leserbrief an das FORMAT zu einem Artikel in der
Ausgabe 51-52/08 dieses Magazines versucht Herr Dr. Janda
wie immer die Urachen für die "grottenschlechten" Ergebnisse
der Pensionskassen bei allen anderen nur nicht bei den
Pensionskassen zu suchen. Dies konnte nicht unbeantwortet bleiben:
Pekabe-Brief an den Sprecher des Fachverbandes der Pensionskassen, Hrn. Dr. Janda vom 15.1.2009:
Sehr
geehrter Herr Dr.
Janda, Wien,
15. Jan. 2009
Ihr
Leserbrief im Format 09/01/2009 kann nicht unbeantwortet bleiben.
Angesichts der Veranlagungsergebnisse der österreichischen Pensionskassen im
Jahr 2008, die 2009 auf breiter Basis zu Pensionskürzungen um 20 %
führen, erübrigt sich jeder Kalmierungsversuch, also auch Ihr Schreiben. Eine
große Zahl heimischer Pensionskassenpensionisten empfängt heute
Betriebspensionen, die um über 40 % niedriger sind, als Pensionskassen sie in Aussicht
gestellt haben. Das ist die Bankrotterklärung des Systems.
Die finanzielle Altersvorsorge heute zehntausender, morgen bereits
hunderttausender Pensionskassenberechtigter ist ruiniert . Und es gibt keinen
Hoffnungsschimmer, da die Veranlagungsmanager der Pensionskassen in den letzten
neun Jahren gerade einmal 1 % im Jahresdurchschnitt erwirtschaften konnten,
wogegen etwa die heimischen Lebensversicherer ihren Kunden seit 2000 eine
Gesamtverzinsung von 4,85 % p. a. weitergaben.
Es ist bedauerlich, aber hier haben nur noch die Fakten ein Gewicht,
Erklärungsversuche bitte an das Salzamt.
Der
Gesetzgeber, die Aufsichtsbehörden, die Aktionäre und das Management der
Pensionskassen sollten alle ihre Energie nicht auf Schönreden der
katastrophalen Tatsachen sondern auf die Rettung der Altersvorsorge der
Pensionskassenkunden verwenden.
Für
den Schutzverband der Pensionskassenberechtigten - pe|ka|be
Max
Arbesser
Günter
Braun
1. Stv.
Vorsitzender Pressesprecher
Brief des Pekabe an Mag. Böhm zur Richtigstellung seiner Aussagen in Konkret vom 10.10.2008 in ORF2:
Herrn
Mag. Christian Böhm
Vorsitzender des Fachverbandes der Pensionskassen
Wien, 17. 10. 2008
Sehr geehrter Herr Mag. Böhm,
Freitag, den 10.10. d. J., wurden Sie in Ihrer Funktion
als Vorsitzender des Fachverbandes der Pensionskassen in der Fernsehsendung
„Konkret“ mit zwei Tatsachen konfrontiert:
1.
Dass Pensionskassenberechtigte
aufgrund der Fakten zu Recht
fordern,
dass man ihnen ihr Kapital sofort auszahlt,
2. dass
die österreichischen Pensionskassen aufgrund der
heurigen
Performance rund 1
Mrd. Euro vom Kapitaleigentum der
Pensionskassenberechtigten verspielt haben.
Ihre Antworten im O-Ton:
Zu 1. „Also des
wär` mehr oder weniger eine Forderung, die dem entspricht, wie es im
Bankensystem bedeuten würde, ein jeder möchte sich die Sparbücher momentan
beheben, das, ich glaube, dass das wirklich eine Panikreaktion wäre, die
absolut überzogen ist.“
Im Bankensystem wurde die Gefahr eines Runs von den
wirtschaftspolitisch Verantwortlichen sehr wohl erkannt und mit entsprechenden
Garantiezusagen gegengesteuert. Sie aber halten die Reaktion der einzelnen
Regierungen, Spareinlagen durch eine Staatsgarantie abzusichern, auch für
überzogen? Angesichts massiver Verluste der Pensionskassen sollen die
Berechtigten demnach also weder über ihr Kapital verfügen können noch soll eine
Staatsgarantie erforderlich sein? Oder wären Sie doch bereit, sich für eine
Staatsgarantie der Pensionskassenkapitaleinlagen einzusetzen?
