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Auf
einseitige "Zahlenspielereien" des Fachverbandes der Pensionskassen hat
der Pekabe mittels einer APA-Meldung vom 26.1.2012 reagiert
und die Fakten aufgezeigt:
Der Fachverband der Pensionskassen manipuliert die FaktenProtest des Schutzverbands der Pensionskassenberechtigten gegen permanente unrichtige Information der Öffentlichkeit Wien (OTS) - Die Sprecher des Fachverbands der Pensionskassen ver-
suchen in ihrer Pressearbeit permanent, die Misserfolge der Pensionskassen in der Veranlagung des ihnen anvertrauten Kapitals durch Zahlenspielereien, die als Täuschung von Politik und Öffentlichkeit bezeichnet werden müssen, zu vertuschen. In jüngster Vergangenheit haben sie sich außerdem erdreistet, die Warnungen des PEKABE betreffend Pensionskürzungen im Jahr 2012 als "Panikmache" abzutun. Die tatsächlichen Jahresergebnisse 2011 und die eigene Statistik des Fachverbandes sprechen eine ganz andere Sprache und bestätigen die Befürchtungen des PEKABE zu 100%. 792.930 Leistungs- und Anwartschaftsberechtigte (LB bzw. AWB) haben Verträge mit Pensionskassen abgeschlossen. Rund 660.000 (83%) sind in beitragsorientierten und rund 133.000 (17%) in leistungsorientierten Pensions- verträgen. Die Berechtigten mit leistungsorientierten Pensionsverträgen sind von der Performance der Pensionskassen insoferne unabhängig, als bei ihnen der Arbeitgeber die von den Pensionskassen verschuldeten Verluste ersetzen muss. Und genau diese 133.000 Berechtigten führt der Fachverband in seiner manipulierten Erfolgsdarstellung als große Gruppe an, die keinerlei Verluste erlitten hätte. Das ist jedoch nicht sein Verdienst, sondern Ergebnis der Nach- schussverpflichtung der Arbeitgeber! Untragbar ist die Verfälschung der Verlustsituation bei der Mehrheit der PK-Pensionisten. Insgesamt gibt es derzeit 72.788 LB (=Pensionisten), von denen rund 55.000 (das sind 75 %) in beitragsorientierten Verträgen gefangen und somit ausschließlich auf die Veranlagungsergebnisse der PK angewiesen sind. 90 % dieser LB werden nun laut Aussage des Fachverbandes 2012 abermals Kürzungen ihrer Pensionen hinnehmen müssen, in Einzelfällen wurden bis zu minus 15 % angekündigt. Während die Verluste bei diesen 50.000 LB sofort auf deren Kontoauszügen sichtbar sind, werden die gleich hohen Verluste im Pensionskapital der noch Aktiven, also der605.000 AWB mit beitragsorientierten Verträgen, vom Fachverband ganz einfach totge- schwiegen. Geradezu unverfroren ist die Verunglimpfung von mehr als 300.000Pensions- kassen-berechtigten in Verträgen mit Ertragsannahmen von mehr als 3,5 %. Sie werden als verschwindende Minderheit mit "alten und unechten Sonder- verträgen" dargestellt. Die Zahl der Betroffenen wird gezielt falsch angeführt: In seiner Presseaussendung spricht der Fachverband von 12.600 Pen- sionisten mit mehr als 5,5 %, die besonders von Verlusten betroffen seien. Um die Auswirkung des Versagens der PK herunterzuspielen, weist der Fach- verband nur 1,6% als Anteil dieser Pensionisten an der Gesamtanzahl aller An- wartschafts- und Leistungsberechtigten aus. Als Hochzinsverträge sind richtiger Weise aber alle Verträge mit einem Rechnungszins von mehr als 3,5 % zu bezeichnen, weil der von der FMA seit 2004 bewilligte Höchstzinssatz 3,5 % bzw. 3 % ab 1.7.2011 für neue PK-Verträge beträgt. Und sie alle sind be- sonders stark von den Verlusten in der Veranlagung betroffen. Damit beweisen die FV-Verantwortlichen einmal mehr ihren unseriösen Umgang mit Zahlen zur Täuschung der Öffentlichkeit. Laut Fachverbandstatistik (http://www.pensionskassen.at/rechnungszins_09042010.jpg,) waren bereits im April 2010 nicht weniger als 32.941 oder 60 % aller beitrags- orientierten LB in Hochzinsverträgen. Insgesamt weist diese Statistik mehr als 300.000 LB und AWB in Verträgen über dem Höchstzinssatz seit 2004 von 3,5 % aus. Die Zahlenmanipulation des Fachverbandes ist auf das Schärfste zu verurteilen. Nicht gesagt wurde zudem, dass natürlich auch Berechtigte in Verträgen mit Rechnungszins bis 3,5 % für 2012 neuerlich mit Pensions- kürzungen zu rechnen haben. Die von Mag. Zakostelsky angegebene durchschnittliche Kürzung der PK-Pensionen 2012 von 5 % wäre an sich bereits ein Offenbarungseid für das Versagen der "2. Säule", ist aber im Übrigen nicht einmal nachvollziehbar. Denn bei einem durchschnittlichen Veranlagungsverlust von 3 % statt der erforderlichen plus 3,5 bis 6,5% und nach Berücksichtigung der Kosten aus der Versicherungsmathematik sind in der Mehrzahl der Fälle Pensionskürzungen von mehr als 5 %, eher um die 