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Ein neuer Schönfärber  mit alten Farben aus alten Kübeln - Presseaussendung des Pekabe v. 13.8.2010:

Die Presseaussendungen des Fachverbandes der Pensionskassen und die Wahrheit
 
Sinkende Erträge und 1 ½ Jahre erfolglose Reform- kommission sollen als Erfolg verkauft werden.
 
Der neue Fachverbandsobmann Zakostelsky versucht, das Halbjahresergebnis 2010 der Pensionskassen(PK) von 2,39% als Erfolg zu verkaufen und eine heile Pensionkassenwelt zu suggerieren! Er verschweigt geflissentlich, dass der Aufwärtstrend der Performance bereits im Mai d.J. gestoppt wurde; das 2.Quartal 2010 schlägt sich immerhin bereits mit einem Verlust von -0,54% zu Buche und die negative Tendenz setzt sich auch im Juli und August fort.

  Auch Zakostelsky beschreitet somit – wie sein Vorgänger Böhm - weiterhin den Weg der Falschmeldungen und Halbwahrheiten. Was soll die Feststellung eines „Ertrags  auf ein Jahr von 8,63%“? Unterjährige Ertragsziffern haben an sich keinen Aussagewert. Einzig und allein die Performance per 31.12. eines Jahres zählt! Einen Ertragswert von Juni zu Juni zu konstruieren, schlägt also dem Fass endgültig den Boden aus.

  Wann wird der Fachverband endlich von seinen unseriösen Jubelmeldungen zu einer fairen Berichterstattung übergehen? Wann wird er von sich aus zugeben, dass ein Ertrag von 2,39% keine Pensionserhöhung bedeutet, sondern für alle Pensionsbezieher mit einer Pensionskürzung bis zu 5% gleichzusetzen ist. Tatsache ist, dass mindestens 6% bis 8% Ertrag erwirtschaftet werden müssten, um nach Abzug der PK-Kosten für die überwiegende Mehrheit der betroffenen Pensionisten den Rechnungszins von bis zu 6,5% und damit eine nur gleichbleibende Pension zu erreichen, ganz zu schweigen von einer Inflationsabgeltung.

  Wenn Hr. Zakostelsky nun der Sicherheit den Vorrang gegenüber hohen Erträgen einräumt, so versucht er die von den Pensionskassen einst vollmundig versprochenen und auch vertraglich vereinbarten jährlichen Veranlagungs- erträge von 7,5% und mehr aus dem Bewusstsein zu verdrängen. In den letzten 10 Jahren haben die heimischen PK durchschnittlich nur etwa ein Viertel ihrer Zusagen erzielt. Die Folgen dieser drastischen Verfehlungen hatten und haben die PK-Berechtigten – ca. 60.000 derzeitige und eine halbe Million zukünftige PK-Pensionsempfänger – in Form von Pensionskürzungen bis zu 45% zu tragen. Und die sind ohne einen Zuschuss von dritter Seite in der verbleibenden Lebenszeit absolut unaufholbar! Dass es sich hier bei einer durchschnittlichen Monatspension von 474,- EUR bestimmt nicht um Luxuspensionen handelt, sollte nicht unerwähnt bleiben.

  Dass Hr. Zakostelsky mit dem bisherigen Verlauf der Arbeit der Reformkommission zufrieden ist, versteht sich von selbst, haben doch die PK dank ihrer übermächtigen Lobby sämtliche Versuche, für die vom Debakel der 2.Säule am härtesten Betroffenen eine Milderung zu erreichen, nicht nur erfolgreich abgewehrt, sondern sind am besten Weg, ihren „Besitzstand“ noch weiter auszubauen – will heißen: weiterhin keine Ergebnisverantwortung für die PK – volles Risiko für die PK-„Berechtigten“ und endgültige Einzementierung der bisher erlittenen Pensionshalbierung.

  Pekabe, der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, wird sich jedenfalls weder von einer Refomkommission abspeisen lassen, die nach nunmehr 1 ½ Jahren keinerlei für die PK-Geschädigten brauchbare Ergebnisse aufzuweisen hat, noch von der heilen Welt, die Herr Zakostelsky vortäuschen möchte.

Günter Braun

Lopatka spricht:L

Ein Artikel von Staatssekretär Lopatka in "Der Standard" vom  10.5.2010 unter "Kommentar der Anderen" erfordert dringend eine Erwiderung. Er beweist hier leider erneut, dass er, obwohl Vorsitzender der Reformkom- mission(!), das Pensionskassensystem noch immer nicht objektiv durch- schaut hat und dass er sich selbst zum Sprachrohr der Pensionskassen und ihrer - leider - übermächtigen Lobbies degradiert. Unser Pressesprecher, Günter Braun, hat nachfolgenden  offenen Brief an die Redaktion von "Der Standard" mit der Bitte um Veröffentlichung gesandt:


Sehr geehrter Herr Staatssekretär,

ihr Artikel im Standard vom 10.5. „Warum die Pensionskassen die Zukunft sind“ zeigt leider, dass Sie die Materie offenbar noch immer nicht richtig durchschaut haben. Man ersieht daraus zweierlei:

erstens, dass Sie sich selbst zum Sprachrohr des Fachverbands der Pensionskassen degradieren, indem Sie auch deren unzumutbare „Privilegiertenkeule“ schleudern. Wenn trotz der von Ihnen erwähnten Spitzenbezieher von 10.000 Euro monatlich oder mehr die Durchschnittspension aus Pensionskassen bei rund 450,- Euro liegt, kann Adam Riese beweisen, dass diese Spitzenpensionen an wenigen Fingern abzuzählen und so für die breite Masse der rund 700.000 Berechtigten nicht repräsentativ sind! Vom Leiter der Reformkommission sollte man sich mehr Objektivität erwarten können.

Zweitens zum Thema Lohn- versus Kapitalertragssteuer: die im Sinne Ihrer Argumentation tatsächlich „lohnsteuerpflichtigen“ Beträge sind nur Teile der ausbezahlten bzw. in Zukunft auszuzahlenden Pensionen. Die Pensionshöhe richtet sich nach einer fiktiven Kapitalgröße, die jährliche Pensionskassenerträge von bis zu 8% für alle Zukunft voraussetzt. Deshalb kommt es ja bei den Pensionen laufend zu Kürzungen, da die Pensionskassen diese Erträge im Schnitt nie erreicht haben: realiter nicht einmal 3% jährlich im langjährigen Schnitt. Die Betroffenen zahlen also derzeit mehrheitlich „Lohnsteuer“ von fiktiven künftigen Eventualgewinnen. Rund 2/3 der derzeit zu zahlenden Lohnsteuer müssten daher ohnehin sofort auf KESt- Niveau herabgesetzt werden!

Sehr geehrter Herr Staatssekretär, die Pensionskassenberechtigten erwarten von Ihnen im Rahmen der geplanten Reform Nägel mit Köpfen! Die derzeit dem Vernehmen nach diskutierten Punkte wie etwa die sogenannte „Sicherheits-VRG“, die den Namen in der vorliegenden Variante jedoch in keiner Weise verdient, sind nicht geeignet, das System endlich auf ein tragfähiges Fundament zu stellen. Wenn Ihnen an der 2. Säule als notwendiges und nützliches Pendant zur ASVG-Pension wirklich gelegen ist, müssen Sie die derzeit in Ihrer Kommission diskutierten Vorschläge jedenfalls größtenteils zurückweisen.

Und noch ein Wort zum Pauschalsteuersystem: wenn sich nach Ihrer Aussage der Vorteil des Staates bei dieser Variante nach 5 Jahren in einen Nachteil verwandelt, sollten Sie nicht vergessen, dass dem Staat als Urheber des derzeitigen, missglückten Pensionskassensystems eine gewisse „Wiedergutmachung“ an den Geschädigten zukäme. Von erzielten Mehrerträgen durch vorzeitiges Ableben eines statistisch auch nicht unwesentlichen Teiles der Pensionisten ganz zu schweigen.

Mit freundlichen Grüßen

Günter Braun

Pressesprecher des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten

pressesprecher@pekabe.at


Griechenlandpleite und Pensionskassen – ein Vergleich

Politik versagt – Bürger bezahlen die Zeche

Nicht, dass die Griechen getrickst und sich den Eintritt in die Eurozone erschlichen haben, empört den europäischen Bürger vordergründig. Auch die Finanzspritze der Eurostaaten ist nicht das primäre Problem – in der nunmehr verfahrenen Situation war dieser Schritt leider notwendig, um noch Ärgeres zu verhindern. Dass man sich aber auf höchster politischer Ebene in Europa austricksen hat lassen (oder ist man nur den Einflüsterungen der Wirtschafts- lobbies gefolgt?) und dass man sich jetzt mit einem Sparprogramm zufrieden gibt, das höchstens kurz- bis mittelfristig Symptome heilt, aber nicht geeignet ist, die griechische Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen und damit den Staat wirklich zu sanieren – das ist der eigentliche Skandal! Die Verant-
wortlichen werden aber nicht zur Rechenschaft gezogen, sondern die Bürger in Griechenland und in der gesamten Eurozone zahlen die Zeche.

Was das mit dem österreichischen Pensionskassensystem zu tun hat? Auch hier hat die Politik – den Industrie- und Bankenlobbies hörig und aufgrund von Gefälligkeitsgutachten von sogenannten Experten – ein Pensionskassengesetz geschaffen, das einerseits die Großunternehmen großzügig subventioniert hat, indem man es ihnen ermöglichte, sich ihrer  Leistungsverpflichtungen zu rund 2/3 auf Kosten ihrer Mitarbeiter elegant zu entledigen und das andererseits den Pensionskassen eine einträgliche und risikolose Pfründe geschaffen hat, wofür wiederum die „Begünstigten“ die volle Zeche zahlen. Die Konsequenzen sind bereits innerhalb von nur 10 Jahren bis zur Halbierung zusammenge-
schmolzene aktuelle bzw. zukünftige Pensionsleistungen für hunderttausende Anspruchsberechtigte.  Für diese Pensionszusagen haben die PK-Geschädigten auf Teile ihres Lohnes während ihrer Aktivzeit verzichtet bzw. verzichten laufend noch immer. Sie alle müssen hilflos zusehen, wie sich ihre Altersvorsorge  in den Pensionskassen langsam aber sicher in Luft aufzulösen droht.

Im Falle Griechenland hat die europäische, beim österreichischen Pensions-
kassensystem die österreichische Politik gründlich versagt! Aber in beiden Fällen werden nicht die Verantwortlichen zur Kasse gebeten, die Zeche zahlen die Opfer – der zum  rechtlosen Stimmvolk degradierte „Souverän der Demokratie“ – die Steuerzahler, ein Selbstbedienungsladen für fahrlässige lobbygesteuerte Politiker.

Günter Braun

Pressesprecher des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten – PE|KA|BE

Mailto: pressesprecher@pekabe.at

Tel. 0699 – 111 58 699

www.pekabe.at


Pensionisten als Budgetsanierer

Während auf Ebene der Regierungsparteien gerade eine Art Wettbewerb in Sachen Steuererhöhungen im Gang ist, melden sich Pensionskassen- und Seniorenvertreter mit einem "lukrativen" Gegenvorschlag zu Wort - Von Günter Braun


In der budgetpolitischen Pattstellung, in der es nur mehr um gegenseitige Vorschläge der Regierungsparteien zu Steuererhöhungen geht, bietet sich eine Alternative an, die zur Haushaltskonsolidierung einen wertvollen Beitrag liefern könnte, merkwürdigerweise aber von den Entscheidungsträgern bisher nicht einmal ignoriert wurde.

Dieses Modell sieht eine Alternative zur derzeitigen Lohnsteuerpflichtigkeit der Pensionskassenpension vor: Wer eine Steuervorauszahlung auf sein gesamtes aktuelles Deckungskapital in der Pensionskasse in Höhe seines halben Lohnsteuersatzes zahlt, soll dadurch die Steuerfreiheit dieses Pensionsteils auf Lebenszeit erlangen. Das würde dem Finanzminister sofort (Budget 2011) bis zu 500 Millionen in die Kassen spülen und so einen wesentlichen Beitrag zur Budgetsanierung leisten. Die betroffenen Pensionisten hätten den Vorteil, dass die Zusatzpension zwar gekürzt, dafür aber in Zukunft brutto für netto ausgezahlt würde.

Das brächte eine Nettoerhöhung - und damit eine Teilmilderung der aufgrund der Folgen des missglückten Pensionskassengesetzes bisher eingetretenen empfindlichen Pensionskürzungen der letzten Jahre.

Die künftigen Pensionisten, denen diese Alternative bei Pensionsantritt auch geboten werden sollte - sie haben schließlich in ihrem Deckungskapital ebenfalls unaufholbare Verluste erlitten, die sich auf ihre künftige Pension auswirken werden -, würden jährlich in Zukunft, grob geschätzt, um die 100 Millionen für das Budget bereitstellen.

Das Minus gegenüber der derzeitigen Lohnsteuerleistung wird durch die Vorauszahlung relativiert: Bei einem Ableben des Pensionisten vor der versicherungsmathematischen Lebenserwartung wäre teilweise sogar gewissermaßen über den Tod hinaus noch Steuer (vor)geleistet worden. In Summe ist aber jedenfalls zu berücksichtigen, dass das erhöhte Mehrwertsteueraufkommen durch den verstärkten Konsum der Pensionisten die künftigen Mindereinnahmen aus der Lohnsteuer weitgehend egalisieren würde.