Zu 2. „Wenn ich
insgesamt durchrechne, die eingezahlten Beiträge in Pensionskassen und das was
sich auf den Konten befindet – ich sprech jetzt bei den Aktiven bzw. bei den
Pensionisten, wo ich die Auszahlungen auch berücksichtige, dann sind wir hier in
einem deutlichen Plus.“
Als Fachverbandsvorsitzender erklären Sie demnach vor
laufender Kamera, dass die Neueinzahlungen künftiger Pensionsempfänger die
eintretenden Kapitalverluste wettmachen. Sie sind also der Meinung, solange die
laufenden Beiträge der Dienstgeber für die noch aktiven
Anwartschaftsberechtigten die Summe der Pensionsauszahlungen für die
Leistungsberechtigten übersteigen, gibt es keine Kapitalvernichtung?
Wenn Sie das meinten und so kam es herüber, müssen wir
als Vertreter des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten / Pekabe gegen
eine so unsinnige Falschaussage schärfsten Einspruch erheben. Die dramatische
Zuspitzung der letzten Monate erfordert auch für die Rettung der „2. Säule“
Realitätssinn, Handlungsbereitschaft und Kompetenz sowie vor allem konkrete
Maßnahmen. Da die Pensionskassen ohne jährliche Erträge von zumindest 8 % auf
das Deckungskapital ihre Zusagen wertgesicherter Pensionen nicht einhalten
können, sind sie - und mit ihnen die über ½ Million Anspruchsberechtigten - seit
Längerem in einer Notlage, die sich 2008 zu einer schweren Krise ausgewachsen hat. Das Jahr 2009 wird, wie wir alle
wissen, ohne Wunder in letzter Minute bei den Pensionsauszahlungen zum Waterloo
des Systems werden.
Wir zitieren einen Satz aus dem Schreiben einer Pensionisten-ARGE an
Pensionskassen-verantwortliche: Die Altersversorgung unserer Kollegenschaft ist
damit zusammen-gebrochen, die Lebens-
und vor allem Altersplanung ruiniert.
Es kann daher nicht angehen, dass dieser Notstand in den
Pensionskassen und nota bene auch den übrigen staatlich unterstützten
Vorsorgeinstrumenten vom Fachverbandsvorsitzenden derartig beschönigt wird.
Nicht Einlullen der Öffentlichkeit ist gefragt sondern, es sei wiederholt,
Offenlegung der Fakten, Erkennen des Handlungsbedarfs und gemeinsames
Gegensteuern. Jede andere Haltung ist unverantwortlich!
Wie soll angesichts dieser Ihrer Aussagen die von allen
politischen Parteien erkannte und in Aussicht genommene dringend nötige
Novellierung des Pensionskassengesetzes in einem sachlichen Dialog aller
Beteiligten in Angriff genommen werden?
Der Pe|ka|be ersucht Sie im Namen der von ihm vertretenen
Pensionskassenberechtigten in Österreich, Ihre Aussage zurückzunehmen und uns
eine diesbezügliche Erklärung zu übermitteln. Wir behalten uns ansonsten vor,
diese eklatante Fehlinformation weiter publik
zu machen.
Mit dieser besorgten Feststellung und in der Erwartung
Ihrer Antwort
Sind wir mit vorzüglicher Hochachtung
Dr.
Karl Pour
e.h. Dr.
Maximilian Arbesser
e.h. Günter
Braun e.h.
Obmann
1.
Obmann-Stv.
Pressesprecher.