10 %, wohl kaum vermeidbar. Viele der beitrags orientierten PK-Pensionen werden damit schon unter die Hälfte des ursprünglich zugesagten Wertes abgesackt sein, ihre Durchschnittshöhe von nur noch 350 Euro p.m. im April 2010 spricht bereits Bände. In diesem Zusammenhang muss PEKABE noch einmal daran erinnern, dass der Verweis des Fachverbandes auf jahresdurchschnittliche Erträge seit 1991 in Höhe von 5,5 % für die Masse der Berechtigten irrelevant ist. Für maximal 3,17% (so sie noch leben) von 800.000 kann diese Zahl gelten. Richtig ge- rechnet, das heißt kapitalgewichtet, erzielten die PK von 1991 bis 2011 nur 3,35 % Ertrag p. a. statt der erforderlichen rund 7,5 %, also eine Verfehlung von jahresdurchschnittlich über 4 %. Und die rund 300.000 Pensionskassenbe- rechtigten in den Verträgen aus dem Ende der 90er Jahre haben im Durch- schnitt nur 2 % p. a. in den letzten 12 Jahren gesehen und daher vielfach bereits mehr als die Hälfte ihrer PK-Pension verloren. 2 % Ertrag entsprach gerade der Hälfte der Rendite der Bundesanleihen im gleichen Zeitraum, ein Armuts- zeugnis für die Veranlagungspolitik der Pensionskassen. Mit irreführender Information der Medien lassen sich die Misserfolge der Pensionskassen nicht mehr schönreden! Günter Braun Pressesprecher des Pekabe (26.1.2012) Der Fachverband der Pensionskassen hat in seiner heutigen Pressekon- ferenz seine Bemühungen fortgesetzt, die destrasiösen Jahresergebnisse für das Jahr 2011 schönzureden und sich sogar zu berühmen, nur durch die guten Leistungen der Pensionskassen die Pensionskürzungen so gering wie möglich gehalten zu haben. Pekabe hat in einer Pressemeldung die wahren Ausmasse der katastrophalen Ergebnisse aufgezeigt: 2011: Schwere Verluste der Pensionskassenpensionisten
Vernichtung des Pensionskapitals wird aber weiterhin vom Fachverband verniedlicht.
Wien (OTS) - Der Fachverband der Pensionskassen hat heute, am 19.
Jänner 2012, seinen vorläufigen Leistungsbericht 2011
veröffentlicht.
Statt der in den Pensionsverträgen zugesagten 3,5 bis 6,5 Veranlagungsertrag musste ein Verlust von 3 % aus der Kapitalveranlagung 2011 bekanntgegeben werden. Die durchschnittliche Pensionskürzung, die gut 50.000 Pensionisten treffen soll, beträgt laut Fachverband 5 %. Dieser Berechnungmodus ist falsch und für den Schutzverband der Pensionskassenberechtigten in keiner Weise nachvollziehbar, denn die Pensionskürzung muss bei einer negativen Per- formance von 3% für die oben angeführten Rechnungszins-Sätze mindestens 6,5 bis 9,5% brutto(!) betragen. Die in Aussendungen der Pensionskassen schon schriftlich angekündigten massiven Kürzungen bewegen sich meist darüber. Damit sind die Pensionen vielfach bereits unter die Hälfte der ursprünglich vereinbarten Höhe gesunken. Nicht gesagt wurde, dass diejenigen Pensionisten, die 2012 keine Kürzung erfahren sollen, in Verträgen sind, in denen der Arbeitgeber die Veranlagungsverluste der Pensionskassen selbst ersetzen muss. Der Versuch des Fachverbands, mit willkürlich gewählten Zahlen an die Neidgenossenschaft des Landes zu appellieren, wird immer unverschämter: Die "alten Sonder- verträge" des Herrn Janda sind in Wirklichkeit rund 50% der aktuellen 800.000 Pensionskassenopfer. Mit einer Handvoll von Spitzenverdienern unter den Pensionskassenbetroffenen (lt. Janda 1,6% der Betroffenen), ehemaligen Generaldirektoren und Ä. zu operieren, ist der Gipfel der Geschmacklosigkeit gegenüber der breiten Masse, deren Pensionsansprüche nicht mehr als durchschnittlich 400 Euro (ab 2012 nur mehr 350) betragen. Die abermaligen Pensionsverluste sind vor dem Hintergrund einer über 3 % gestiegenen Inflationsrate der Offenbarungseid für das Versagen der unter falschen Voraussetzungen mit zu wenig Kapital und zu schwachem Personal geschaffenen Pensionskassenlösung. Die soeben dem Nationalrat vorgelegte Novelle des Pensionskassengesetzes unternimmt aber trotzdem nichts zur Sanierung der voranschreitenden Enteignung hunderttausender im Pensionskassensystem hilf- und schutzlos gefangener Berechtigter. Die Website www.stoppdempensionskassenflop.at scheint wirklich der letzte Ausweg für 800.000 Betrogene zu sein (19.1.2012) Rückfragehinweis: Günter Braun Pressesprecher Presseaussendung des Pekabe vom 12.1.2012: Angebot an die Bundesregierung: Effektiver Beitrag zum Sparpaket Das Voraussteuermodell der 800.000 Pensionskassenopfer Ob in
geheimen Regierungsklausuren oder in den
Redaktionsstuben der Medien: jetzt wird rund um das Sparpaket der Regierung
fleißig spekuliert, gemutmaßt und vielleicht
zumindest teilweise
auch strategisch überlegt.