Die ideologische Barriere, die sich im Vorwurf manifestiert, es handle sich dabei um eine Bevorzugung der Pensionskassenpension gegenüber der ASVG, entbehrt der Realität:

Die Pensionskassenpension finanziert sich aus einem individuellen Deckungskapital - in langjährigen Berufsjahren angesparte, thesaurierte Lohnbestandteile, die allerdings zu etwa zwei Dritteln der Unsicherheit der künftigen Kapitalmarktentwicklung überantwortet wurden. Im privaten Sparbereich wäre die Ausschüttung aus einem derartigen Topf bloß mit 25 Prozent KESt-pflichtig und nicht der Lohnsteuerprogression unterworfen.
Bei der ASVG handelt es sich hingegen um eine stabile, auch laufend inflationsbereinigte staatliche Altersversorgung aus Budgetmitteln, für die jeder Staatsbürger im Rahmen seiner Berufstätigkeit seine Beiträge geleistet hat und im Sinne des Generationenvertrags auch in Zukunft leisten wird.
Durch die Schaffung des Pensionskassengesetzes in seiner derzeitigen Form und die Duldung unrealistisch überhöhter Rechnungszinsen hat der Staat Mitschuld an den exorbitanten Kürzungen bei Pensionskassenpensionen von mitlerweile absolut unaufholbaren (bis zu) 45 Prozent. Mit der Einführung eines Pauschalsteuersystems könnte also eine teilweise Schadenswiedergutmachung geleistet und ein Signal in Richtung staatlicher Mitverantwortung gesetzt werden.

Die im Rahmen dieser Vorsteuer unmittelbaren Budgetzuflüsse würden darüber hinaus die derzeitige Diskussion um allgemeine Steuererhöhungen zur Konsolidierung des Staatshaushalts positiv bereichern.

Zur Person:

Günter Braun ist Pressesprecher des Schutzverbands der Pensionskassenberechtigten (Pekabe), der das hier skizzierte System, gemeinsam mit dem Seniorenrat, schon vor mehreren Wochen dem Petitionsausschuss des Nationalrats zugeleitet hat - bisher ohne Reaktion

Quelle: DER STANDARD-Printausgabe, 21.4.2010


Am Tag der  Demonstration am Ballhausplatz hat der Fachverband neuerlich Behauptungen aufgestellt und über die APA verbreitet, die nur noch Kopfschütteln hervorrufen. Wir haben nachstehend  richtiggestellt:

Pensionskassen verbreiten Unwahrheiten

Äußerungen des Fachverbands werden immer dreister! 


Knapp 3% Performance im 1.Quartal 2009 hatAussagekraft Null! Entschei-
dend ist der 31. Dezember. Es darf daran erinnert werden, dass Herr Böhm
in einer ORF-Lifediskussion noch imHerbst des Katatrophenjahres 2008
vollmundig erklärt hat, er erwarte eine "Schwarze Null" zum Jahresende.
Tatsächlich gab es im Durchschnitt der Pensionskassen 13% Minus!
Wenn Herr Böhm erklärt, die Pensionskassen seien auf gutem Weg, die
Verluste der Vergangenheit auszugleichen, so weiß er selbst ganz
genau, dass das eine Lüge ist! Verluste sind absolut unaufholbar -
oder ist Herr Böhm wirklich so naiv, an jahrelange zweistellige
Zuwachsraten in der Zukunft zu glauben?

Der dauernd ins Treffen geführte Durchschnitt von 5,92% seit 1990
berücksichtigt in keiner Weise das jeweils gegenüberstehende Kapital
und ist daher irreführend und somit in seiner Aussagekraft falsch. Dass
damit bewußt immer wieder argumentiert wird, zeigt, wer wirklich für
irreführende Meldungen und Verdrehungen der Fakten verantwortlich ist.
Der Fachverband wirft dem Pe|ka|be das vor, was er selbst seit
Jahren nachweislich tut: irreführende Meldungen verbreiten.
Zu den sogenannten "Fakten" des Fachverbands:

1. Es kam nicht nur bei Altverträgen mit hohen Rechnungszinsen zu deutlichen
Kürzungen. Bei einer Durchschnittsperformance von 2,1% seit 2000 mussten
auch Verträge mit 3,5% RZ empfindliche Kürzungen erleiden.

2. Pe|ka|be hat nie von Kleinrentnern gesprochen. Die Durchschnittspension
aus der Pensionskasse beträgt rund 450 Euro. Eine Handvoll General-
direktoren mit deutlich höheren Bezügen ist in diesem Durchschnittsbetrag
bereits enthalten.

3. Einige Großunternehmen haben Rechenzins von 5% aufwärts keineswegs
als realistisch eingeschätzt. Sie haben diese Zinssätze verlangt, um sich
ihrer Pensionszahlungsverpflichtungen zu entledigen. Wenn die Pensions-
kassen aber diese Zinsen nicht zugesagt hätten, wären derartige Vertrags-
abschlüsse nicht möglich gewesen. Betroffen sind davon ca. 50.000 der
derzeit 70.000 Pensionskassenpensionisten und nicht "nur" 20.000. Von einer
Million hat Pe|ka|be nie gesprochen; wir haben immer nur darauf hingewiesen,
dass die nunmehr bereits 700.000 Anwartschaftsberechtigten ebenso von der
Pensionskassen-Misere betroffen sind, diese aber erst zu ihrem Pensions-
antritt verspüren werden. Insgesamt ist die pekabe-Aussage, dass inklusive
Familienangehörigen über 1 Million Mitbürger im schlechtesten Pensions-
kassensystem Europas gefangen sind, daher nur legitim.

4. Wenn der Rechenzins nicht erreicht wird, verringert sich die Pension: wie
wahr. Aber wer hat denn seinerzeit vollmundig unrealistisch hohe Rechenzinse
versprochen, um das Geschäft mit den Pensionen zu machen?

5. Seit 2004, nicht seit 2003, dürfen nur mehr Verträge mit 3,5% Rechenzins
abgeschlossen werden. Aber deren Ertrags-Ziel wurde je nach Abschlussjahr
unterschritten, manche in den Jahren 2006-2008 abgeschlossenen Verträge
weisen sogar Verluste auf.
Rückfragehinweis:
Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe
Mailto: pressesprecher@pekabe.at
Tel. 0699 - 111 58 699

Der Fachverband der Pensionskassen hat, offenbar im Vorfeld unserer Demonstration, haarsträubende  Argumente, wie - besser wenig als nichts, schaffen das Geld beiseite, Sozialstaat sollte für  jene dasein, die wenig haben usw. im Kurier von sich gegeben. Pekabe hat mit der nachstehenden APA-Aussendung  noch am gleichen Tag diese polemischen Phrasen zurückgewiesen und richtiggestellt:

Pensionskassen: Falschdarstellung und Unwahrheit sind keine Lösung


Klarstellung zu Böhms infamen Dauerphrasen im Kurier vom 12.4.

Wien (OTS) - Statt endlich einmal dazu beizutragen, dass die Reform-
kommission aus ihrer Pattstellung herauskommt und Nägel mit
Köpfen macht, setzt Herr Böhm die Strategie seiner Halbwahrheiten und Falschmeldungen sowie seiner Diffamierungen des Schutzverbands der Pensionskassen-
berechtigten fort. Mit dieser Strategie wird es nicht
möglich sein, das österreichische Pensionskassensystem aus seiner Agonie zu holen!
 

Entgegen Böhms falscher Aussage hatte der Verfassungsgerichtshof
2006 - nicht 2002 - keine "Klage der Pensionisten abgewiesen", sondern in einem Gesetzesprüfungsverfahren auf Antrag der SPÖ-Nationalratsfraktion deren Bedenken wegen der Verfassungswidrigkeit der Abschaffung der alten Mindestgarantie als nicht begründet angesehen. Böhm begrüßt diese Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes, denn sonst "wäre die Performance der Pensionskassen viel schlechter geworden, da die Pensionskassen dann nämlich extrem vorsichtig veranlagen hätten müssen".
Hätten sie nur vorsichtiger veranlagt! Böhm hat den Kontakt zur Realität verloren, da eben wegen unvorsichtiger Veranlagung der Pensionskassen 2008 das Debakel mit den folgenden Pensionskürzungen um nochmals bis zu 25 % herauskam. Vorsichtige Veranlagung wurde auf Drängen der Pensionskassenlobby durch eine Pensionskassengesetznovelle abgeschafft, die den Kassen seither eine Aktienquote von 70 % in der Veranlagung gestattet.

Es ist eine beispiellose Infamie, die legitime Forderung der Pensionskassen-
geschädigten nach Herausgabe ihres Kapitals, soferne es
zu keinen vernünftigen Reformschritten kommt, so darzustellen, als würden die Pensionisten ihr "Geld auf die Seite räumen". Schließlich handelt es sich um das Eigentum der Betroffenen, das wurde auch vom VerfGH durch die Zuerkennung des Vertragspartnerstatus anerkannt!

Wenn Pensionskassengeschädigte, die ihr Kapital herausgenommen haben, einmal zum Pflegefall werden, fallen sie laut Böhm dem Sozialstaat zur Last. Das ist die Unwahrheit, wahr ist vielmehr:  Wenn die Pensionskassen so weitermachen dürfen, wie bisher, geht das Kapital in der Pensionskasse bald gegen Null - fast die Hälfte wurde ja bereits jetzt verzockt bzw. nicht - wie versprochen - erwirtschaftet. Wenn das Kapital im Verfügungsbereich des Begünstigten liegt, wird es hingegen im oa. Sozialfall voll angerechnet. Der Appell an die Neidgenossenschaft als Ablenkungsmanöver für eigenes Unvermögen ist mehr als billig - er ist  geschmacklos!
 

Die sogenannte "Sicherheitspension" als Lösung anzupreisen, ist wieder eine Falschaussage: der Umstieg in diese Variante würde bei den meisten Betroffenen sofort zu einer weiteren Pensionskürzung von gut 30 % führen, es würde also zusätzlich zu den bisherigen  Verlusten von bis zu 45 % die ursprünglich zugesagte Pension auf nur noch ein besseres Drittel reduziert- und von einer wirklichen Sicherheit dieser Restpension wäre trotzdem keine Rede! Pe|ka|be kann darauf nicht oft genug hinweisen!


Aus Anlass der Übergabe einer Petition an die Präsidentin des Nationalrates, Prammer, am 29.1.2010  hat Pekabe folgende  APA-Meldung heraus- gegeben:

Pensionskassenreform: Abgeordnete von vier Parteien übergeben Petition an
NR-Präsidentin Prammer

Abhilfe für Pensionskassen-Pensionsverluste von bis zu 45% gefordert 


Wien (OTS) - In den 1990er Jahren haben viele Unternehmen
vertraglich zugesicherte Firmenpensionen in Pensionskassen
ausgelagert. Dabei waren Pensionskassen und Unternehmen, aber auch
das genehmigende Finanzministerium davon ausgegangen, dass in alle
Zukunft alljährlich im Schnitt sieben bis acht Prozent Ertrag
erwirtschaftet werden könnten. Diese viel zu optimistischen Annahmen
sind durch die Finanzmarktentwicklung seit dem Jahr 2000 Lügen
gestraft worden. Da die Pensionskassen im Durchschnitt der letzten 10
Jahre nicht acht sondern nur rund zwei Prozent Ertrag
erwirtschafteten, mussten sie die Pensionen gegenüber den Zusagen um
bis zu 45 % kürzen.

Die Bundesregierung hat die falsch eingeschätzten, völlig
unzureichenden Erträge aus der Veranlagung der Pensionskassen als
wesentliche Ursache für diese massiven, unaufholbaren
Pensionskürzungen und die Krise in der "2. Säule" der Altersvorsorge
anerkannt. Sie hat aber offenkundig nicht vor, den Betroffenen auch
nur zu einem teilweisen Ausgleich ihrer Verluste zu verhelfen, und
dies trotz ihrer Mitverantwortung als genehmigende Behörde.

Daher werden heute der Konsumentensprecher der SPÖ, Mag. Johann
Maier und die SeniorensprecherInnen von ÖVP, FPÖ und BZÖ,
Mag.Gertrude Aubauer, Werner Neubauer und Ursula Haubner an Frau
NR-Präsidentin Prammer eine gemeinsame Petition an den Nationalrat
überreichen.

Diese Petition vertritt das Forderungsprogramm des Schutzverbandes
der Pensionskassenberechtigten - PE|KA|BE. Sie soll sicherstellen,
dass dem Pensionskassensystem wieder vertraut werden kann , die
Rechte der betroffenen rund 50.000 Pensionisten und von etwa 200.000
Pensionsanwärtern bei der geplanten Pensionskassenreform nicht unter
den Tisch gekehrt werden und die ansonsten unaufholbaren schweren
Verluste aus den letzten zehn Jahren zumindest teilweise ausgeglichen

werden.



Nachdem wir die Geheimniskrämerei mit dem Termin der Fachverbands-Pressekonferenz (haben die etwa Angst vor uns? Angst braucht nur zu haben, wer ein schlechtes Gewissen hat!) doch mit rechtzeitigen APA-Stellungnahmen durchkreuzen konnten, stellen wir erfreulicherweise fest, daß etliche Institutionen bei diesem Thema auf unserer Seite stehen, wie man den zahlreichen APA-Aussendungen entnehmen kann.

Wohlmuth: Pensionskassenreform "an Haupt und Gliedern" muss 2010 kommen

Dramatische Pensionsverluste trotz aktueller Performance nicht mehr aufholbar 


Wien (OTS/SK) - Die Pensionskassen erzielten zwar zuletzt positive
Ergebnisse - im Durchschnitt 9 Prozent Plus. Im Vergleich zur
ATX-Performance stellt sich dieser Ertrag ohnehin bescheiden dar. Die
Bezieher einer Pensionskassen-Pension haben aber sehr wenig davon:
sie bekommen magere 1 bis maximal 2 Prozent drauf. Und das nach
zuletzt vielen Jahren der Kürzungen, die in Summe bis zu 45 %
ausmachten und die nicht mehr aufholbar sind. Die derzeitige
Gesetzeslage limitiert die Kürzungen der Pensionen nach unten nicht,
die Steigerungen nach oben aber de facto schon.

"Die Jubelmeldungen über die Vorjahres-Performance der
Pensionskassen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Reform
des Pensionskassen-Gesetzes an Haupt und Gliedern unerlässlich ist",
erklärte heute Pensionistenverbands-Generalsekretär Andreas Wohlmuth.
"Die den Seniorenvertretern für Anfang des Jahres zugesagten
Verhandlungen müssen jetzt rasch aufgenommen werden, um ein
umfassendes und sorgfältiges Reformgesetz zu den Pensionskassen 2010
beschließen zu können", so Wohlmuth.