Stellungnahme des Pekabe zur neuen Mercerstudie: Wege aus der Krise, September 2008
Die
Mercer-Studie ist offenkundig ein Auftragswerk des Pensionskassenfach-
verbandes,
wogegen nichts einzuwenden wäre. Nur müsste dies bekanntgegeben werden. Sie ist
vollkommen losgelöst von der Problemlage der Pensionskassen-
berechtigten (PKB)
und geht auf die dramatische Verlustentwicklung und Verlustperspektive der PKB
absolut unzureichend ein.
Ein
großer Teil der heute mehr als 50.000 Leistungsberechtigten hat bereits
Pensionskürzungen gegenüber den ursprünglichen Pensionsverträgen von bis zu 30
% erfahren.
Mehr
die Hälfte der PKB, deren beitragsorientierte Pensionskassenverträge vor 2004
abgeschlossen worden waren, wird bei künftigem Pensionsantritt nur einen
Bruchteil der in Aussicht gestellten oder ursprünglich vertraglich
zugesicherten Pension erhalten.
Als
letzte Vorbemerkung: Was schlägt Mercer zur Entschädigung der bereits heute von
hohen Kürzungen Betroffenen und aller Anwartschaftsberechtigten, die in Zukunft
unvermeidbarer Weise stark gekürzte Pensionen erhalten werden, vor? Hier ist
ein „Weg aus der Krise“ akut geboten. Doch diese Tatsachen werden schlicht
ignoriert, wie nicht zuletzt die realitätsferne Anmerkung Herrn Papuseks zur
Schwankungsrückstellung (SR) zeigt.
Zur
„Garantie“: Es ist einzigartig, dass
Finanzdienstleister Treuhandgelder für die Errichtung der „2. Säule“
entgegennehmen, ohne sich zu irgendeinem Ergebnis in der Veranlagung zu
verpflichten. Die Pensionskassen (PK) haben sogar trotz einer detaillierten
gesetzlichen Regelung ihrer Tätigkeit die Möglichkeit, das gesamte anvertraute
Kapital zu vernichten - durch Veranlagungsfehler oder fraudulöse Handlungen.
Das Ergebnis ist für die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten (ALB) in
beiden Fällen gleich: sie verlieren ihr für den Lebensabend angespartes Kapital
und damit die ihnen zustehende Rente.
Daher
bleibt vollkommen unverständlich, warum sich Mercer gegen eine
Ergebnisverantwortung der PK ausspricht - genau das ist nämlich mit einer
„Garantie neu“ bezweckt.
Die
PK bieten derzeit das einzige Produkt der Altersvorsorge an, das bei einer 30
bis 40-jährigen Ansparphase und einer im Durchschnitt 20-jährigen
Auszahlungsphase keinerlei Angaben über
die Höhe der erzielbaren Pension bietet. In Bezug auf die Performance, als
bestimmende Größe der Pension, treffen die PK je nach aktuellem Kapitalmarkt
unverbindliche Aussagen von einer „Nullperformance“, die heuer bereits als
Erfolg gefeiert wird, bis hin zu 5,5 % in besseren Jahren. PK hüten sich,
verbindliche Ziele für das künftige Veranlagungsergebnis zu nennen, und
zwar weder p. a. noch für den
Durchschnitt beliebig vieler Jahre. Dabei wird gezielt verschwiegen, dass in
den, mit den Arbeitgebern abgeschlossenen Pensionskassenverträgen Rechnungszins
und rechnungsmäßiger Überschuss als bestimmende Parameter für die seinerzeitige
Überleitung der direkten Leistungszusagen in beitragsorientierte
Pensionskassenleistungen vereinbart und festgeschrieben wurden; diese Zinssätze
heute als „überhöht“ zu bezeichnen und sich aus vertraglichen Vereinbarungen
herauszuwinden, die die Basis für tausende Einzelverträge von ALB sind, ist
eine besondere Perfidie. Sehr wohl aber brüstet sich der Fachverband mit einer
Performance von 6,8 % im Durchschnitt über 17 Jahre, ohne zu sagen, dass dieses
Ergebnis nur für weniger als 5 % des Deckungskapitals relevant ist und im
Übrigen gleichfalls den erforderlichen rechnungsmäßigen Überschuss von damals
7,5 % verfehlt, seit 1990 kumuliert eine Zielverfehlung um 10,5 %, noch nicht
eingerechnet die negativen Effekte der geänderten Sterbetafeln!.