Trotzdem: Sparmaßnahmen nehmen irgendeiner Wählerklientel etwas weg, Steuern treffen - wenn sie wirkungsvoll sein sollen - die breite Wählermasse. Außer ideologischem Schlagabtausch zwischen den Regierungsparteien wird also wenig Effizientes herauskommen. Nun gibt es eine gar nicht so geringe Klientel, die von den Politikern gerne vergessen wird und seit gut einem Jahrzehnt als Folge politischer Fehlentscheidungen Einkommensverluste erleidet, die die Schmerzgrenze längst durchstoßen haben: Die Pensionskassenopfer. Diese bieten der Frau Finanzminister mit einem Voraussteuermodell - sofort und 2012 wirksam - rund 500 Millionen ao. Ertrag an. Im Gegenzug würde den Betroffenen durch eine Steuerreduzierung in der Zukunft wenigstens ein Teil ihrer argen Verluste abgegolten werden. Obwohl es sich dabei um eine Win-Win-Situation handelt, blockieren die Beamten des Finanzministeriums diesen Vorschlag durch beharrliche Ablehnung und können offenbar erfolgreich der Frau Finanzminister diese Perspektive vorenthalten. Vielleicht könnte eine Diskussion des Themas in den Medien hier hilfreich sein? Die Pensionskassenberechtigten, an die 70.000 Pensionisten und eine Dreiviertelmillion noch aktive Anspruchsberechtigte, haben Verluste ihrer selbstfinanzierten und legitimen Altersversorgung von bereits bis über 50% hinnehmen müssen. Die dafür hauptverantwortliche Politik hat an dieser Personengruppe offenbar wenig Interesse. Kein Wunder, schenken doch alle verantwortlichen Politiker den beschönigenden Aussagen der Pensionskassen offensichtlich mehr Vertrauen, als den von dramatischen Pensionskürzungen betroffenen Pensionskassen-Opfern. Dabei ist das Ziel der Pensionskassen so leicht durchschaubar: Sie wollen auch weiterhin ein geruhsames Leben ohne jegliche Erfolgsverantwortung führen können. Damit verlieren aber fast 800.000 Pensionskassen-Berechtigte einen planbaren Lebensabend! Günter Braun Pressekonferenz des Pekabe am 29. Dezember 2011 Die den Journalisten übergebenen Unterlagen enthielten die nachfolgende Zusammenfassung: Die Altersvorsorge über Pensionskassen ist gescheitert. Die zur Begutachtung ausgesandte Pensionskassen-Novelle ist nur heisse Luft. Mit Stichtag 31.12.2011 werden die österreichischen Pensionskassen Pensionen und Pensionsansprüche aus der sogenannten „2.Säule“ voraussichtlich abermals um bis zu 12 % kürzen. In vielen Fällen ist damit nicht einmal mehr die Hälfte der Pensionszusage vorhanden. Die Ende November zur Begutachtung ausgesandte Novelle zum Pensionskassengesetz streut der Öffentlichkeit und den hunderttausenden Betroffenen Sand in die Augen. Sie unternimmt nichts gegen die dritte Welle von Pensionskürzungen in einem Jahrzehnt. Für die derzeit fast 800.000 Pensionskassenberechtigten enthält die Novelle nur heiße Luft Die hochgelobte sogenannte Sicherheits-VRG kostet derzeitige Pensionisten bei Übertritt noch einmal fast 40 % Pensionskürzung; für künftige Pensionisten bedeutet sie ohne vervielfachte Kapitaleinzahlung eine Minipension auf Lebenszeit. Sie sieht keinen Inflationsschutz vor, eine Grundvoraussetzung der Altersvorsorge, die Erhaltung der Kaufkraft der Pension, ist damit nicht gegeben. Arbeitnehmervertreter, bes. der sonst so lautstarke ÖGB, und die Politik sehen der kalten Enteignung der Anspruchsberechtigten ohne Reaktion zu. Warum nimmt die Politik in Kauf, bis zu 1,5 Millionen Wähler zu brüskieren? In 15 Jahren wird die Pensionskassenpension 100.000er Berechtigter auf ein Viertel der Zusage geschrumpft sein, ein einseitiger und einmaliger Enteignungsprozess zu Gunsten der Unternehmen in einer reichen Demokratie. Spontane Widerstandsbewegung dagegen unter www.stoppdempensionskassenflop.at Wir wiederholen unsere Forderungen aus dem Sommer dieses Jahres: Ein
Pensionskassensystem muss für alle
Berechtigten lebenslang gesicherte Pensionen gewährleisten:
Daher sind die bestehenden
Pensionskassenverträge für die Masse der
Anwartschaftsberechtigten zu sanieren:
Realistische, niedrige Ertragsannahmen und höhere Dienstgeberbeiträge.
Für
Leistungsberechtigte und die, die unmittelbar vor der Pension stehen: Vorwegsteuermodell des Österreichischen
Seniorenrats als ein erster Schritt
Um
die auch künftig hohen Verluste der Leistungsberechtigten
einigermaßen zu
begrenzen, sind substanzielle Nachschüsse
der Arbeitgeber erforderlich. Kapitalinteressen
können nicht permanent vor dem
Schicksal der Mitarbeiter stehen!
Ergebnisverantwortung
für Pensionskassen:
Rentenansprüche sind ein reines Glücksspiel,
Pensionskassen wirtschaften ohne
Erfolgskontrolle, ohne Risiko und ohne verbindliche Ertragsziele.
Optionale
Möglichkeit
der steuerbegünstigten Auszahlung
des noch verbliebenen individuellen Pensionskapitals.
Die Pensionskassen-Gesetznovelle muss grundlegend überarbeitet werden, sie ist ohne Begleitmaßnahmen für die 100.000en Opfer der bisherigen Verträge eine inhaltliche Zumutung. Rückfragehinweis: Günter Braun DI Günther Konecny Pressesprecher Pekabe Stv. Vorsitzender Pekabe Tel. 0699 111 58 699 Tel. 0664 1458949 Presseaussendung des Pekabe vom 5.12.2011: Drastische Kürzungen bei Pensionskassen- pensionen sind nur "Haircut" Legalisierte Enteignung Hunderttausender soll prolongiert werden
Wien (OTS) - Laut
dem Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen(PK), Mag. Zakostelsky,
ist der in der Novelle zum Pensionskassengesetz(PKG) vorgesehene
Umstieg von Hochzins-Verträgen in die sogenannte
Sicherheits-VRG
ein positiver Haircut (O-Ton Zakostelsky im Wirtschaftsblatt: "Ich sehe
diese Möglichkeit nicht negativ, dass man eine saftige
Kürzung hinnimmt, sondern positiv: Ich kaufe mir für
etwas
Geld eine tolle Garantie").