Die Kritik des Pensionistenverbandes richtet sich auch gegen die
Pensionskassen: "Die Pensionskassen haben es leicht. Die
Pensionskassen-Versicherten und Pensionskassen-Pensionisten haben es
hingegen schwer: es gibt für sie keine Garantien, keine Sicherheit,
keine Transparenz und keine Mitsprache, keine Wechselmöglichkeit. Das
alleinige Risiko tragen die rund 700.000 versicherten
ArbeitnehmerInnen und 65.000 Pensionskassen-Pensionisten allein, die
Pensionskassen selbst sind immer im Leo", kritisiert Wohlmuth.

Der Österreichische Seniorenrat - die im Range eines Sozialpartners
befindliche Interessensvertretung der Pensionisten - fordert konkret
für die bereits im Pension befindlichen Leistungsberechtigten:

* Ein Abfindungs-Steuermodell (bei Verbleib in der Pensionskasse)
oder Auszahlung der Deckungsrückstellung: jeweils mit steuerlicher
Begünstigung

* bei der Schwankungsrückstellung: Befreiung von der
Dotationsverpflichtung - wenn der vereinbarte Rechnungszinssatz nicht
erwirtschaftet wurde

* die Vertretung von Pensionskassen-Leistungsberechtigten in den
Aufsichtsräten von Pensionskassen

"Die Verantwortung liegt bei der Politik, die Misere des
Schüssel-Grasser-Pensionskassen-Gesetzes rasch zu beenden bzw. zu
ändern," so Wohlmuth, der auch eine Informations- und
Aufklärungskampagne bei der jüngeren Generation starten will: "Es
kann nicht sein, dass das staatliche Pensionssystem, das Jahr für
Jahr sicher, pünktlich und wertgesteigert die Pensionen auszahlt
permanent schlecht geredet wird, während die mit höchstem
Kürzungsrisiko ausgestatteten Betriebs- und Pivatpensionen als
'Allheilmittel' dargestellt werden", so Wohlmuth abschließend.

Rückfragehinweis:

Andreas Wohlmuth
Pensionistenverband Österreich
0664/48 36 138
Quelle: OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Veerantwortung des Aussenders


Um  die zu erwartenden Jubelmeldungen der Pensionskassen zu relativieren, hat Pekabe am 13.1.2010  folgende Pressemeldung über die APA veröffenlicht:

Pensionskassenpensionen: Nach Maxi-Kürzungen 2009 heuer bestenfalls Mini-Erhöhungen

Bisherige Verluste für Pensionisten unaufholbar

Das geltende Pensionskassen-Gesetz verbietet auch
nach Jahren mit höheren Veranlagungserträgen Pensionserhöhungen über
1-2 %. Schon dadurch ist es unmöglich, die schweren Verluste der
Vergangenheit jemals auszugleichen. Außerdem wären dazu
Ertragszuwächse im zweistelligen Prozentbereich über Jahrzehnte
notwendig, die wohl keiner der heute im Schnitt 70-jährigen
Pensionisten erleben wird. Das Veranlagungsgeschick der
Pensionskassen in den letzten zehn Jahren, in denen die
durchschnittliche Jahresperformance nicht einmal 3 % erreichte, hat
im Übrigen gezeigt, was die Pensionskassenpensionisten erwartet.

An diesem Befund ändert auch die Aussage der Pensionskassen
nichts, das Jahr 2009 habe gute Erträge gebracht. Es handelt sich
dabei - und auch nur zum Teil - gerade einmal um das Erreichen der
vertraglich zugesagten Ziele, um nicht mehr. Im Verhältnis zu den
bis zu 45%igen Pensionskürzungen seit 2000 leider nur ein Tropfen auf
den heißen Stein.

Das geltende Pensionskassengesetz sieht kein Sicherheitsnetz gegen
Verluste vor, Pensionskürzungen sind unbegrenzt möglich,
Pensionserhöhungen sind mit maximal 2 % limitiert. Die von der
Regierung vor einem Jahr zugesagte Pensionskassenreform steckt in
der Sackgasse, der völlig unzureichende erste Entwurf einer
Pensionskassengesetz-Novelle liegt seit einem halben Jahr auf Eis.
Für hunderttausende Pensionskassenberechtigte gibt es damit auch in
Zukunft keine finanzielle Sicherheit und keine Möglichkeit, die
Altersvorsorge zu planen, für die bereits geschädigten Pensionisten
ist überhaupt keine Hilfe vorgesehen.

Vor diesem Hintergrund gilt für die ewigen Schönfärbereien der
Pensionskassen und ihres Fachverbands der Satz des deutschen
Unternehmers Max Putzler: "Die halbe Wahrheit ist die gefährlichste
Lüge".


Auf die erste Jubelmeldung  einer Pensionskasse im Dezember 2009, der ÖPAG, dass die Firmenpensionen im nächsten Jahr voraussichtlich  nicht gekürzt werden hat der Pekabe folgende Stellungnahme  über dier APA veröffentlicht:

Pensionskassen für bis zu 45% Pensionskür- zungen mitverant- wortlich!

Kein Grund für Jubelmeldungen, wenn 2010 einmal nicht gekürzt wird 


Wien (OTS) - Die ÖPAG eröffnet den zu erwartenden Reigen der
Jubelmeldungen der Pensionskassen über die voraussichtliche
Performance per 31.12.2009. Hier wird versucht, die Eintagsfliege
2009 zu missbrauchen, um die Misserfolge der letzten zehn Jahre mit
unaufholbaren Verlusten der Pensionisten und
Anwartschaftsberechtigten bis 45 Prozent zu kaschieren und die
Dringlichkeit einer wirklichen Pensionskassenreform möglichst vom
Tisch zu fegen.

Tatsache ist, dass die absurden Versprechungen der Pensionskassen
Ende der Neunzigerjahre die Dienstgeber motiviert haben, sich ihrer
Firmenpensionsverpflichtungen mit Milliardenersparnis elegant zu
entledigen. Pensionskassenmanager versprachen damals
durchschnittliche Jahreserträge von 7-8 Prozent. Auf diesem
Kartenhaus wurden die Firmenpensionszusagen aufgebaut, indem man sie
von derartigen jährlichen Durchschnittserträgen in der Zukunft
abhängig machte. Darin besteht die "volkswirtschaftliche Dummheit und
Absurdität".

Von den Trümmern ihrer Altersversorgung frustrierte Pensionisten
haben die Verfassungswidrigkeit der derzeit nur auf geringfügige
Ausnahmen beschränkten Herausnahmemöglichkeit für das Kapital beim
VerfGH eingeklagt: wenn das "absurd" ist, wie Herr Zakostelsky meint,
welche Steigerung dieses Begriffs verdient dann die oben erläuterte
Vorgeschichte?

Rückfragehinweis:
Günter Braun
Mailto: pressesprecher@pekabe.at
Tel. 0699 - 111 58 699

Presseaussendung des Pekabe vom 22.9.2009:

Pensionskassengesetz: Sanierung - nicht Kosmetik ist gefordert!

Ein Stopp dem einseitigen Einfluss der Pensionskassenlobby

Eine Regierungsvorlage vom 27.7. hat die Novellierung des Pensionskassengesetzes im Sinne der im Finanzministerium angesiedelten Reformkommission in Aussicht gestellt. Leider werden in diesem Entwurf die Interessen der Leistungs- und Anwartschaftsberechtigten in keiner Weise berücksichtigt, vielmehr geht es offensichtlich nur um einen Weiterbestand des maroden Pensionskassensystems um jeden Preis!  Hinter den Kulissen gehen Gespräche zur Regierungsvorlage weiter, ohne dass bisher auch nur im Geringsten auf die Interessen der Berechtigten eingegangen wurde. Rund 50.000 Pensionisten und hunderttausende Anwartschaftsberechtigte, die auch überhöhten Rechnungszinsen ausgeliefert sind, werden offensichtlich mit unaufholbaren Kürzungen bis zu 45% ihrer Zusatzpensionen bzw. Pensionsanwartschaften kaltblütig im Regen stehen gelassen!

Die eingetretenen Verluste gegenüber den ursprünglichen vertraglich zugesicherten Pensionszusagen haben unrealistisch hoch angesetzte Rechnungszinsen verursacht, die das Finanzministerium genehmigt hatte. Daraus leiten wir eine eindeutige Verpflichtung des Bundes zur Sanierung im Sinne der Amtshaftung ab.

Daher fordert PE|KA|BE nach wie vor dringend die Abgeltung der bisherigen Verluste im Wege steuerlicher Begünstigungen – entsprechende Vorschläge wurden seitens des Seniorenrates in der Reformkommission vorgelegt, blieben aber bisher vom Finanzministerium völlig unberücksichtigt – und eine pensionsaufkommensneutrale Absenkung der überhöhten Rechnungszinsen auf ein realistisches Niveau. Wenn das System der 2.Säule in Österreich Zukunft haben soll, bleibt keine andere Wahl. Als letzter Ausweg bleibt nur mehr die – natürlich steuerbegünstigte! – Herausgabe des noch vorhandenen Kapitals, solange es nicht endgültig durch unzureichende Veranlagungen und Spesenbelastungen von Seiten der Pensionskassen und der dahinterstehenden Banken weiterhin bis auf Null reduziert wird. Um dafür die gesetzliche Voraussetzung zu schaffen, hat Pe|ka|be am Freitag, 18.9., im Nationalrat eine Bürgerinitiative mit 2.200 Unterschriften eingebracht, damit 1/3 der Abgeordneten einen Antrag beim VerfGH auf Prüfung der Verfassungsmäßigkeit des §1 PKG stellt, der die Kapitalherausgabe verhindert. Durch Zusagen der Opposition, aber auch einzelner Abgeordneter der Regierungsparteien ist dieses Drittel bereits gesichert.

Rückfragehinweis: Günter Braun, Pressesprecher des Pe|ka|be
Mailto: pressesprecher@pekabe.at  Tel. 0699 – 111 58 699


Am  31.7.2009 veröffentlichen die Vorarlberger Nachrichten einen Artikel, in dem Redakteur Horwitz unter  dem Titel "Gut bezahlt  und ahnungslos"  in tendenziöser Weise über die Geschädigten herzieht  und die Qualifikation  der Betroffenen in Frage stellt (bestqualifizierte und gut bezahlte Bankmanager, Finanzexperten oder Abteilungsleiter großer Betriebe)
weil sie seinerzeit einer Pensionskassenlösung zugestimmt hätten obwohl sie natürlich die Problematik erkannt haben müßten. Günter Braun hat über die APA folgende Stellungnahme abgegeben:

Die Betroffenen sind also selbst schuld?

Vorarlberger Nachrichten (VN) gehen einseitiger Meinungsmache auf den Leim

Der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten hat keine Funktionäre sondern ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, die aus den derzeit 24 Mitgliedsvereinen aus allen Branchen kommen und in ihrer Freizeit für die Rechte der 550.000 Pensionskassenberechtigten eintreten. Sie sind natürlich teilweise ehemalige Leistungsträger unserer Gesellschaft, denn die schwierige Materie und die wahren Hintergründe des Pensionskassenwesens erfordern doch recht anspruchsvolle Qualifikationen. Sie jammern auch nicht zum Steinerweichen, wie die VN in ihrer Aussendung so humorvoll schreiben, sondern sie bemühen sich, dem Unrecht, das hunderttausenden ÖsterreicherInnen widerfahren ist, wenigstens zu einer teilweisen Korrektur zu verhelfen.

Natürlich wurden wir von unseren früheren Arbeitgebern übervorteilt, denn Verluste von bis zu 45% der Zusatzpensionen, Ansprüche, die in jahrzehntelange angesparten thesaurierten Lohnbestandteilen erwirtschaftet wurden, sind keine Kleinigkeit!

Das Argument der VN, es handle sich nur um Manager etc. ist absolut unrichtig und soll offenbar unsere legitimen Anliegen der Neidgesellschaft zum Fraß vorwerfen! Wahr ist vielmehr, dass die Durchschnittszusatzpension, die von Pensionskassen bezogen wird, nach den bisher erlittenen Kürzungen inzwischen wohl nur mehr bei geschätzten 200,- Euro liegen dürfte.

      Nicht wir Betroffenen sind schuld am missglückten System der österreichischen 2.Säule der Pensionssicherung, wir hatten auch keine Möglichkeit, gegen die Übertragung unserer wohlerworbenen Rechte vom betriebsinternen leistungsorientierten System in ein beitragsorientiertes Pensionskassensystem einzuschreiten, da die Betriebsräte über unsere Köpfe hinweg mit den Dienstgebern und den Pensionskassen einen „Vertrag zuungunsten Dritter“ abgeschlossen haben. Die Schuldigen sind

        1. die Dienstgeber, die sich so auf unsere Kosten Milliardenbeträge           erspart haben, denn sie haben unsere thesaurierten Lohnbestandteile   um bis zu 7,5% versicherungsmathematisch abgezinst und so etwa       nur 40% der uns zustehenden Beträge in die Pensionskassen                   übertragen.

        2. sind die Pensionskassen schuld, die Nettojahreserträge von bis zu   7,5% versprochen und teilweise sogar in sogenannten Zertifikaten          „garantiert“ hatten, Zertifikate, von denen sie jetzt allerdings nichts       mehr wissen wollen! Hier wurde vorsätzlich getäuscht, indem man           beitragsorientierte PK-Pensionen als scheinbar leistungsorientierte       dargestellt hat. (VBV, vormals BVP, gegenüber den Erste                           Bank-Mitarbeitern).

        3. aber ist der Staat schuld an dem Debakel, denn er hat die                       unrealistischen Rechnungszinsen abgesegnet und so eine halbe           Million Österreicher geschädigt. Dass dort keine Manager,                           Abteilungsleiter und Finanzexperten vorhanden waren, die rechtzeitig   Einhalt geboten hätten, stört die VN offenbar nicht! Schon einmal               etwas von Amtshaftung gehört?

Dienstgeber, Pensionskassen aber natürlich auch der Staat sind daher für einen wenigstens teilweisen Ausgleich der Verluste der betrogenen Pensionisten und Pensionsanwärter durchaus legitimerweise zur Kasse zu bitten. Der Steuerzahler muss doch laufend für Dinge herhalten, die ebenfalls von der Politik versaut wurden – AUA, Skylink, Bundesfinanzierungsagentur etc. etc.  – für die paar hunderttausend Wähler und Pensionskassenopfer sollte kein Geld lockerzumachen sein?