Fix
im PK-System sind nur die zu leistenden Beiträge des Arbeitgebers und der
Rechnungszins (RZ). Die Differenz von Rechnungszins auf eine allfällig erzielte
Nettoperformance, die im Durchschnitt den vertraglich vereinbarten
rechnungsmäßigen Überschuss errechen sollte, reicht für eine Valorisierung der
Pensionen und einen planmäßigen Aufbau des PK-Kapitals in der Anwartschaftsphase
nicht aus und dient wenn überhaupt nur der Dotierung der
Schwankungsrückstellung und damit einer lebenslangen Pensionskürzung um den
dort geparkten Anteil des persönlichen Deckungskapitals. Das volle Risiko des
Ergebnisses tragen die ALB in beitragsorientierten Verträgen (84 %) bzw. die
Arbeitgeber in leistungsorientierten Lösungen. Die PK sind von jeder Verantwortung für die von ihnen erzielten
Veranlagungsergebnisse entbunden! Sie haben hinsichtlich ihrer Kosten
keinerlei Risiko, da sie sich dazu am Treuhandkapital der Berechtigten selbst
dann bedienen können, wenn sie in der Veranlagung Verluste einfahren.
Der
Fachverband spricht zwar immer nur „von
einer Handvoll Pensionisten“, die wegen hoher Rechnungszinsen Pensionskürzungen
hinnehmen müssen - diese sind aber derzeit geschätzte 70 % der Leistungsberechtigten
mit einem Rechnungszins von über 3,5 %, also 10.000e.
Verschwiegen
und auch von Mercer nicht releviert wird zugleich geflissentlich, dass sich
eine Verfehlung des rechnungsmäßigen
Überschusses auch in der Ansparphase
für hunderttausende AWB katastrophal auswirkt: eine durchschnittliche
Performance von 3,5 % anstatt 7,5 % in 20 Jahren Ansparen bedeutet, dass
bereits die Anfangspension - unabhängig vom Rechnungszins - um mehr als die
Hälfte kleiner als erwartet ist.
Völlig
ausgeklammert aus dem Überlegungshorizont von Mercer ist der Problemkreis „Längerlebigkeit / Neue Sterbetafeln“.
Seit
den späten 1990er Jahren und in die weitere Zukunft bedeutet die längere
Lebenserwartung eine zwangsläufige Kürzung der Pensionskassenpensionen um
schlussendlich mehr als 10 %. Auf die Bedeckung dieses „Gaps“ wird mit keiner
Silbe eingegangen. Auch die PK breiten über dieses Faktum den Mantel betretenen
Schweigens.
Mercer
erspart sich auch Überlegungen, wo die Pensionskassenpensionshöhe
der mit 7 % und
7,5
% rechnungsmäßigem Überschuss Übertragenen in
einer ferneren Zukunft liegen wird. Eine Aussage zur kaum vermeidbaren
Perspektive von Pensionen, die schon bald unter der Hälfte der ursprünglich
erwarteten Pensionshöhe landen, ist wohl nicht zu viel verlangt, wenn Experten
„Wege aus der Krise“ ankündigen.
Performance 2007 und 1.HJ 2008 - Reserven
Welche
beitragsorientierten VRGen können eigentlich überhaupt noch Reserven haben ?
Die Gegenüberstellung von € 301.000 Rückstellungen zu € 18,5 Mrd. PK-Vermögen
ergibt niemals eine SR-Dotation von 1,6 % sondern de facto null; in die
Rechnung hat sich ein Fehler mit einer Tausenderpotenz eingeschlichen.