Wenn jemand 30-60% des persönlichen Pensionskapitals nur als "etwas Geld" bezeichnet, dann kann man leicht abschätzen, wie derjenige mit diesem "etwas Geld" umgeht. Und jetzt wissen wir es endgültig: jede Kürzung eines Pensionskassenanspruchs ist ohnehin nur ein "Haarschnitt". Verschwiegen wird allerdings, dass die Haare, die uns Zakostelsky & Co. bisher geschnitten haben und in Zukunft schneiden werden, nie wieder nachwachsen. Tatsache ist, dass alle Pensionskassenopfer auf ihren Verlusten sitzen bleiben und vergessen und verraten sind. Denn die PKG-Novelle legalisiert die bisherige und künftige Enteignung von mehr als 1/2 Million PK-Berechtigten. Und hier ist vor allem die Politik in die Pflicht zu nehmen! Zakostelsky aber bleibt seiner Linie treu: mit Halbwahrheiten und Verdrehun- gen die Probleme zuzudecken und zu versuchen, durch zu tauchen! Hunderttausende Pensionskassenopfer, die bereits rund die Hälfte ihres Pensionsanspruchs verloren haben und weitere 30-60% ihres Restkapitals opfern sollen, können sich von Zakostelsky nur gefrotzelt fühlen! Auch wenn die verbleibenden 20% dann angeblich sicher wären - aber jemandem, der zu diesem Thema schon so viel geflunkert hat, nimmt man auch das nicht mehr ab. Der Fachverbandsobmann bestätigt damit indirekt, dass es für seine Opfer nur mehr eine Möglichkeit gibt, einen Weg aus diesem Schlamassel zu suchen: Das Volksbegehren gegen den Pensionskassengau: http://www.stoppdempensionskassenflop.at . Günter Braun, Pressesprecher - Pekabe Kürzlich wurde der Entwurf einer Novelle zum Pensionskassengesetz (PKG) von der Regierung dem Parlament zugeleitet. Pekabe hat in einer Presseaussendung diese "Mogelpackung" kommentiert: Gesetzesvorlage ist ein beschämender Offenbarungseid der sogenannten Reformer Hunderttausende Pensionskassenopfer sollen endgültig geprellt werden
Wien (OTS) - Im Lichte der per Jahreswechsel bereits zum dritten
Mal innerhalb von 10 Jahren wiederkehrenden Pensionsanspruchskürzungen, wonach in vielen Fällen nicht einmal mehr 50% der ursprünglichen Zusagen übrig bleiben werden, haben Politiker und Sozialpartner mit der jetzt vor- liegenden Regierungsvorlage einer Pensionskassengesetznovelle endgültig den Offenbarungseid ihres Scheiterns geleistet. Die Novelle vergisst bewusst auf die große Mehrheit der derzeit im System gefangenen 800.000 Aktiven und Pensionisten ohne dem Rest oder künftigen "Kunden" eine attraktive Perspektive zu bieten. Bei der sogenannten Sicherheits-VRG, die von den Pensionskassenlobbyisten als Allheilmittel gepriesen wird und die "künftige Pensions(anspruchs)kür- zungen verhindern soll", wird den Medien gegenüber bewusst verschwiegen, dass der Umstieg bestehender Pensionskassenopfer in diese Variante allein sofortige weitere solche Kürzungen von 30-60% nach sich zöge. Aber auch die propagierte Pension in einer "Sicherheits-VRG" für Neu ein- steiger kann in Wirklichkeit von Beginn an nur eine Minipension sein, denn, um eine spürbare Betriebspension zu erreichen, müssten die Arbeitgeber mindestens dreimal so viel Kapital in die Pensionskasse überweisen, da ja nur ein minimaler Rechnungszins, also sehr geringe Erträge den Verträgen zugrunde gelegt werden. Kein Arbeitgeber wird und kann dies tun. Um aber eine Performance von zwei oder weniger Prozent zu erzielen, braucht man keine Pensionskassen, daher sollte man sie als Konsequenz dieses Offenbarungseides gleich abschaffen. Die WKO tut dies ja konsequenterweise schon. Die Sicherheits-VRG dient ausschließlich dem Fortbestand der Pensions- kassen, nicht jedoch den Anspruchs- oder Leistungsberechtigen. Sie ist eine Mogelpackung und nur ein Feigenblatt für die Arbeit der sogenannten Reformkommission, die diesen Namen in keiner Weise verdient. Frau Minister Dr. Fekter und Herr Minister Hundstorfer, für wie dumm halten Sie eigentlich 800.000 betroffene Österreicherinnen und Österreicher, die in diesem elenden Pensionskassensystem gefangen sind? Für diese bietet sich nur mehr als letzter Ausweg die Unterstützung einer privaten Initiative, die mit der Website http://www.stoppdempensionskassenflop.at ![]() vor knapp zwei Wochen ins Netz gegangen ist. Sie repräsentiert sich mit ihrem Vorstoß für ein Volksbegehren als einzige Alternative. Wenn es gelingt, alle nunmehrendgültig von Politik und Interessenvertretungen schmählich verratenen gegenwärtigen und künftigen Opfer der Pensionskassen (immerhin einige Hunderttausend Wählerinnen und Wähler und deren Angehörige) zu mobilisieren, müsste sich ein bemerkenswertes Ergebnis erzielen lassen. Zum Abschluss noch eine Frage an den Herrn Vizekanzler: Sie lehnen die Vermögenssteuer mit den Worten ab "das wäre ja eine Enteignung". Die Enteignung der im Pensionskassensystem hilflos gefangenen 800.000 Wählerinnen und Wähler, die bereits vielfach mehr als die Hälfte der legitimen Pensionsansprüche verloren haben, ist Ihnen egal? Diese sollen also Ihrer Meinung nach hilflos zusehen müssen, wie ihr eigenes Kapital unaufhörlich vernichtet wird, ohne dass sie den verbliebenen Rest durch Herausnehmen retten können? Günter Braun Pressesprecher Pekabe Pekabe-Presseaussendung vom 14.11.2011: Österreichs Pensionskassen sitzen auf kräftigen Verlusten Und diese 2.Säule soll die angeblich gefährdete ASVG absichern? Wien (OTS) - PEKABE hat schon