Pekabe dankt jedenfalls den Präsidenten des Seniorenrats, Khol und Blecha, für ihre engagierte Schützenhilfe und freut sich, dass nun auch AK und ÖGB (laut APA-Meldungen der letzten Tage) auf diese Linie einschwenken.

Zum Abschluss noch die sachliche Richtigstellung einer dauernden Behauptung des Fachverbands der Pensionskassen, der die Redaktion der VN offenbar auch aufgesessen ist: die 5,7%, die angeblich seit 1991 im Jahresdurchschnitt von den Pensionskassen erwirtschaftet wurden, sind falsch, da die guten Ergebnisse in den Neunzigerjahren mit ganz geringen Kapitalständen erzielt wurden, während die großen Firmenübertragungen erst Ende der Neunzigerjahre stattgefunden haben und so – problemverschärfend! – in einer Börsenhausse veranlagt und den Börsenbaissen des 21. Jahrhunderts voll ausgeliefert wurden. Kapitalgewichtet haben die Pensionskassen seit 2000 nicht einmal 2% im Jahresschnitt erwirtschaftet!

Rückfragehinweis:

Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe – Schutzverband der Pensionskassenberechtigten

Mailto: pressesprecher@pekabe.at  Tel. 0699 – 111 58 699


Auch unser Vorstandsmitglied Dr. Max Arbesser hat an den Verfasser nachstendes Mail gesandt:

Sehr geehrter Herr Dkfm. Horwitz,

Ihr öffentlicher Kommentar, von dem ich soeben erfahren habe, ist für einen qualifizierten und ausgewiesenen Fachmann in oeconomicis mehr als erstaunlich.

Der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, Pekabe, spricht für zehntausende Betroffene des Pensionskassensystems. Dieses System ist staatlich gewollt und ist Teil der Altersvorsorge von zurzeit mehr als ½ Million Österreicher. Warum es diese Lösung gibt, werden Sie wohl wissen: Da das gestresste ASVG-System eine Ergänzung erforderte, die für alle Kategorien von Einkommensempfängern gelten sollte und gilt.

Pekabe ist ein Selbsthilfeverein, der versucht, die Verantwortlichen - Staat, Unternehmen, Sozialpartner - auf das Debakel der kapitalgedeckten Altersvorsorge aus beitragsorientierten Pensionskassenverträgen hinzuweisen. Aus den ehrenamtlichen Sprachrohren dieser Organisation ehemals „gut bezahlte, heute ahnungslose jammernde Funktionäre“ zu machen, ist eine billige journalistische Entgleisung.

Die Übertragungen der Pensionsansprüche in die Pensionskassen, vor allem gegen Ende der 90er-Jahre, erfolgten ohne Mitwirkung der heute Geschädigten und gingen in aller Regel auf die Initiative der Unternehmensvorstände zurück. Es gab nach unserem Wissensstand kein namhaftes Unternehmen , das nicht in einschlägigen von den Pensionskassen und den von diesen beigezogenen „Experten“ erstellten Informationen die Stabilität und Sicherheit des Systems durch besondere staatliche Aufsicht und insbes. durch großzügige Rückstellungen vermarktet hätte. Nahezu 100 % der Pensionskassenberechtigten wurden durch ihre Betriebsräte in Betriebsvereinbarungen in die Pensionskassenpension übertragen.

Sie werden mit mir einer Meinung sein, dass zum Beispiel die Kulturlady einer Bank, der Werkmeister eines technischen Unternehmens, der Warendisponent einer EDV-Firma oder die Sekretärin eines Abteilungsleiters in einem Großhandelsunternehmen nicht in der Lage sind, Fragen des gescheiterten Pensionskassensystems in die Öffentlichkeit zu tragen, Vorschläge zu einer Reparatur zu machen und an geeigneter Stelle des Landes wirksame Interessenvertretung zu versuchen. Es müssen sich dazu Damen und Herren bereitfinden, die aus ihrem beruflichen Hintergrund für diese äußerst komplexe Materie noch einigermaßen legitimiert sind und sich trotz fortgeschrittenen Alters imstande fühlen, die Problematik offenzulegen. In diesen entdecken Sie offenbar die „jammernden Funktionäre“.

Die wichtigste Adresse unserer Bemühungen sind die Medien, Print ebenso wie elektronische. Daher meine große Enttäuschung, dass so wesentliche Stimmen wie Sie eine offensichtlich personenbezogene Breitseite einer fairen Diskussion vorziehen. Ich möchte Sie auch darauf aufmerksam machen, dass für den größeren Teil der Übertragungen nicht die von den Pensionskassen ständig und nun auch Ihnen  verzerrend angeführten 5,7 % Ertrag gelten, sondern die ab Übertragung relevanten Erträge zwischen 2,5 % und 0 % p.a. liegen: Ein drastischer Beweis für die fehlende Qualifizierung des Vermögensmangements in den Pensionskassen. Dies, ebenso wie die von uns tatsächlich in Diskussion gebrachten Vorschläge zu einer Teilsanierung hätten Ihnen bei sorgfältiger Recherche in der Sache und nicht in Personen nicht entgehen dürfen.

Falls Sie dennoch an einer sachlichen Diskussion interessiert sind - Sie mögen wissen, dass mein Langzeitgedächtnis Sie immer noch auf der Habenseite gebucht hat -, würde ich einer solchen Einladung nachkommen.

Mit besten Grüßen

M. Arbesser


Auf die am 28.Juli 2009 nach dem Ministerrat veröffentlichten "Ergebnisse" der Reformkommission hat Pekabe folgende Stellungnahme über die APA veröffentlicht:

Pseudosanierung des Pensionskassen- systems

Eine halbe Million Österreicher stehen vor den Trümmern ihrer Altersvorsorge. Der heutige Ministerrat hat eine Reform des Pensionskassensystems angekündigt, die die Leidtragenden dieses gescheiterten Systems, Aktive ebenso wie Pensionisten, mit ihren Verlusten im Regen stehen lässt.
 
Die Reformkommission der Regierung, die Ende Jänner 2009 eingesetzt worden war, hat die Pensionisten von heute und die Pensionskassen-Pensionsanwärter der kommenden Jahre kalt fallen gelassen. Unsere Hoffnungen, dass Sofortmaßnahmen gegen die massiven Pensionskürzungen um bis zu 25 % allein in diesem Jahr und zur Abfederung der Verluste der Vergangenheit gesetzt würden, wurden nicht erfüllt.

Als Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (PeKaBe) konstatieren wir somit:

â–º Hunderttausende Leistungsträger der Wirtschaft haben bisher im Pensions-kassensystem Kapital- und Pensionsverluste von bis zu 45 % erlitten. Sie haben auch in Zukunft keine Chance, diese Verluste aufzuholen. 

â–º Die Pensionskassen muten den Leistungsberechtigten kaltschnäuzig diese exorbitanten Kürzungen zu, ohne eine Abfederung der Verluste zustande zu bringen. Vielmehr setzen sie ihre fatale Veranlagungsstrategie weiter fort, die auch ohne Finanzkrise bereits zu sinkenden Pensionsauszahlungen geführt hat.

â–º Der im Vorhabensbericht der Regierung angesprochene und von den Pensionskassen vorgeschlagene Wechsel in Veranlagungen mit weniger Ertrag, dafür mit geringerem Risiko, würde die schwer geschädigten Pensionskassen-berechtigten noch einmal bis zu 30 % ihrer bereits massiv gekürzten Pensionen kosten, was endgültig einer Bankrotterklärung des Systems gleichkommt.

Im Forderungskatalog des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten (PeKaBe), den wir der Regierungsspitze gemeinsam mit den 6000 Unterstützungsunterschriften im Jänner überbracht haben, und im Papier des Seniorenrates sind wirkungsvolle Sanierungsvorschläge für die akuten Notstände enthalten. Sie blieben unberücksichtigt. Ohne Hilfe von Seite der Reformkommission und der Regierung haben wir keine andere Wahl, als die Auszahlung des verbliebenen Deckungskapitals mit maximaler Steuer-begünstigung zu fordern. Um diese zu erreichen, haben Ende Mai dieses Jahres 2600 geschädigte Pensionisten eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingebracht.

Wir wenden uns daher heute noch einmal mit der Forderung an die Regierung, den Hunderttausenden von hohen Verlusten betroffenen Österreichern,  denen im Pensionskassensystem unter Aufsicht des Staates das Kapitalmarktrisiko aufgezwungen wurde, eine stabile Altersvorsorge zu sichern.

Wien, 28. Juli 2009

Rückfragehinweis: Günter Braun, Pressesprecher des PE|KA|BE

Mailto: pressesprecher@pekabe.at Tel. 0699 – 111 58 699


Am 3. Juli 2009  veröffentlichte Der Standard  einen Artikel von Josef Broukal - daraufhin gab es nach einer Schrecksekunde am 10. Juli eine Replik von Prof. Wolfgang Mazal, am 13. Juli einen Kommentar von unserem Pressesprecher, Günter Braun, unter dem Titel "Die Großen waren gierig, die Kleinen zahlen die Zeche" und letztlich einen Kommentar von Dr. Anton Schwarz, einem Lektor für Controlling und Strategisches Management an der WU Wien vom 15.Juli.  Finden Sie nachfolgend die vier Artikel:
Abgespeist und ausgespuckt
Das von der Republik gezimmerte Pensions- kassensystem treibt dessen "Nutznießer" in die Enteignung

Von Josef Broukal


Einzigartiges spielt sich ab im Rechts- und Sozialstaat Österreich. Ein halbes Hunderttausend Pensionisten muss zusehen, wie ihre in Pensionskassen ausgelagerten Betriebspensionen dahinschmelzen wie Butter an der Sonne. Die Republik wäscht ihre Hände in Unschuld. Dabei hat der Nationalrat die Pensionskassen geschaffen und das Finanzministerium und die FMA haben sie genehmigt und laufend "überwacht" .

Bei den meisten Pensionskassen findet derzeit eine Enteignung der Pensionisten statt. Die Pensionen sind seit dem Jahr 2000 um bis zu 45 Prozent gekürzt worden. Keine Pensionskasse behauptet, diesen Rückstand je wieder aufholen zu können. Ganz Im Gegenteil: Man teilt den Pensionisten mit, sie würden auch in Zukunft mit Kürzungen rechnen müssen.

Als Österreichs Großbetriebe Ende der 1990er Jahre ihre Pensionsversprechen an Pensionskassen auslagerten, klang das alles noch anders. Die Fata Morgana der "New Economy" sorgte für rapide steigende Börsenkurse, und in ihrem Schatten kletterten auch die Börsenkurse der Realwirtschaft in lichte Höhen. Warum sollte das nicht ad infinitum so weitergehen? Pensionskassen und Arbeitgeber hatten einen guten Grund, das den Betriebsräten einzureden: Je höher die angenommene Rendite, desto geringer konnte das Pensionskapital sein, dass die Unternehmen einzahlen und die Pensionskassen verlangen mussten. Mitte bis Ende der Neunziger Jahre wurden durchschnittliche Renditen von acht, neun und zehn Prozent versprochen - und von den Betriebsräten geglaubt und paktiert...

Das Finanzministerium begutachtete und genehmigte als Aufsichtsbehörde jeden einzelnen Pensionskassenvertrag und Geschäftsplan. Auch dort hielt man es für möglich, dass vorsichtig anzulegendes Pensionsgeld Jahr für Jahr acht, neun und zehn Prozent Ertrag bringen kann. Und zwar nach den im Pensionskassengesetz definierten Kriterien: Ertragsannahmen sind demnach "mit der gebotenen Vorsicht zu wählen" , "nach einem hinreichend vorsichtigen versicherungsmathematischen Verfahren" und mit "angemessenen Sicherheitsabschlägen" . Wir aber wissen heute, dass risikoarme Erträge von acht, neun, zehn Prozent illusorisch sind und waren. Das von der Republik gezimmerte Pensionskassengebäude ist in sich zusammengestürzt. Wie aber reagiert die Republik darauf? Nimmt sie ihre Verantwortung wahr? Sie nimmt nicht.

Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Kassenpensionisten sind schon viele gemacht worden:

1.) Nachschüsse durch Unternehmen, die sich zu billig von Betriebspensionsversprechen freigekauft haben. ÖVP und Wirtschaftskammer: "Njet" .

2.) Nachschüsse durch Banken und Versicherungen, die die Pensionskassen mit so jämmerlichem Nicht-Erfolg betreiben. Wirtschaftskammer: "Njet" .


3.) Steuerliche Begünstigung der noch vorhandenden Pensionsauszahlungen als Wiedergutmachung für den Schaden, den die Republik verursacht hat. Bei Betrieben ist eine solche Nachsicht möglich, warum also nicht auch bei Pensionisten? Auch dazu sagt das Finanzministerium bisher "Njet" .

4.) Übertrag der noch nicht abgeschmolzenen Reste des Pensionskapitals an die gesetzliche Pensionsversicherung. Dort kostenlose Verwaltung und sicherste Anlage in einem eigenen, vom Steuerzahler nicht subventionierten Rechnungskreis. ÖVP: "Njet" .

5.) Steuerbegünstigte Auszahlung noch vorhandener Reste des Pensionskapitals an die Pensionsberechtigten zur freien Verfügung, allenfalls mit versicherungsmathematisch gerechtfertigten Abschlägen. SPÖ und ÖVP: "Njet" .

Perfid ist, dass die Republik dafür gesorgt hat, dass sie wegen ihrer inferioren Performance als Aufsicht über die Kassenpensionen nicht vor Gericht gezogen werden kann. Hier dreht das Pensionskassengesetz dem einzelnen Pensionisten eine lange Nase. Eine Einsichtnahme in die Urkunden zur Genehmigung der Pensionskassen, in die Jahresberichte der Staatskommissäre und Wirtschaftsprüfer und in die Veranlagungsstrategie der Kassen ist im Gesetz nicht vorgesehen. Mangels konkreter Informationen kann daher kein Pensionist Republik und Kassen klagen - denn was sollte er denn einklagen?