Pensionskürzungen können wahrscheinlich nur in leistungsorientierten Zusagen
durch die Nachschüsse der Arbeitgeber vermieden werden, und wie lange werden
diese hier noch mitspielen?
Woher kommt
das Vermögen von 18,5 Mrd €? Per Ende 2007 war es nur bei 13 Mrd €!
„Die Meinung von Experten“
gem.
FMA-Verordnung 2007(lt. VBV) darf die Bandbreite der Rechnungszinsen in einer
VRG maximal 1% betragen – die hier angeführte Differenz von 4 % sollte
eigentlich schon längst der Vergangenheit angehören und ist sicher nur in
Ausnahmefällen vorgekommen.
Der „Experte“
vermeidet bei seinem Lösungsansatz der RZ-Absenkung peinlichst jeglichen
Hinweis, dass jede Reduktion des Rechnungszinses um 1 % einer Kürzung der
Pension von 10 % entspricht. Wie die letzten Jahre gezeigt haben, sind auch
Pensionisten mit RZ 3,5 % nicht vor Pensionskürzungen gefeit, weil die PK nicht
einmal in der Lage sind, diesen als risikolos bezeichneten Zinssatz zu
erreichen. Lt. ÖKB haben die PK im 1.Hj 2008 beim Veranlagungstyp „defensiv“
(Aktienanteil < 16 %) eine Performance von 0,08 % erreicht, d.h. sogar eine
beitragsorientierte Pension mit einem niedrigen RZ von 3,5 % müsste um 3,5 %
gekürzt werden!
Die Anmerkung,
ein hoher RZ bringt eine hohe Anfangspension, kann in Anbetracht der massiv
enttäuschten Erwartungen der ALB, und der realistisch nicht mehr zu erwartenden
Valorisierungen nur als Verhöhnung der Geschädigten gewertet werden. Die „hohe“
Anfangspension, die zudem im Regelfall
in den letzten sechs Jahren nie erreicht worden ist, ist nur die den
Mitarbeitern zuvor vom Arbeitgeber errechnete und den PK zugesagt gewesene
Pension.
Der
„Expertenrat - Verträge mit hohen RZ abzusenken“ ohne einen Ausgleich der
Umstellungskosten für die ALB (wer auch immer diesen leisten sollte -
Arbeitgeber, die an der Misere schuldigen PK bzw. ihre Aktionäre, Staat...)
wird von pekabe daher strikt abgelehnt! Damit würden die Pensionskassenverträge
gebrochen, die PKB sofort und endgültig um einen hohen Prozentsatz ihrer
Pension gebracht und zugleich würden die Pensionskassenverantwortlichen auf ein
Faulbett niedriger Ergebnisziele gelegt und aus ihren vollmundigen Zusagen
entlassen.
Europäische PK setzen vermehrt auf Cash
Das
Ausweichen in Cash ist derzeit die einzig sinnvolle Maßnahme - dazu bedarf es aber wirklich keiner
Empfehlung eines renommierten Beratungsunternehmens wie Mercer!
Es ist
wirklich nicht einzusehen, warum PK heuer in Aktien ein MINUS von bisher mehr
als 20 % geschehen lassen, wenn man vollkommen risikolos rund 5 % in
europäischen Staatsanleihen oder am Geldmarkt erzielen könnte?
Wege aus der Krise: die Empfehlungen von Mercer
Um dem
schlechten Ergebnis entgegenzusteuern bleiben ja immerhin noch etwas mehr als 3
Monate Zeit – das sollte ja mit den folgenden, tiefschürfenden Empfehlungen ja
kein Problem sein
Bei den
genannten „Strategien“ fehlt nur die Empfehlung, sein Glück doch im nächsten
Casino zu suchen. Die indirekte Empfehlung stärkerer Gewichtung von Immobilien
und Hedge-Fonds ist in diesem Spätsommer nicht einmal mehr mutig zu nennen.