im August in seiner Pressekonferenz
auf die bedrohliche Situation hingewiesen und damit bewiesen, dass die Pensionskassen in ihrer derzeitigen Form zu Geldvernichtungs- Institutionen mutiert sind. Das hat Mag. Andreas Zakostelsky, seines Zeichens Vorsitzender des Fachverbands der Pensionskassen, damals als reine Panikmache zurückgewiesen. Auf Grund der Entwicklung der letzten drei Monate stellt sich aber endgültig die Frage: Auf welchem Stern lebt Herr Zakostelsky eigentlich? Nach den ersten neun Monaten des Jahres 2011 lag die Durchschnitts- performance der Kassen laut Kontrollbank bei minus 3,97 Prozent, tagesaktuell liegen sie bereits bei minus 5% Prozent ! Bei betrieblichen Zusatzpensionsansprüchen addieren sich die Kürzungen aus dem Veranlagungsminus plus dem jeweiligen Rechnungszins. Dieser Rechnungszins bedeutet bei beitragsorientierten Verträgen jenes Ergebnis, das von der Pensionskasse erreicht werden muss, um nominell gleichbleibende Leistungen zu gewährleisten. Es ist somit zum Jahresende mit abermaligen Pensions(anwartschafts)- kürzungen in Höhe von gut 10% zu rechnen (Verlust der Pensionskasse zuzüglich üblichem Rechnungszins), damit werden sich per 1.1.2012 zahlreiche Pensionsansprüche bereits mehr als halbiert haben! Derzeit haben die Pensionskassen rund 800.000 Kunden (Anwartschafts- und Leistungsberechtigte), das veranlagte Vermögen liegt bei rund 15 Milliarden Euro - es wird voraussichtlich eine Milliarde davon per 1.1. 2012 definitiv und unaufholbar vernichtet sein. Als "Notbremse 5 nach 12" bietet für die 800.000 ausschließlichen Verlustträger der Pensionskassenmalaise wohl nur mehr www.stoppdempensionskassenflop.at einen möglichen Lösungsansatz: ein Volksbegehren für eine Reform, die auch die derzeitigen alleinigen Verlierer, 60.000 Pensionisten und eine knappe Dreiviertelmillion Aktive wenigstens einigermaßen schadlos halten kann. Die Aktivierung auf dieser Internetseite, einer privaten Initiative, wird von Pekabe vor allem unseren noch aktiven Kolleginnen und Kollegen ans Herz gelegt - gemeinsam sind wir 99 Prozent! Günter Braun Pressesprecher des PEKABE-Schutzverband der Pensionskassenberechtigten Als Reaktion auf die Pressekonferenz des Pekabe vom 11.8.2011 hat Herr Mag. Zakostelsky, als Sprecher des Fachverbandes der Pensionskassen, versucht, die aufgezeigten Fakten durch untergriffige Argumente ("an den Haaren herbeigezogen und unseriös, Panikmache") zu entkräftigen. Nachstehend eine Entgegnung des Pekabe mit genauer Quellenangabe der aufgezeigten Fakten: Das Sinken der Pen-
sionskassen-Pensionen ist nicht durch Schön- reden zu stoppen
Zur Feststellung des Fachverbandes der
Pensionskassen, dass die bei der
Pressekonferenz des "Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten -
pekabe" zitierten Daten "an den Haaren herbeigezogen und
unseriös
seien", müssen wir Herrn Mag. Zakostelsky darauf hinweisen,
dass
er offenbar insofern den Überblick verloren hat, als das
verwendete Datenmaterial aus der eigenen
Homepage des PK-Fachverbandes vom 9.4.2010 und aus Publikationen der Österreichischen Kontrollbank entnommen worden ist. (Quelle: http://www.pensionskassen.at/rechnungszins_09042010.jpg). Aus diesen Unterlagen ergibt sich für beitragsorientierte Pensionskassen- verträge ohne Nachschusspflicht für den Arbeitgeber folgende Struktur: 303.997 Anwartschafts- und Leistungsberechtigte, das sind 48,5%, haben beitragsorientierte Verträge mit einem Rechnungszins größer als 3,5% und 323.002 einen Rechnungszins kleiner oder gleich 3,5%. In den Genuss des vom Fachverband immer wieder ins Treffen geführten durchschnittlichen Ertrags von 5,95% seit dem Jahre 1991 können nur maximal 25.382 Personen gekommen sein, denn mehr Anwartschafts- und Leistungsberechtigte gab es damals nicht. Heute gibt es rund 800.000 Pensionskassenberechtigte, das sind 31 mal so viele. Herr Mag. Zakostelsky spricht also bei seinem durchschnittlichem Ertrag von 5,95% von genau 3,17% aller Pensionskassenberechtigten, die möglicherweise (so sie noch am Leben sind) diesen lukrieren können. Der durchschnittliche