Die Verweigerung jedweder Information über die staatliche Genehmigung absurd hoher Gewinnerwartungen und die Verweigerung der Herausgabe von Informationen zu Veranlagungen und Erträgen ist ein weiterer Skandal im Zusammenhang mit den Pensionskassen. Ein rechtlicher Skandal und ein judizieller. Denn auch die Gerichte sehen keinen Grund dafür, dass Menschen, deren Pensionen auf fast die Hälfte zusammengestrichen wurden, wissen dürfen, wer diese wunderbare Geldverminderung erfunden, paktiert, betrieben und zu verantworten hat. Die Höchstgerichte und die FMA verweigern klagenden Pensionisten eine Einsicht über die restriktiven Vorschriften des Pensionskassengesetzes hinaus.

Man wird sehen, ob Regierung und Nationalrat diesem Skandal ein Ende bereiten. Oder der Verfassungsgerichtshof: Der Wiener Rechtsanwalt Alfred Noll kämpft im Namen von 2600 Pensionskassenberechtigten darum, dass einzelne Bestimmungen des Pensionskassengesetzes als verfassungswidrig erkannt und aufgehoben werden. Hat er Erfolg, dann bestünde ein juristischer Aufhänger, um die Republik Österreich direkt auf Schadenersatz zu klagen...

Nachdem in der Politik weithin üblichen zynischen Kalkül haben die Pensionskassen-Pensionisten einfach das Pech der kleinen Zahl. 50.000 Menschen sind zwei Nationalratsmandate, und was wiegt das schon bei 183? Anders sieht die Sache aus, wenn man jene 500.000 Wähler/innen dazuzählt, die jetzt noch für eine Pensionskassen-Pension ansparen, aber heute schon sehr sicher sein können, dass diese die versprochene Höhe nie erreichen wird. Muss erst die FPÖ sich ihrer annehmen, damit SPÖ und ÖVP ihren Widerwillen gegen eine Wiedergutmachung aufgeben? (Josef Broukal/DER STANDARD-Printausgabe, 3. Juli 2009)

Zur Person:
Josef Broukal war bis Juli 2008 Wissenschaftssprecher und Stv. Klubobmann der SPÖ.

Quelle: Der Standard

Gutgläubig oder gierig?

Von falschen Erwartungen und unnötigen Panikreaktionen: eine Replik auf Josef Broukals Abrechnung mit der "perfiden" Haltung der Regierungskoalition

Wir wurden betrogen!" - so der Tenor von Josef Broukals Kommentar zu den Pensionskürzungen bei den Pensionskassen. Aber: Wer hat geglaubt, dass die an den Finanzmärkten angelegten Firmenpensionen jedes Jahr acht Prozent Ertrag bringen können? Das waren in den 90er-Jahren alle: Sozialpartner, Finanzbehörden, Analysten und Berater, Pensionskassen und selbstverständlich auch Arbeitgeber, Betriebsräte und Arbeitnehmer.

Übrigens: Die meisten jener, die heute Pensionskürzungen beklagen, waren damals zweifellos gut informiert: Entscheidungsträger haben nicht nur zugestimmt, sondern oft auch gebeten, dass ihre Firmenpensionen in Pensionskassen übertragen und das Kapital veranlagt wird; in der sicheren Erwartung auf mehr Ertrag. Dass gerade diese Personen nichts von den Schwankungen an den Kapitalmärkten gewusst haben könnten, ist unwahrscheinlich. Tatsache ist, dass viele zu gutgläubig - oder zu gierig? - waren: Durch die hohe Ertragserwartung haben sich Arbeitgeber viel erspart, weil sie geringere Beiträge leisten mussten; Manager wollten den Kapitalmarkt nutzen, um für sich höhere Leistungen zu erhalten; Pensionskassen haben sich das große Geschäft erhofft. Dass mit diesen Chancen auch Risiken verbunden sind, wussten damals alle, haben aber darauf vertraut, dass diese Risiken nicht schlagend werden. Die letzten Monate zeigten die raue Realität.

Das System nicht kaputtreden

Was aber soll die Konsequenz daraus sein? Die von Josef Broukal geforderte De-facto-Abschaffung der Pensionskassen ist es meines Erachtens nicht: Pensionskassen sind ein seit vielen Jahrzehnten weltweit etabliertes System, das gute Erträge bringen kann, wenn a) die Kapitalmärkte nicht überschätzt werden, b) Instrumente gegen Schwankungen der Kapitalmärkte eingebaut werden, und c) die Erträge langfristig thesauriert werden können. All dies wurde in Österreich aber vielfach ignoriert:

  • Der Gesetzgeber hat im Einklang mit den Sozialpartnern einen aus heutiger Sicht zu hohen Rechnungszinssatz vorgeschrieben;
  •  Schwankungsrückstellungen wurden vielfach zu gering dotiert, um höhere Leistungen darstellen zu können;
  • Betriebspensionszusagen wurden wenige Jahre vor der Pensionierung in Pensionskassen ausgelagert, sodass Kapitalerträge nicht langfristig wachsen konnten.

Gerade in Österreich sind jedoch Firmenpensionen sinnvoll, weil die Menschen hohe Erwartungen an das staatliche Pensionssystem haben, die Gesellschaft aber nicht bereit ist, die Arbeitswelt so zu gestalten, dass die Menschen zur Erreichung höherer Pensionen länger im Erwerbsprozess verbleiben. Dadurch tritt eine Lücke zwischen den Erwartungen an die gesetzliche Pension und der tatsächlichen Pensionshöhe auf, die durch kapitalgedeckte Pensionen geschlossen werden könnte. Dabei einzig auf das Sparbuch zu setzen und auf die Renditen der Finanzmärkte zu verzichten, wäre aus kaufmännischer Sicht falsch.

Wenn Kapitalmärkte heute nicht mehr so funktionieren wie man es viele Jahre erwartet hat, dann müssen wir das System eben reformieren und an die neuen Gegebenheiten anpassen. Und genau das passiert derzeit, indem unter anderem die Sozialpartner ein Reformprogramm ausgearbeitet haben, um die Zukunft der Firmenpensionen zu sichern. Der Staat sollte dabei aber nur dann Ansprechpartner für Nachbesserungen sein, wenn es die Budgetlage zulässt, was derzeit nicht der Fall ist.

2008 war an den Finanzmärkten ein Katastrophenjahr, das auch an den heimischen Pensionskassen nicht spurlos vorübergehen konnte. Doch deswegen das Geld jetzt unter den Kopfpolster zu legen, würde die jahrzehntelang positive Entwicklung der Kapitalmärkte ignorieren.
Den Experten vertrauen

Ich verstehe, wenn sich die 500.000 Arbeitnehmer mit Firmenpensionsanspruch von den Entwicklungen hart getroffen fühlen; ich bin jedoch der Meinung, dass diese Menschen keine Panikreaktionen brauchen. Sie brauchen vielmehr Gewissheit, dass die Experten in den Pensionskassen, den Sozialpartnern und in den Finanzbehörden aus der Finanzkrise die richtigen Schlüsse ziehen und das ihnen anvertraute Geld bestmöglich veranlagen - die Politik soll dafür realistische und langfristig stabile Rahmenbedingungen schaffen. Im betrieblichen wie im gesetzlichen Pensionssystem rächt es sich, wenn man kurzfristig populistische Maßnahmen setzt! (Wolfgang Mazal, DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2009)

Zur Person: Professor für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Wien.

Quelle: Der Standard

Pekabelogo
Die Großen waren gierig, die Kleinen zahlen die Zeche

Ein Zurechtrücken der "falschen Erwartungen" an die Auslieferung von Firmenpensionen an die Logik des Kapitalmarkts, als Replik auf Wolfgang Mazal ("Gutgläubig oder gierig?" Standard, 10. 7.)

Wer hat geglaubt, dass die an den Finanzmärkten angelegten Firmenpensionen jedes Jahr acht Prozent Ertrag bringen können, fragt Professor Mazal in seinem Kommentar vom 10. Juli. Von den Entscheidungsträgern wahrscheinlich niemand (wo blieb eigentlich damals seine mahnende Stimme?), aber die Firmen, die ihre Pensionslasten möglichst günstig auslagern, und die Pensionskassen, die das Geschäft mit den großen Kapitalübertragungen machen wollten, wollten es glauben: aus Gier und nicht gutgläubig - völlig richtig. Die betroffenen Pensionisten und Anspruchsberechtigten zumindest der nächsten zehn bis 15 Jahre aber in diese "gierige Gesellschaft" einzubeziehen ist eine perfide Verdrehung der Tatsachen.

Hier wird das Klischee von den Privilegierten, das in weiten Bevölkerungskreisen mangels Sachwissens kursiert, von berufener Seite missbräuchlich benutzt, um Meinung zu "machen". Prof. Mazal spricht von Managern, die gehofft hätten, via Kapitalmarkt zu (noch) höheren Leistungen zu kommen. Tatsache ist, dass es sich Manager richten konnten, in den alten Systemen zu bleiben, also de facto weiterhin eine leistungsorientierte Pension zu beziehen anstelle der beitragsorientierten, schwindsüchtigen Kassenpension. Wer es sich aber nicht richten konnte, das sind die hunderttausenden Landsleute, deren Zusatzpension(sanspruch) im Schnitt bei etwa 300 Euro monatlich liegt - und diese Durchschnittspension ist wegen des unzulänglichen und in grob fahrlässiger Weise benutzten österreichischen Pensionskassensystems inzwischen auf rund die Hälfte zusammengeschmolzen.

Arbeitgeber und Betriebsräte haben seinerzeit über die Köpfe der Betroffenen hinweg "Verträge zugunsten Dritter" mit den Pensionskassen abgeschlossen, die sich längst als "Verträge zuungunsten der Betroffenen" erwiesen haben.

"Das System nicht kaputtreden"? - Niemand redet das System an sich kaputt. Aber es wurden, wie Prof. Mazal richtig schreibt, die wesentlichen und negativen Parameter des "österreichischen Wegs" ignoriert. Die Verantwortlichen sind die übertragenden Firmen, die Pensionskassen und der Staat, der den Missbrauch des Systems stillschweigend geduldet und durch seine Gesetzesnovelle 2003 noch maximiert hat. Die unschuldigen Opfer dieser Handlungsweisen sind jene hunderttausenden Leistungs- und Anwartschaftsberechtigten, die - und das muss einmal deutlich gesagt werden, bevor es wieder zu spät ist - auch nach der nunmehr im Gespräch befindlichen "Reform" auf der Strecke bleiben werden. Denn auch die derzeit diskutierten Reformvorschläge werden nur jenen Sanierung bringen, die noch möglichst lang den Cost-Average-Effekt nutzen können, das Um und Auf eines funktionierenden Pensionskassensystems also, dass bei laufenden monatlichen Beiträgen ein Mix aus Kursgewinnen und -verlusten langfristig zu einem durchschnittlich besseren Ertrag führt.

Dieser Effekt konnte den zwangsweise mit Einmaltransfer übertragenen Pensionskassenberechtigten natürlich nicht zugute kommen, und man war aber auch nicht willens, ihnen das in ausreichender Form auszugleichen. Und deshalb ist die Forderung nach Firmennachschüssen und vor allem staatlichem Steuerentgegenkommen nur recht und billig!

Der Staat als Ansprechpartner käme nur infrage, "wenn es die Budgetlage zulässt"? Im Vergleich zu den akuten Belastungen der Budgetlage, die man ohne Wimpernzucken in Kauf nimmt - Stichwort: Bankenmilliarden -, nehmen sich die eventuellen Nachschüsse für die Opfer unseres Pensionskassensystems wie Sandkörner in der Wüste aus. Umso unverständlicher ist es, dass in der Reformdebatte konstruktive Vorschläge (wie das Pauschalsteuersystem des Seniorenrats), die sogar temporär einen konjunkturell sinnvollen Steuermehrertrag ermöglichen, bisher glatt abgelehnt wurden. Dazu schweigt der Herr Professor. (Günter Braun, DER STANDARD, Printausgabe, 13.7.2009)

Zur Person

Günter Braun ist Sprecher des Schutzverbands der Pensionskassenberechtigten (Pekabe).

 Originalartikel

Quelle: Der Standard

Am 15.7.2009 veröffentlichte DER STANDARD  einen weiteren Artikel  zu den Ausführungen von Prof. Mazal vom 10.7.2009 :


Pensionskassen im Tiefflug: Nur keine Panik?


Kleiner historischer Abriss zur Risikoverteilung bei der betrieblichen Altersvorsorge und deren gesetzlicher "Absicherung", in Fortführung der Kontroverse zwischen Josef Broukal und Wolfgang Mazal - Von Anton Schwarz


Bis in die 90er-Jahre war in größeren österreichischen Unternehmen eine Pensionszusage (meisten bis zu 80 Prozent vom Letztgehalt, valorisiert um die KV-Erhöhungen) ein Gehaltsbestandteil. In den betroffenen Unternehmen wurden dafür entsprechende Pensionsrückstellungen gebildet. Ein Grundgedanke bei der Gründung von Pensionskassen für die betriebliche Altersvorsorge war die Auslagerung dieser betrieblichen Altersvorsorge von den Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine derartige Pensionszusage gemacht hatten, auf einen Dritten.

Für die Arbeitgeber hatte die Auslagerung der Pensionszusagen in die Pensionskassen einen doppelten Vorteil: das Valorisierungsrisiko ging - auch mangels Nachschusspflicht - auf die Arbeitnehmer über und durch die überzogenen Ertragserwartungen bei Übertragung der Kapitalien auf die Pensionskasse konnten die Pensionsrückstellungen ertragserhöhend aufgelöst werden, da nur ein Teil in die Pensionskassen übertragen wurde.