Interessant
wären jedenfalls Details zur „aktiven Markt-Risiko-Kontrolle“. Naive Gemüter
würden annehmen, dass ein Risikomanagement, das ja für alle PK von der FMA
verpflichtend vorgeschrieben ist, rechtzeitig die Alarmglocken schrillen lassen
sollte, um Verluste wie im heurigen Jahr zu vermeiden - oder handelt es sich dabei nur um theoretische
Abhandlungen ohne praktischen Wert ?
Was kann der um bis zu einem Drittel
seiner zugesagten Pension gebrachte PKB mit dem Ergebnis anfangen, „das
österreichische System halte dem europäischen Vergleich Stand“?
Heißt das, dass die europäischen
PK-Pensionen auch in dieser Größenordnung hinter den Zusagen bzw. Erwartungen
geblieben sind? Wenn das so ist, hat das System europaweit Schiffbruch
erlitten. Wir haben davon noch nichts gehört.
Abbau steuerrechtlicher Hürden, ….
Warum sollte
man Arbeitnehmer überhaupt für die Einzahlung in PK „begeistern“, solange ihnen
niemand das Ergebnis (= die Pensionshöhe) nach -zig Jahren des Ansparens nennen
kann, geschweige denn garantiert?
Warum soll
eine Steuerersparnis durch die Misserfolge der Veranlagung in einer PK
vernichtet werden dürfen? Man ist nach der Erfahrung der vergangenen 9 Jahre
mit einer ganz normalen Gehaltserhöhung trotz Steuer besser dran, weil man über
diese selbst disponieren kann.
Mehr Transparenz
Die interessanteste Info - die
Management Fees der Fonds - wird von den PK verschwiegen; wie „die gut funktionierende Alternativvariante
mit einem maximalen Limit und quartalsweiser Kontrolle desselben“ in der Praxis
aussieht und welche PK diese anwendet, wäre wirklich interessant.
Kassenwechsel
Die
Erleichterung des PK-Wechsels soll zur Konkurrenzbelebung am PK-Sektor
beitragen. Konkurrenz gibt es derzeit nur beim Vertragsabschluss, danach es de
facto unmöglich ohne größere Einbußen die PK zu wechseln. .
Hier fehlt
eine Aussage zu den Pensionisten, die weder von einem Betriebsrat noch vom
(ehemaligen) Arbeitgeber vertreten werden, und denen eine individuelle
Entscheidung zugestanden werden muss.
Bei den
Übertragungsmodalitäten fehlt hier die Tatsache, dass die abgebende PK einen
%-Satz des Deckungskapitals (DK) zurückbehalten kann; dieser ist im PK-Vertrag
festgelegt und liegt in der Regel bei
mindestens 2 %.
Schwankungsrückstellung
Die Tatsache, dass die SR die Pension
lebenslang verkürzt, wird hier unter den Tisch gekehrt. Die insgesamt, bis zum
Lebensende ausbezahlte Pension ist in jedem Fall ohne SR höher, im
schlechtesten Fall gleich hoch wie mit der Dotierung der SR. Außerdem ist es im
Sinne der Risikominimierung sicher vernünftiger, den entsprechenden SR-Anteil
der Pension zum Ausgleich von PK-Pensionskürzungen in einer risikolosen
Anlageform anzusparen. Die SR unterliegt nämlich dem gleichen
Veranlagungs-Geschick wie das DK.
In den letzten 8 Jahren war es -
bedingt durch die Verluste und die Minderperformance - ohnedies unmöglich, eine
SR aufzubauen und somit die vielgepriesene Ausgleichsfunktion wirksam werden zu
lassen. Vielmehr hat sich durch die Zielverfehlungen rein rechnerisch ein hoher
Fehlbetrag (eine Form der nicht wirksam gewordenen negativen SR) auf die
gewählten Rechnungszinsen ergeben.
19.9.2008,
I. Fürst, M. Arbesser, P. Paul
Diese Stellungnahme wurde am 19.9. an Mercer übermittelt