Ertrag aller Pensionskassen von 2000 bis 2010 betrug 2,5%. Daraus ergab sich in den letzten 10 Jahren für einen Rechnungszins von 3,5% ein jährlicher Verlust von 1% und für einen Rechnungszins 5,5% ein jährlicher Verlust von 3%. Die großen Kapitalübertragungen gegen Ende der 90-iger Jahre (Deckungskapital 1997: Euro 3,17 Mrd, 2000: Euro 7,83 Mrd, heute sind es rund Euro 15,00 Mrd) konnten nicht mehr von den hohen Erträgen vor 2000 profitieren, sind aber heuer bereits von der 3. Kapitalmarktkrise innerhalb von nur 11 Jahren betroffen (2000-2002, 2008, 2011). (Quellen: Pressekonferenz des PK-Fachverbandes vom14.1.2010, Presseaussendung des PK-Fachverbandes vom 26.1.2010 und FMA) Da in nächster Zukunft kaum mit einer Verbesserung des Kapitalmarktes zu rechnen ist, wird sich der Trend drastisch sinkender Pensionskassen- Pensionen unaufhaltsam fortsetzen. Da nützen auch keine verzweifelten Versuche des Fachverbandes, das Pensionskassen-System schönzureden. Wir überlassen es Herrn Mag. Zakostelsky, selbst zu beurteilen, ob 303.997 Anwartschafts- und Leistungsberechtigte nur einen kleinen Teil der Pensionskassenberechtigten darstellen und ob seine eigenen, vom Fachverband publizierten Daten "an den Haaren herbeigezogen" sind. Rückfragehinweis: Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe - Schutzverband der Pensionskassenberechtigten Mailto: pressesprecher@pekabe.at Tel. 0699 - 111 58 699 Im NEWS Nr. 26 v. 30. Juni 2011 hat ein Redakteur Kwauka unter dem Titel "Das Jammern priveligierter Pensionisten" einen offensichtlich nicht recherchierten Artikel über den "angeblichen Super-GAU der betrieblichen Zusatzrenten" veröffentlicht. Nachfolgend einige Antworten von Betroffenen: Sehr geehrter Herr Kwauka, zunächst eine Feststellung vorweg: Ich habe immer geglaubt, Journalisten recherchieren ihre Themen gewissenhaft bevor sie einen Artikel schreiben. Das Thema der Pensionskassen- problematik in Österreich haben Sie jedenfalls nicht ernsthaft recherchiert oder – hier gilt natürlich die Unschuldsvermutung – Sie werden von einem Auftraggeber für diese falsche Darstellung der Fakten bezahlt. Die wirklichen Fakten: 1. Politik, Pensionskassen und Unternehmenslobbys haben mit unrealistischen Rechenzinsen dafür gesorgt, dass sich Unternehmen auf Kosten ihrer (ehemaligen) Mitarbeiter mit Millionenbeträgen saniert haben 2. Die Pensionen aus Pensionskassen kommen aus ursprünglich thesaurierten, zurückbehaltenen Lohnbestandteilen, sind also Eigentum der Pensionisten oder Pensionsanwärter und keine “privilegierten Bezüge”. Sie sind mit der ASVG, also dem staatlichen Pensionssystem in keiner Weise vergleichbar und nehmen auch anderen Personen, die nur einen ASVG-Anspruch haben, keinen öffentlichen Euro weg!!! 3. dass die Pensionskassenpension – obwohl bis zur Hälfte bereits geschrumpft – manchmal sogar höher sein kann, als die jeweilige ASVG, hängt damit zusammen, dass auch höherrangige (ehemalige) Dienstnehmer in dieses System übergeleitet wurden. Die Durchschnittspension aus einer Pensionskasse beträgt allerdings nur rund 400,- EUR monatlich und das kann man wahrlich nicht als “Überprivileg” anprangern. 4. Opfer des mißglückten österreichischen Pensionskassensystems sind übrigens nicht “nur” die von Ihnen erwähnten 67.000 Pensionisten, sondern auch rund 700.000 Anwartschaftsberechtigte, die aufgrund der unrealistischen zugrundegelegten Rechenzinsen auch laufende Pensionsanspruchskürzungen erleiden und – wenn nicht endlich wirklich etwas geschieht – sich einmal ihre durch teilweisen Lohnverzicht erworbene Zusatzpension “aufzeichnen können”. Für eine gewissenhafte Recherche der zugrundeliegenden Fakten stehe ich Ihnen in einem persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüßen Günter Braun Pressesprecher des PEKABE – Schutzverband der Pensionskassenberechtigten pressesprecher@pekabe.at Tel. 0699 - 111 58 699 Sehr geehrter Herr Dr. Pelinka, als längjähriger News-Leser habe ich noch nie so einen gehässigen und einseitigen Artikel in Ihrer Zeitschrift gelesen, wie den von Martin Kwauka über die Probleme der Pensionskassen-Pensionisten. Offensichtlich hat Ihr Mitarbeiter noch nie mit den Betroffenen Kontakt aufgenommen, um deren Sicht der Dinge zu erfahren. Gleichzeitig möchte ich Ihnen mitteilen, daß sich auch der Österr. Seniorenrat bzw. die Präsidenten Blecha und Khol mit Vehemenz für die berechtigten Interessen der rd. 60.000 Leistungsberechtigten, die in den letzten 10 Jahren Verluste von bis zu 45% erlitten haben, seit mehreren Jahren einsetzt. In der Anlage übermittle ich Ihnen eine aktuelle SenRat-Presseaussendung vom 30.6., in der auch zum PK-Thema Stellung genommen wird. Gleichzeitig würde ich