Von Arbeitnehmerseite her gesehen waren die Vorteile schon geringer. Die Ausgliederung der Pensionszusage in ein Sondervermögen garantierte zwar im Falle der Insolvenz oder bei schweren Unternehmenskrisen einen Pensionsbezug. Dieser Gedanke - und nicht die von Wolfgang Mazal in seiner Replik behauptete "Gier" (Der Standard, 10. 7.) - stand im Vordergrund der Überlegungen, insbesondere in Verbindung mit negativen Erfahrungen, die während der Krise der verstaatlichten Betriebe in den 1980er-Jahren gemacht werden mussten. Erkauft wurde diese Sicherheit mit dem Risiko, dass die garantierte Valorisierung dadurch verlorenging. Was allerdings über den Weg der Mindestertragsbestimmungen etwas abgemildert wurde. Der Risikoübergang von den Arbeitgebern auf die Arbeitnehmer war daher von vorne herein von einer Schieflage zulasten der Arbeitnehmer geprägt, insbesondere da das System von Anfang an von immanenten Fehlern geprägt war, die Mazal auch eindrücklich beschreibt.

Durch die Verwässerung der Mindestertragsgarantie durch die PKG-Novelle 2003 wurde das Risiko letztendlich ausschließlich auf die leistungsberechtigten Arbeitnehmer abgewälzt. Diese haben aber ex lege keinerlei Einfluss auf die Gebarung der Pensionskassen, das heißt, sie müssen der Vernichtung ihres Kapitals chancenlos zusehen. Dass sie bei 45-prozentigen Pensionsreduzierungen nicht in Panik verfallen sollen, kann ihnen nur einer empfehlen, der selbst nicht davon betroffen ist.

Auf die Veranlagungsfehler der Pensionskassenfunktionäre und die Erträge der Aktionäre der Pensionskassen als Depotbanken (und ihrer Fondsgesellschaften) kann hier nicht näher eingegangen werden. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre muss sich jeder Pensionskassenleistungsberechtigte, der die ihm ursprünglich gemachte Zusagen mit den mageren De-facto-Ergebnissen vergleicht, aber geradezu verhöhnt vorkommen, wenn Wolfgang Mazal davon spricht, dass die Menschen "Gewissheit brauchen, dass die Experten in den Pensionskassen ... das ihnen anvertraute Geld bestmöglich veranlagen".

Im Gegensatz zu den Mazal'schen Gemeinplätzen fordert Josef Broukal, dass bei der Erarbeitung eines Reformprogramms durch die Sozialpartner die Schuldigen bzw. die Nutznießer an der Misere der leistungsberechtigten Pensionisten nicht einfach aus ihrer Verantwortung entlassen werden. - Es ist in der Tat nur recht und billig, dass die Verluste, die der Staat durch eine mangelhafte Gesetzgebung und die Arbeitgeberseite durch eine Minderdotierung herbeigeführt haben, von diesen auch entsprechend den konkreten von Broukal und der Interessenvertretung Pekabe gemachten Vorschläge (Der Standard , 13. 7.) - zumindest teilweise - ausgeglichen werden. (Anton Schwarz, DER STANDARD, Printausgabe, 15.7.2009)

Zur Person

Anton Schwarz war in den 1980er-Jahren Betriebsrat in einem Unternehmen der damaligen "Verstaatlichten Industrie" und Lektor für Controlling und Strategisches Management an der WU Wien.

Quelle: DER STANDARD


Auf die Aussage  der VBV Pensionskasse, der Staat möge einen Teil der Pensionskassen-Ausfälle, die durch Herabsertzung der Rechnungszinse von bis zu 6,5% auf 3,5% massiv entstehen würden, in Form einer Steuererleichterung übernehmen, hat Pekabe am 9.6.2009 folgende Stellungnahme über die APA veröffentlicht:

VBV
Pensionskasse will


„Ruhe bei Pensionen“



PE|KA|BE aber will Gerechtigkeit

Die VBV Pensionskasse ist  mit einem Drittel Marktanteil  nicht nur hinsichtlich der Anzahl und des verwalteten Volumens Spitzenreiter, sondern hält auch über viele Jahre eine Spitzenposition in der Negativliste der Veranlagungsergebnisse. In der Dreierbeziehung

Pensionskassen – Dienstgeber – Anwartschafts-/Leistungsberechtigte
versucht nun die VBV einen „Befreiungsschlag“: die viel zu hoch angesetzten Rechnungszinsen (RZ) von bis zu 6,5% sollen mit Steuererleichterungen auf die nunmehr erlaubte Höchstgrenze von 3,5% herabgesetzt werden. Für hunderttausende PK-Berechtigte bedeutet das eine weitere Kürzung ihrer Pension(sansprüche) um 15%  bis 30% auf Lebenszeit. Diese Kürzung soll durch eine „partielle Lohnsteuerbefreiung“ gemildert werden. Im Klartext heißt das: die ohnedies schon schwerst geschädigten „Begünstigten“ sollen wieder die Hauptlast der Zeche tragen, ein minimaler Steuernachlass soll ihnen diese neuerliche Pensionskürzung schmackhaft machen. Und die Riesenverluste bis heute sind dabei überhaupt vergessen worden.

Wer also hätte von dieser RZ-Senkung den größten Vorteil?

Pensionskassen: sie hoffen damit die unangenehme Diskussion über die von ihnen seinerzeit versprochenen, aber natürlich weit überhöhten RZ vom Tisch zu haben und denken einen „starken Akzent“ der Gesetzessanierung gesetzt zu haben. Einer der Väter des genetisch defekten Pensionskassengesetzes, der AR-Vorsitzende der VBV Dr. Dollinger, im O-Ton: „Ziel ist, die Pensionskassen in ein ruhigeres Fahrwasser zu bringen.“ Das für die Pensionskassenberechtigten weiterhin stürmische Fahrwasser ist ihm offensichtlich egal.

Dienstgeber: auch sie hoffen, ein nur mehr 3,5%iger Rechnungszins würde für alle Betroffenen die innerbetrieblichen Diskussionen beenden. Und die seinerzeit bei den Übertragungen auf Kosten der Mitarbeiter ersparten Milliardenbeträge gerieten in Vergessenheit.

Staat: Als Schöpfer des defekten Pensionskassengesetzes, für dessen Entstehung er einseitig nur Lobbyisten der Wirtschaftskammerseite Gehör geschenkt hatte, würde er mit einem Bruchteil an Lohnsteuerentgang die „erfolgreiche Sanierung“ des PKG – wieder einmal voll auf dem Rücken der Betroffenen – feiern können.

Pekabe muss darauf verweisen, dass seit 2000 vom Durchschnitt aller Pensionskassen nur rund 1% jährlich erwirtschaftet wurde und daher schon bisher und künftig auch bei nur 3,5% RZ jährliche Verluste für alle Pensionskassenberechtigten vorprogrammiert wären. Selbst die Vorgabe von 3,5% RZ ist also eine Wunschvorstellung, die seit zehn Jahren im Durchschnitt weit verfehlt wurde und wird.

Daher fordert PE|KA|BE im Namen von mehr als einer halben Million AWB/LB:

Keine RZ-Absenkung ohne volle Abgeltung der dadurch bedingten weiterenKürzungen durch Finanzminister und/oder Arbeitgeber. Auch die Arbeitgeber können sich nicht aus ihrer Verantwortung stehlen!



Als Antwort auf die unqualifizierte Polemik  des Fachverbandes der Pensionskassen, der Pekabe unter anderem  "sachlich falsche Aussagen"  vorgeworfen  und Pekabe als "nicht representative Gruppierung" abqualifiziert hat, wurde von Pekabe über die APA am 28.5.2009 folgende Stellungnahme abgegeben:

Unqualifizierte Polemik des Fachverbandes der Pensionskassen
Pekabe antwortet auf Janda


Pekabe verbreitet in Sachen Pensionskassen keine
"sachlich falschen Aussagen", wie der Sprecher des Fachverbandes der
Pensionskassen im Börsen-Express behauptet, und verwahrt sich
dagegen, als "nicht repräsentative Gruppierung" abgetan zu werden.

Pekabe ist keineswegs ein "politischer Verein", sondern eine
Interessenvertretung der rechtlosen Pensionskassenberechtigten ohne
jegliche parteipolitische Bindung. Wir vereinen in unseren Reihen 24
Arbeitsgruppen oder Vereine von "Pensionskassengeschädigten" aus
allen Branchen. Und in der Sache können wir überhaupt als Anwalt
aller nahezu 600.000 Betroffenen gelten.

Unsere Vorwürfe gegenüber den Pensionskassen sind in keiner Weise
politisch geprägt! Was der Entwicklung der 2.Säule dagegen wirklich
abträglich ist, sind die unfundierten Behauptungen des Fachverbandes,
mit denen man seit Jahren versucht, das eigene Unvermögen zu
kaschieren und die politisch Verantwortlichen "einzulullen".

Die immer zitierten "alten Sonderverträge" betreffen neben
10.000en Pensionisten auch etwa ¼ Million Anwartschaftsberechtigte,
deren künftige Pensionen genauso unter den alten und aktuellen
Verlusten leiden werden! Dass der Fachverband heute bereits von
42.000 von Pensionsverlusten Betroffenen spricht, ist ja immerhin
etwas. Dass jedoch die hunderttausenden, ebenso voll betroffenen
Anwartschaftsberechtigten beharrlich verschwiegen werden, sehen wir
als den wiederholten Versuch einer vorsätzlichen Täuschung der
Öffentlichkeit.

Dass Pekabe auch die Erwartung eines Inflationsausgleichs in seine
Berechnungen einbezieht, ist wohl selbstverständlich, da die
Pensionskassen anlässlich der Übertragungen Ende der 1990er Jahre
dies auch, im Falle der Mitarbeiter der Erste Bank z. B. sogar in
"Zertifikaten", versprochen haben. Dass man sich seitens der
Pensionskassen bereits nach dem "ersten Jahrhundertgau" von diesem
Ziel verabschiedet hatte, ist ein offensichtliches
Unfähigkeitseingeständnis! Eine Pensionszusage, die keine Inflation
berücksichtigt, ist eine Zumutung, da der Kaufkraftverlust allein
bereits Teile der (künftigen) Pensionen auffrisst (im Schnitt derzeit
gut 2% jährlich, also seit 2000 immerhin bereits 20% nur aus diesem
Titel!!!).

Die ausschließliche Kalkulation von Performanceentwicklungen ist
überhaupt als Eingeständnis der Unfähigkeit zu werten, denn man hat
sich ursprünglich nicht zu "Performances" verpflichtet, sondern zur
Erreichung entsprechender Rechnungszinsen und eines rechnungsmäßigen
Überschusses, der die Inflation abgelten sollte! Die krasse
Verfehlung der versprochenen Rechnungszinsen seit 2000 dadurch
totschweigen zu wollen, dass man "Performances" als Zielerreichungen
darstellt, ist Unverfrorenheit.


Auf  einzelne Meldungen im Standard sowie im Mittagsjournal,  in denen Aussagen von selbsternannten Expertenteams  an die Öffentlichkeit getragen wurden, hat der Pekabe in einer APA-Meldung vom 22.5.2009  nachfolgende Stellungnahme abgegeben:

Experten bescheinigen Bankrott des österreichischen Pensionskassensystems

Wie vom Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
Pekabe bei vielen Gelegenheiten dargestellt wurde, haben die
heimischen Pensionskassenpensions-empfänger bis heute
Pensionskürzungen gegenüber den ursprünglichen Zusagen von bis zu 45
% erlitten. Trotz dieser Faktenlage haben sich mit Datum 20. Mai zwei
selbsternannte Expertenteams, Mercer und Watson Wyatt, umfassend zur
Lage der heimischen Pensionskassen geoutet. Sie bescheinigen den
Kassen volle Lebensfähigkeit. Allerdings wäre heute die bis 2003
gesetzlich vorgeschrieben gewesene, über Nacht beseitigte Garantie
einer Mindestverzinsung mit dem Konkurs der Pensionskassen verbunden,
da mindestens 5 % des Kapitals nachgezahlt hätten werden müssen.

Damit bestätigen diese "Experten" ungewollt und über alle Zweifel
hinaus, dass die österreichischen Pensionskassen im Durchschnitt der
letzten Jahre weder den zur Zahlung der zugesagten Pensionshöhe
alljährlich erforderlichen Durchschnittsertrag von 7,5 % erreichen
konnten, ja nicht einmal den gesetzlich erforderlichen lächerlichen
Mindestertrag von 1 %. Sie würden vielmehr zur Erfüllung dieses
Mindestertrags mit den genannten mindestens 5 % des Deckungskapitals
noch eine Kapitalzufuhr von rund 600 Mio. Euro benötigen. Der
Offenbarungseid des Versagens ist also gutachterlich bestätigt.

Diese Zielverfehlung hat insgesamt zu den schon angeführten
Pensionseinbußen um bis zu 45 % geführt. Ein derartiges
Pensionssystem als lebensfähig zu bezeichnen - "Wir glauben an das
System"- ist eine Verhöhnung der betroffenen rund 500.000
Pensionsberechtigten aus der "2. Säule" durch blinde Gutachter.
Wir appellieren an die Journalisten dieses Landes, eine derartige
Fehlinformation aus offensichtlichen Gefälligkeitsgutachten
entsprechend zu bewerten.

Siehe auch:
 http://www.wien-heute.at/p-42896.php



In einer APA- Meldung vom 12.5.2009 hat der Fachverband der Pensionskassen wieder kräftig den Weihrauchkessel geschwungen: "Der Turnaround ist erreicht". Der Pressesprecher des Pekabe, Günter Braun, hat  promt  unsere Stellungnahme  - ebenfalls über die APA - veröffentlicht:

Die Pensionskassen haben noch immer nichts gelernt!

Zudecken und Schönreden prolongiert!

Die APA-Aussendung des Fachverbands der Pensionskassen vom 12.5. beweist nur neuerlich ihre hinlänglich bekannte Taktik,  mit von ihnen und ihrer Arbeit unabhängigen Fakten das morbide System der österreichischen Pensionskassen schönzureden und zu bewahren.

Eine durchschnittliche Performance von +0,9% als Erfolg und Turnaround zu bezeichnen, ist wohl der Gipfelpunkt der Unverfrorenheit:  Diese Performance ist einzig und allein der momentanen Börsenentwicklung zuzuschreiben, die noch keinerlei Prognosen auf  die weitere Entwicklung zulässt und für rund zwei Drittel der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten immer noch drohende weitere Pensionskürzungen von bis zu 7% bedeutet.

Halten wir also fest: Zu den bisherigen Verlusten von bis zu 45% drohen Ende 2009 weitere Kürzungen zumindest im einstelligen Prozentbereich, sodass sich gegenüber den  ursprünglichen Pensionszusagen bereits unaufholbare Verluste von mehr als 50% abzeichnen. Wenn der Fachverband und seine Pensionskassen geflissentlich verschweigen, dass das auch für mindestens zwei Drittel der künftigen Pensionsbezieher gilt, ist die Verschleierungstendenz wohl offenkundig.

Wir dürfen daran erinnern, dass Mag. Böhm, der Chef des Fachverbandes, in einer Live-Fernsehdiskussion im Oktober 2008 – als schon die Spatzen die Finanzkrise vom Dach gepfiffen haben – noch großspurig eine „schwarze Null“ als Ergebniserwartung hinausposaunt hat, während sich die tatsächliche Performance per 31.12. dann mit durchschnittlich minus 13% herausgestellt hat.

Die offensichtlichen Mängel des österreichischen Pensionskassensystems – übrigens  des Schlusslichts der europäischen Pensionskassen! – haben den Betroffenen unaufholbare Verluste bis zu 45% gebracht. Das hat zu einer machtvollen Protestdemonstration des Pe|ka|be und in der Folge zur Installierung einer Reformkommission im Finanzministerium geführt, die allerdings leider auch von der Pensionskassenlobby stark dominiert und damit bedauerlicherweise in ihren Möglichkeiten auf ein Minimum an kosmetischen Korrekturen reduziert wird.

Man hat also aus der Vergangenheit nichts gelernt und will nichts dazulernen! Andreas Khol, einer der Präsidenten des Seniorenrats (O-Ton: „Die Krise hat Geburtsfehler des Pensionskassenmodells offengelegt.“ Zitat aus FORMAT 19/09), wird leider wohl einsamer Rufer in der Wüste bleiben.



In einem Artikel im Kurier vom  2.5.2009 fordert  Gabriele Tamandl (ÖAAB) aus Anlass der Arbeitekammerwahl  eine Kapitalgarantie für Betriebspensionen. Unser Pressesprecher, Günter Braun, hat ihr nachstehende Mail gesandt:

Von: Günter Braun
Datum:
Montag, 04. Mai 2009 15:46
An:
michaela.spettel@oeaab.at

Betreff: Tamandl: Kapitalsicherung in Pensionskassen

Mit Freude nimmt PEKABE zu Kenntnis, daß der ÖAAB (lt. APA-Meldung der Frau Tamandl) offenbar die von uns seit Monaten (übrigens gemeinsam mit dem Seniorenrat, deren Präsidenten Khol und Blecha sich in diesem Sinne sehr stark engagiert haben) geforderte Kapitalsicherung des in Pensionskassen liegenden Vermögens der Anwartschafts- und Leistungsberechtigten auf seine Fahnen heftet. Leider bleibt der Seniorenrat im Sozialpartnergespräch im Rahmen der derzeit laufenden Reformkommission im Finanzministerium gegenüber einflußreichen Lobbies der Pensionskassenseite in der Minderheit. Ein entsprechender Vorstoß des ÖAAB im Rahmen der AK wäre durchaus wünschenswert! Ein Schulterschluss in der AK im obigen Sinne zwischen ÖAAB und sozialistischer Fraktion könnte hier vielleicht eher etwas zum Positiven bewegen - auch und vielleicht gerade in Wahlkampfzeiten!

Mit freundlichen Grüßen
Günter Braun
Pressesprecher des PEKABE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten 


Auf eine APA-Aussendung  des ÖAAB  vom 30.4.2009 über Betriebs- pensionen hat der Pekabe nachstehenden Kommentar am  3.5.2009 ebenfalls über die APA veröffentlicht:

AK-Wahl und Betriebspensionen
Wahlkampfgeplauder oder echte Lösungsansätze?
"Die beitragsorientierte Form der Pensionsvorsorge
droht zum Glücksspiel zu verkommen" sagt Bernhard Kainz,
ÖAAB-Kandidat für die Wiener AK-Wahl, in einer APA-Aussendung vom
30.4. Eine späte Erkenntnis!

Diese sogenannte 2.Säule ist schon seit Jahren dabei, für die meisten
Bezieher einer Pensionskassenpension und für 2/3 der
Anwartschaftsberechtigten zum "Unglücks"spiel zu verkommen - wobei
die Letzteren das volle Ausmaß ihres Desasters noch nicht realisiert
haben!

Die seit Jahren betriebene Schönfärbepolitik des Fachverbands der
Pensionskassen ist dafür und somit auch für die dramatischen
Pensionskürzungen des Jahres 2008 voll verantwortlich! Sie hat
verhindert, dass man rechtzeitige Reformen in Angriff nimmt.
Bekanntlich gibt es zwar derzeit eine Reformkommission im BMF, die
sich mit der dringenden Sanierung des österreichischen
Pensionskassenwesens befassen soll. Leider gibt aber die bisherige
Arbeit dieser Kommission zu Bedenken Anlass, vor allem da starke
Kräfte in der Kommission sich dagegen wehren, für die durch Fehler
der Vergangenheit verursachte Teilvernichtung des Kapitals der
Mehrzahl der Pensionisten und Anwartschaftsberechtigten wenigstens
einigermaßen Ersatz zu schaffen! Zudem wurde
einen Monat vor dem beabsichtigten Schlusstermin Mitte Mai dieser

zunächst einmal um 14 Tage verschoben. Kann man in zwei Wochen
nachholen, was in drei Monaten nicht geschafft wurde?

Kollege Kainz fordert "Einlagen- und Kapitalsicherung" - er sollte
sich umgehend über die AK in den Reformprozess aktiv einbringen,
damit die positiven Ansätze seiner APA-Aussendung nicht leeres
Wahlkampfgeplauder bleiben!


Pressekonferenz des Pekabe am 4.März 2009:

Angesichts von Wortmeldungen aus der Pensionskassenecke (ÖPAG-Chef Zakostelsky im Wirtschaftsblatt), die wieder einmal unerträgliche Beschönigung vor Reformwillen dokumentieren, und der Nichteinbindung des PEKABE in die Reformkommission hat am 4.März 2009 eine Pressekonferenz des PEKABE mit starkem medialen Widerhall - ORF und die führenden Printmedien des Landes - stattgefunden.

Mit den folgenden Links können die Inhalte abgefragt werden:

    Handout

    Präsentation


APA-Aussendung des Pekabe vom 18.2.2009:

Pensionskassen: Kommissionsstart unter schlech-
tem Stern - Betroffene bleiben bei der Reformkommission "außen vor"

Donnerstag, 19. Februar, tritt erstmals dieReformkommission zusammen,
die nach dem Willen des Finanzministers
das in Agonie liegende
österreichische Pensionskassensystem sanieren
soll.

Der Schönheitsfehler: in der Kommission sind im Wesentlichen wieder
dieselben Institutionen vertreten, die mit der Installierung des
Systems und den Pseudoreformen 2003 und 2005 den derzeitigen Zustand
zu verantworten haben, die Sozialpartner.

Von der Wirtschaftskammer ist wenig zu erwarten: man setzt bei den
Pensionskassen auf die sogenannte "Sicherheitspension" und
verschweigt bewusst, dass ein Umstieg in diese neue Kreation für
mindestens zwei Drittel der Betroffenen zu den bisherigen
Pensionskürzungen von häufig mehr als 40 % weitere sofortige 30%
Kürzung nach sich ziehen würde - dafür wäre das verbleibende letzte
Drittel der Pension angeblich "sicher".

ÖGB und AK schießen sich auf die Wiedereinführung der alten
Mindestgarantie ein, wobei wiederum verschwiegen wird, dass sie erst
nach einer weiteren Kürzung der Pensionen um mehr als ein Viertel
greifen würde!

Der Seniorenrat, als inoffizieller 3.Sozialpartner, bleibt somit die
einzige echte Interessenvertretung der Pensionskassenopfer. Seinen
Vorschlägen einer steuerlichen Entlastung der gekürzten Pensionen und
einer Kapitalgarantie, die als einzige einen gewissen Ausweg aus der
Misere ermöglichen, steht das Finanzministerium derzeit ablehnend
gegenüber und die Arbeitnehmervertretungen ÖGB und AK blocken hier
ebenfalls eher ab. Warum eigentlich?

Pe|ka|be wird die Kommissionsarbeit aufmerksam mitverfolgen.
Sollten die Vorschläge des Seniorenrats - die einzige Möglichkeit für
die Systemopfer, eventuell mit zwei blauen Augen aus der Misere
herauszukommen - von den Sozialpartnern nicht aufgegriffen werden,
bleibt für mehr als eine halbe Million Österreicher nur eine
Alternative:

Sperrt die gescheiterten Pensionskassen zu und gebt uns das wenige
verbliebene Geld, unser Eigentum, steuerfrei heraus!

Pressekonferenz des Pekabe am 3.12.2008:

Die Pensionskassenkatastrophe - gibt es überhaupt noch eine Rettung?


v.l.n.r.: M. Arbesser, K. Pour, G. Braun

Da sich die katatrophalen Ergebnisse der  Pensionskassen  für 2008 immer stärker abgezeichnet haben,  hat der Pekabe am 3. Dezember 2008 eine weitere Pressekonferenz unter starker Medienpräsenz  abgehalten.

Mit den folgenden Links können die Inhalte abgefragt werden:

    Handout

    Präsentation

    Manuskript


APA-Aussendung des Pekabe vom 19.11.2008:

Finanzkrise: Rekord-
verluste für zigtausend Pensionskassenpensio- nisten

Schutzverband der Pensionskassenberechtig- ten fordert die Verantwortlichkeit des Staates ein

Es ist fünf vor Zwölf! Wenn nichts geschieht, drohen für zigtausend Pensionskassenpensionsbezieher mit Jahresbeginn 2009 Kürzungen ihrer Pensionen um mehr als 20 % und ebenso radikale Beschneidungen der erwarteten Pensionen für hunderttausende Aktive!

Der Staat hat Pensionskassen gesetzlich geregelt und unter Bedingungen zugelassen, die zur gegenwärtigen Krise geführt haben. Er hat durch nachträgliche Gesetzesänderungen jede Sicherheit für die Pensionskassenberechtigten beseitigt. Aus dieser Verantwortung kann der Staat nun nicht entlassen werden. Die Rettung der 2. Säule der Altersvorsorge, der Pension über Pensionskassen, für eine halbe Million Österreicher, kann wohl nicht minder wichtig sein als das Paket zur Stützung der Banken.

Die Höhe der Pensionskassenpensionen ergibt sich aus der Entwicklung des Kapitals der Berechtigten in den Pensionskassen. 2008 zeichnen sich statt der erforderlichen Erträge von rund 7,5 % massive Veranlagungsverluste von bis zu 20 % ab. Kapitalverluste und somit Pensionskürzungen um bis zu einem Viertel werden dadurch unabwendbar. Im Durchschnitt aller Pensionskassen ist dies die bisher höchste und bereits die siebente Zielverfehlung innerhalb von neun Jahren. Die daraus folgenden Pensionskürzungen sind auch in Zukunft nie mehr aufholbar!

Der PE|KA|BE – Schutzverband der Pensionskassenberechtigten fordert daher, wie es der Seniorenrat bereits getan hat, als erste dringliche Rettungsmaßnahme angelehnt an das Bankenhilfsprogramm und die allgemeine Einlagensicherung eine staatliche Garantie des Kapitals der Pensionskassenpensionsberechtigten zum 31. 12. 2007. Darüber hinaus liegen bereits weitere kurzfristig realisierbare Vorschläge diverser Interessensverbände und Pensionskassen vor, um die bevorstehenden Verluste für die Betroffenen einigermaßen einzugrenzen und dem Versagen des Pensionskassensystems gegenzusteuern. Die Politik kann keine Kindesweglegung betreiben. Die Rettung der 2. Säule und damit der Altersvorsorge für eine halbe Million Menschen muss auch diesmal wieder auf die Agenda der Regierung.



APA-Aussendung des Pekabe vom 2.11.2008


Drastische Pensions-
kürzungen im zwei- stelligen Prozent-
bereich!


Staatsgarantie für Pensionskassenpensionen dringend nötig!

Die Veröffentlichung von -8,4% Verlust als Durchschnitt der heimischen PK per Ende Sept. 2008 durch die ÖKB hat nun auch die Politiker der meisten Parlamentsparteien mit Aussendungen über den Sanierungsbedarf des PK-Wesens auf den Plan gerufen. Obwohl die Verluste durch die Ausweitung der Kapitalmarktkrise im Oktober noch weiter gestiegen sind, versuchen die PK noch immer die dramatische Situation zu beschönigen, indem sie irgendwelche positiven Ergebnisse über vergangene Jahre herausstreichen - z.B. 3,67% im 10-Jahresdurchschnitt. Sie verschweigen dabei natürlich, dass sie auch damit bereits Pensionskürzungen zwischen 20% und 30% zu verantworten haben.

Zur Klarstellung: für in der Höhe gleichbleibende Pensionen sind je nach Vertrag mindestens 3,5%, in den meisten Fällen aber 5,5% jährlich netto zu erwirtschaften. Alles, was darunter liegt, führt zu Kürzungen!

Die Realität per 1.1.2009 bedeutet also eine voraussichtlich rund 15%ige zusätzliche Pensionskürzung für zigtausend Pensionsbezieherund Schmälerung der prognostizierten zukünftigen Pensionshöhe vonhunderttausenden Anspruchsberechtigten.

Um dies wenigstens teilweise abzufedern, fordert PEKABE u.a. eine
staatliche Kapitalgarantie für das von den Pensionskassen verwaltete
Kapital der Berechtigten - bezogen auf den Stand per 31.12.2007. Nur
durch eine solche Garantie kann die drohende neuerliche
Pensionskürzung von rund 15% auf leider immer noch schmerzliche 5-7%
reduziert werden.

Bei den Pensionskassengeldern handelt es sich um rechtmäßiges
Eigentum der Berechtigten - ein Status ähnlich den Spareinlagen. Es
wäre höchste Zeit, hier im Sinne Einlagensicherung des Staates bei
Banken nachzuziehen!

Jetzt ist die Politik gefragt!