mich freuen, wenn Sie mir bzw. anderen KollegInnen die Möglichkeit geben, unsere Sicht der Dinge darzustellen bzw. unsere moderaten Forderungen an die Politik, die dieses Desaster mitverantworten zu hat, darzulegen. Leider wissen die wenigsten, daß die angesprochene Steuererleichterung dem BMF eine sofortige und a.o. Budgeteinnahme von rd. EUR 300 Mio bringen würde. Als betroffener PK-Leistungsberechtigter sowie als Vertreter des Seniorenrates bei den Sozialpartner-Gesprächen zur Reform des PK-Gesetztes stehe ich Ihnen für weitere Fragen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüssen FRANZ H. SCHÖN Pensionskassen-Sprecher PENSIONISTENVERBAND ÖSTERREICHS A 1180 Wien, Gentzgasse 129 Sehr geehrter Herr Redakteur, selten findet man einen Kommentar, der von Unwissenheit nur so strotzt, wie den Ihren zum Thema PENSIONSKASSEN! Obwohl man auf solch offensichtlich "gelenkte" Aussagen nicht reagieren sollte, möchte ich Ihnen aber als sehr massiv Betroffener, gerne eine Kopie eines von mir gestern an diverse Leserbriefredaktionen gesandten eMails übermitteln - dies natürlich in der Hoffnung, dass Sie nach, wenn Ihnen dies möglich und erlaubt sein sollte, dessen Studium, einen etwaigen WISSENSZUWACHS Ihr Eigen nennen mögen!? Mit wenig freundlichen Empfehlungen, Ing. Karl H. Panos 46 Jahre in der Privatwirtschaft tätig gewesen, keine Netzwerk- oder Parteizugehörigkeit, lediglich, offensichtlich erfolgreich, für meine Arbeitgeber gearbeitet! 40 Prozent Pensionsverlust—wo ist da das Privileg? Ihr Redakteur Martin Kwaucka nennt 40 Prozent Pensionsverlust einen „angeblichen Super-GAU“. Ich frage mich, wann bei Herrn Kwauka der wirkliche Pensions-Super-GAU eintritt? Wenn alles Geld, das über drei und mehr Jahrzehnte für eine Zusatzpension angespart wurde, komplett weg ist? Fakt ist: Große Unternehmen konnten es sich beim Überweisen von Pensionsgeldern an die Pensionskassen ordentlich richten. Erst haben sie viel zu wenig Geld überwiesen, dann ihre Hände in Unschuld gewaschen. Der böse, böse Markt, wer konnte das ahnen! Und die Republik Österreich schaute und schaut zu, obwohl sie versprochen hatte, die Firmen-Pensionisten vor dieser Abzockerei zu schützen. Deshalb wollen die Pensis den Staat in die Pflicht nehmen. Herr Kwauka hat für diese Menschen nur Spott und Hohn übrig. Ich wünsche ihm ausdrücklich nicht, dass er einmal so gelegt, gelinkt und im Stich gelassen wird wie die jetzt für den Rest ihres Lebens an schlecht funktionierende Pensionskassen Geketteten. Die müssen zusehen, wie ihr Geld weniger wird und können es nicht einmal abheben! Josef Broukal P.S.: Heuer geht es wieder einmal bergab. Am Ende des Jahres werden es wahrscheinlich 45 Prozent weniger als die versprochenen Pensionen sein. S.g. Hr. Kwauka, was veranlasst Sie so einen „gehässigen“ Artikel zu diesem Thema zu verfassen ? Tatsache ist, dass es sich bei dem Kapital für Pensionszahlungen von Pensionskassen überwiegend um Beträge handelt die durch vertraglich vereinbarte einbehaltene Lohnbestandteile aggregiert wurden. Dank staatlich tolerierter großzügiger Annahmen bzgl. Ertragserwartungen haben sich die ehemaligen Dienstgeber elegant ihrer Pflichten entledigt. Wir , die Pensionskassen-Pensionisten, müssen seit Jahren machtlos zusehen wie das uns vertraglich zugesagte Kapital ( de jure unser Eigentum) von den Pensionskassen am Kapitalmarkt vernichtet wird. Nach 35-jähriger Tätigkeit für meinen ehemaligen Dienstgeber fühle ich mich mit einer Pensionskassen-Pension von derzeit( weigere Kürzungen sind zu erwarten) rund € 600.- und „Alleinverdiener“ nicht als „Privilegierter“. Ich hoffe , dass Sie hinkünftig sorgfältiger recherchieren und sachlicher berichten. Freundliche Grüße Josef Kronemann 1230 Wien josef.kronemann@chello.at ![]() Herr Kwauka! ("Sehr geehrter" kann und will ich nicht schreiben, obwohl ich sonst ein äußerst höflicher Mensch bin !!) Wie kommen Sie zu solchen irrigen Meldungen, welche zynischen Informationen sind Ihnen da ins (falsche) Ohr gesetzt worden? Damit signalisieren Sie der neidischen Bevölkerung, die genau wie Sie der Meinung ist, wir Bezieher von Zusatzpensionen sind Schmarotzer, nur weiteren Unmut uns gegenüber; und das wollen wir uns nicht gefallen lassen! Sie sollten die gesamte Sachlage genau lesen, dann würden Sie sicher alles besser verstehen und mit uns auch einer Meinung sein. Schließlich hat uns unser Arbeitgeber jahrzehntelang ein geringeres Gehalt bezahlt, mit dem Versprechen, die zu erwartende Zusatz-Pension würde damit die staatliche etwas aufbessern. Damit will ich Ihnen auch sagen, daß die staatliche Pension bei weitem nicht an die Höchstgrenze reicht. Warum? Siehe Erklärung oben. Eigentlich bin