Banken, die Milliarden verspekuliert haben, werden mit noch mehr
Milliarden vom Staat gestützt. Und wir Pensionisten sollen mit
unserem angesparten Pensionskassen-Kapital im Regen stehen gelassen
werden? Regierungsverhandlungen hin oder her - wir haben ein
arbeitsfähiges Parlament, - worauf wartet man noch?


APA-Aussendung des Pekabe vom 1.10.2008:

Rettungsaktionen für notleidende Banken weltweit!

Wer aber rettet die

Pensionskassenkapitalien

von 570.000 Österreichern?

Der internationale Börsenverfall hat dazu geführt, dass in den USA und nun auch immer öfter in Europa der Steuerzahler für die Verluste von großen Finanzinstituten zur Kasse gebeten wird. Große Unternehmen werden aufgefangen, wogegen Leistungs- und Anwartschaftsberechtigte von Pensionskassen, Menschen aus Fleisch und Blut, im Regen stehen gelassen werden. In Österreich sind einschließlich der Angehörigen weit mehr als ½ Million Menschen betroffen, denen - wenn nichts geschieht - ein Lebensabend mit radikal verkleinerten Pensionen und Pensionsansprüchen bevorsteht.
Angesichts des globalen Börsengeschehens muss man das hiesige Konzept der „2.Säule der Altersvorsorge“ als gescheitert betrachten. Die ausschließliche Profitorientierung der Unternehmen, deren Lobby ein Pensionskassengesetz durchgedrückt hat, das den Betroffenen alle Risken auferlegt, die Pensionskassen aber mehr oder minder leistungsfrei stellt, ist für den Zusammenbruch verantwortlich. Ebenso aber besteht eine Verantwortung des Staates, der die private Altersvorsorge nachdrücklich forciert und unrealistische Ertragserwartungen genehmigt hat, eine rasche Sanierung der zweiten Säule der Altersvorsorge in Angriff zu nehmen.

Da sich alle im Nationalrat vertretenen Parteien auf PE|KA|BE-Anfrage vor der Nationalratswahl und damit bereits vor den dramatischen Entwicklungen der letzten Tage zur Sanierungsnotwendigkeit des Pensionskassengesetzes bekannt haben, richten wir an die zukünftige Regierung den dringenden Appell, zu den Vorwahlzusagen zu stehen und eine rasche Lösung des akuten Problems herbeizuführen. Wenn heute EU-weit eine höhere Eigenkapitalquote (mehr als 8 %) für Banken verlangt wird, so können österreichische Pensionskassen nicht wie bisher mit einer lächerlichen Eigenkapitalausstattung von 1 % das Treuhandkapital von 570.000 Pensionskassenberechtigten verwalten und leider auch verspekulieren, ohne Sicherungen zu bieten oder Konsequenzen befürchten zu müssen. Eine massive Erhöhung der Eigenkapitalquote, zu der die Aktionäre der Pensionskassen - und nicht die Pensionskassenberechtigten  -  per Gesetz zu verpflichten sind und eine Mindestgarantie für die Veranlagungsergebnisse sind ein Gebot der Stunde. Gleiches gilt für die Einführung neuer, wirksamer Kontrollmechanismen, die heute weltweit für die Finanzindustrie gefordert werden und vor den österreichischen Pensionskassen nicht Halt machen dürfen.

Der PE|KA|BE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten wird daher weiterhin alles tun, um die Öffentlichkeit aufzuklären und von Politik und Wirtschaft notwendige Konsequenzen zu fordern.


APA-Aussendung des Pekabe vom 19.9.2008:

Novellierung des Pensionskassengesetzes:

Leeres Wahlversprechen
oder
echter Reformwille ?
 

Aus Anlass der bevorstehenden Nationalratswahl hat

der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (PeKaBe) den
Parteivorsitzenden der bisher im Parlament vertretenen Parteien die
Frage gestellt, ob sie das Versagen im Pensionskassenbereich bereits
zur Kenntnis genommen haben und bereit sind, durch eine Änderung des
Pensionskassengesetzes der desaströsen Entwicklung der 2. Säule der
Altersvorsorge gegenzusteuern.

In den Antwortschreiben wurde ohne Ausnahme von allen
Parteivorsitzenden festgestellt, dass hier die Politik einzugreifen
habe und das Gesetz zu novellieren sei. Seitens des PeKaBe begrüßen
wir diesen einheitlich geäußerten Willen aller Parteien zur Reform
des Systems.

Wir werden die Parteien aber nach den Wahlen an die uns gegenüber
geäußerten Versprechungen, die wir nachstehend zusammenfassen, mit
allem Nachdruck erinnern:

SPÖ:
Bei den meisten Pensionskassenverträgen tragen derzeit nur mehr
die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten das Risiko schlechter
Veranlagungs-ergebnisse: Das muss dringend geändert werden.
Viel zu wenig transparent ist auch das System der
Kostenverrechnung in den Kassen.

Heute sehen sich viele Leistungsberechtigte mit wiederholten
Pensionskürzungen konfrontiert, vielfach ohne Perspektive auf
Besserung und ohne jede Möglichkeit selbst mit einem Wechsel zu
einem anderen Anbieter darauf reagieren zu können. Hier muss die
Politik mehr Handlungsspielraum ermöglichen.

ÖVP:
Im Bereich der Leistungsberechtigten ist es durchaus möglich und
sinnvoll, Verbesserungen der Vorschriften über die Dotierung der
Schwankungsrückstellung herbei zu führen.

Es ist leider richtig, dass hinsichtlich der Ankündigung im
Regierungsprogramm betreffend die Stärkung des Vertrauens in das
Pensionskassensystem zwar eine Arbeitsgruppe eingerichtet wurde,
diese aber ihre Arbeit bedingt durch den Neuwahlbeschluss nicht mehr
beenden konnte.

Die Grünen:
Die Grünen treten dafür ein, das Risiko in Zusammenhang mit
Pensionskassen gerechter zu streuen: Dieses darf nicht allein auf
dem Rücken der Versicherten liegen.

Es muss eine garantierte Inflationssicherung seitens der
Versicherungswirtschaft und eine Nachschussverpflichtung seitens
der Unternehmen gegeben sein.

FPÖ:
Eine Novellierung des Pensionskassengesetzes durch eine
Risikoaufteilung auf Versicherte, Pensionskassen, Arbeitgeber und
Staat sowie mehr Transparenz, verstärkte Mitbestimmung der
Versicherten und mehr Kontrollen durch diese sowie die FMA sind wohl
notwendig.

BZÖ:
Das BZÖ wird sich dafür einsetzen, dass rasch entsprechende Maßnahmen
(Verbesserung der rechtlichen Rahmenbedingungen) zur Verbesserung des
Nutzens für die Pensionskassenpensionisten und-anwartschaftsberechtigten
ergriffen werden, um weitere Verluste fürdie Pensionskassenberechtigten
zu verhindern.

Fazit:
Diese Vorstellungen der Parteivorsitzenden, in welcher Hinsicht
das Pensions-kassengesetz geändert werden muss, decken sich vielfach
mit den Forderungen des Schutzverbandes der
Pensionskassenberechtigten.

Wir fordern daher alle Parteien auf, egal ob sie der künftigen
Regierung angehören werden oder nicht, diese von ihnen selbst
postulierten Änderungen des Pensionskassengesetzes so rasch wie
möglich in die Tat umzusetzen und werden nicht ermüden, sie immer
wieder an diese Zusagen zu erinnern.

Wir gehen davon aus, dass den Parteivorsitzenden die Interessen
von mehr als einer halben Million Wählern, die den Pensionskassen
derzeit nahezu rechtlos ausgeliefert sind, ein wahres Anliegen ist
und der schriftlich geäußerte Reformwille nicht nur ein angesichts
der bevorstehenden Wahlen geäußertes Lippenbekenntnis ist.


Auf den durchsichtigen Beschönungsversuch des Fachverbandes der Pensionskassen als Reaktion auf die Pressekonferenz von Arbeiterkammer und Pekabe vom 2. September 2008 hat Pekabe am 3. September 2008 folgende Stellungnahme veröffentlicht:

Pensionskassenberechtigte wehren sich gegen Aussage des Fach-
verbandes der Pensionskassen 

Mehr als die Hälfte der Pensionskassenberechtigten Österreichs sind erst mit Ende der 1990er Jahre oder Anfang 2000 mit ihren Pensionsansprüchen in Pensionskassen übertragen worden. Sie sind die Hauptleidtragenden der Zielverfehlung der Pensionskassen, die von 2000 bis 2007 statt erwarteter Erträge von 7,5 % nur 3,34 % p. a. zustande brachten. Diese große Gruppe muss mit bereits eingetretenen Pensionsverlusten gegenüber der Zusage von bis zu 30 % leben. Die Anwartschaftsberechtigten (derzeit noch fast 90 % der Pensionsberechtigten) werden die Kürzungen erst bei Pensionsantritt verspüren. Es ist ein Skandal, dass diese Tatsache vom Fachverband permanent ignoriert wird. 

Die vom Fachverband statt dessen immer wieder genannte Performance von 6,8% für den Zeitraum von 1991 bis 2007 gilt nur für 1 % der PK-Berechtigten, nämlich die Leitungsberechtigten ab 1991! Und es ist nicht eine "Hand voll Verträge" (Zitat Fachverband), also von Pensionisten, die bereits heute unter der miserablen Performance der Kassen leiden, die Zahl geht jedenfalls in die 10.000e.

Wenn sich Pensionskassenberechtigte als Ergebnis von außergerichtlichen Vergleichen Nachzahlungen einzelner Arbeitgeber auszahlen ließen, haben sie nicht "das Augenmaß verloren" (Zitat Fachverband). Da die Pensionskassen heuer bis Juli bereits gut 6 % Verlust erwirtschafteten, war das wohl die einzig mögliche Entscheidung. Zumal, da 2009 eine hohe Kürzung der Pensionen kaum vermeidbar sein wird. 

Der Fachverband bemüht stets die Langfristigkeit der Pensionskassenlösung. In den Genuss eines "langfristigen" Veranlagungshorizonts von 30 Jahren kommt derzeit niemand. Selbst die Berechtigten der 1. Stunde müssen darauf noch 13 Jahre warten. 

Für heute Leistungsberechtigte jedoch ist diese Aussage nur eine Verhöhnung. Ihre Pension wird jedes Jahr auf Grund der Performance des Vorjahres neu errechnet und wenn diese Performance unter dem Rechnungszins liegt, wird die Pension gekürzt. 

Wie kann Hr. Janda hier von einem "Wertzuwachs der gesamten (30-jährigen) Periode" sprechen, wenn die bisherigen Pensionskürzungen in einem Menschenleben unaufholbar sind. Mit Schönfärberei kann auf Dauer nicht die Vernichtung von österreichischem Volksvermögen in ausländischen Veranlagungen kaschiert werden! 

Wie lange wollen im Übrigen die Politiker noch zusehen, dass die Pensionskassen nicht nur ihren Berechtigten schaden, sondern dass mit jedem EURO Bruttopension, den eine Pensionskasse vernichtet, dem Staat ein halber EURO aus Steuern (Lohnsteuer und MwSt.) entgeht - und das sind schon heute Millionenbeträge mit steigender Tendenz.



Pekabe-Presseaussendung vom 19.8.2008 :

Politiker wacht auf!

Die „2. Säule“ der Altersvorsorge scheitert

Die österreichischen Pensionskassenberechtigten stehen nach Veranlagungsverlusten der Pensionskassen von bis zu 7,7 % in den ersten 7 Monaten 2008 vor weiteren unaufholbaren Kürzungen ihrer Pensionen bzw. Pensionsanwartschaften um mehr als 10 %! Und das angesichts einer aktuellen Teuerungsrate von 4 %.

Wie lange noch will die Politik zusehen, wie unser Pensionskassensystem wohlverdiente Pensionen und Pensionsansprüche vernichtet? Pensionskassenberechtigte sind nach geltendem Recht ihrer Pensionskasse lebenslang schutz- und machtlos ausgeliefert, was international wohl einzigartig ist.

 Es sind weit mehr als eine HALBE MILLION wahlberechtigter Österreicher, die Anwartschafts- und Leistungsberechtigten von Pensionskassen ohne Nachschussverpflichtung des (früheren) Arbeitgebers mit ihren Angehörigen, die einen radikalen Schwund ihrer laufenden bzw. zukünftigen Pensionen und damit massive Kaufkraftverluste im Alter erleiden. Dabei handelt es sich keineswegs um „Privilegierte“: So haben fast 60 % nur eine Pension oder einen Pensionsanspruch von weniger als 250 € monatlich - und der schrumpft unaufhaltsam. Sind die Verluste seit 2000 schon auf bis zu

30 % (unaufholbar!) angewachsen, so drohen ab 1.1.2009 neuerliche Kürzungen der laufenden Pensionen und der künftigen Pensionen um bis zu 15 %. Von dem beispielsweise ursprünglich zugesagten Anspruch auf 250 € Zusatzpension zur häufig auch kleinen ASVG-Pension bleiben dann nur mehr 150 € übrig. Und es dürfte so weitergehen!

Umso enttäuschender ist es, dass die Ankündigung im Regierungsprogramm 2007 - 2010 der derzeitigen Bundesregierung (Seite 165), zur „Hebung der Glaubwürdigkeit und des Vertrauens in den österreichischen Kapitalmarkt“ und zur Besserstellung der Pensionskassenpensionisten die dringend fällige Novellierung des Pensionskassengesetzes in Angriff zu nehmen, ebenso wie die schon bisher laufenden Gespräche unter Einbindung des PEKABE durch den Neuwahlbeschluss zum leeren Versprechen geworden sind.

 Der PE|KA|BE - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, Dachorganisation von derzeit österreichweit 17 Vereinen, kann das nicht hinnehmen. Er vertritt die Interessen von rund 10.000 Pensionisten und 30.000 Aktiven direkt, versteht sich aber auch als Anwalt aller rund 500.000 Pensionskassenberechtigten, und hat das Ziel, die bedrohlichen Entwicklungen im Pensionskassensystem konsequent aufzuzeigen und den akuten Handlungsbedarf in die Öffentlichkeit zu kommunizieren.


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