ich es seit langem leid, jedem zu erklären, daß ich bzw. wir alle nur um unser erarbeitetes Recht kämpfen und von niemandem und schon gar nicht vom Staat ein Geschenk erhalten. Seit 2005 bin ich in Pension und diese wurde bis jetzt um € 300,--/mtl. weniger; das nur zu Ihrer Info, wie gut es uns Pensionisten geht und wie die Zukunft ausschaut. Hauptsache, mit unserem Geld "leben" die Pensionskassen und deren Aktionäre! Gerne würde ich Sie und andere "Nichtwisser" sehen, würden Sie in der gleichen Situation sein! Vielleicht rüttelt Sie mein Brief etwas auf, was ich sehr hoffe, und Sie geben in einer Ihrer nächsten NEWS-Ausgabe eine Berichtigung Ihres falschen Beitrages sowie eine Entschuldigung an uns betroffene Pensionisten auf! Schönen Arbeitstag! Eva Kröppl 1100 Wien, Hederichgasse 7 Zu nachfolgendem Slogan - immer wieder von der Politik vollmundig verwendet - sandte der Pekabe eine Pressemeldung an die APA: "Leistungsträger
sollen nicht Draufzahler sein"
Wie ernst ist dieser neue Polit-Slogan zu nehmen? In der ZIB2 vom 15. April sagte Landeshauptmann Pühringer u. A.: "Leistungsträger sollen nicht Draufzahler" sein. Bundeskanzler Faymann äußert am 1. Mai Respekt vor denen, "die mit harter Arbeit den Großteil in diesem Land erwirtschaften". Für diese müsse politisch "etwas herausschauen". Vizekanzler Spindelegger meint, in der ÖVP sollten künftig "all jene eine Heimat finden, die sich etwas erarbeiten... und jene, die Hand anlegen, statt die Hand nur aufzuhalten". Er kündigt sogar eine Steuerreform an, "sobald wir uns den Freiraum dafür erarbeitet haben". Wie ernst sind solch vage Ankündigungen zu nehmen? Rund 350.000 Österreicher, Anspruchsberechtigte auf eine Pensionskassenpension, sind oder waren solche Leistungsträger. Für sie gilt: "Die Botschaft hör` ich wohl, allein mir fehlt der Glaube!", stehen sie doch jetzt vor den Trümmern ihrer Altersversorgung. Diese Menschen werden um einen großen Teil ihrer Altersversorgung gebracht, die sie zuvor durch teilweisen Lohnverzicht im Lauf ihres Berufslebens selbst erwirtschaften bzw. erwirtschaftet haben! Mit Genehmigung und Förderung durch die Politik haben sich Firmen gestützt auf ein missglücktes Pensionskassengesetz Millionenbeträge für die Absicherung einer dauerhaften Altersvorsorge ihrer Mitarbeiter erspart. Für diese einseitige Begünstigung, die einer Bereicherung der Unternehmensseite zu Lasten der Mitarbeiter gleichkommt, will jetzt niemand mehr verantwortlich sein und dafür einstehen. Ist die Entdeckung der "Leistungsträger" als politisch relevante Gruppierung auch als Hinweis darauf zu verstehen, dass für deren Altersvorsorge im Wege der Pensionskassenpension endlich doch durch die überfällige Pensionskassengesetz-Novelle etwas geschieht? Wer holt die vergessenen Reformvorschläge aus der Lade des glücklosen Staatssekretärs Lopatka und schafft die überfällige echte Reform der "2. Säule" der Altersvorsorge? Wie viele "Leistungsträger" will die Politik eigentlich noch verprellen? Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe Der Sprecher des Fachverbandes der Pensionskassen, Herr Magister Zakostelsky, hat eine Idee - Pekabe stellt richtig: Wozu auf ASVG- Reformkommission aufspringen?Machen Sie bitte Ihre Hausaufgaben, Herr Mag. Zakostelsky!Der
Sprecher des Fachverbandes der Pensionskassen,Mag. Zakostelsky,
möchte die ASVG-Reformkommission "auf alle dreiSäulen ausweiten" (OTS0063 v. 8.4.2011). Eine solche "Reformfusion"der sogenannten 3 Säulen ist jedoch abzulehnen! Wenn jede Säule fürsich zur Reform unfähig ist, soll eine gemeinsame Behandlung Erfolg bringen? Natürlich wäre ein funktionierendes Pensionskassensystem eine sinnvolle Ergänzung zum ASVG, nicht aber das österreichische, welches europaweit das schlechteste ist. Um die nötigen Voraussetzungen jedoch zu erfüllen, müssten die Sozial- partner, vor allem aber auch die Pensionskassen(PK) endlich einmal "Nägel mit Köpfen machen": Zur Erinnerung: In der Schublade von StSekr Lopatka liegt seit 2 Jahren ein Reformentwurf auf Eis. Sein Mangel: wenn auch von Sozialpartnern und PK ausverhandelt, bleiben die PK nach wie vor auch für neue PK-Verträge in der Ansparphase von jeglicher Ergebnis- verantwortung befreit; einzig kosmetische Korrekturen zugunsten der PK werden berücksichtigt. Die 60.000 derzeitigen Pensionisten und etwa die Hälfte der 700.000 Anwartschaftsberechtigten, die in sog. Hochzinsverträgen geknebelt sind, bleiben dabei unberücksichtigt und ihre kalte Enteignung, die bisher bereits fast die Hälfte der PK-Pensionen und-Pensionsansprüche aufgefressen hat, geht in die Prolongation. Diese "Hochzinsverträge" wurden seinerzeit zwischen Dienstgebern und Pensionskassen ausgehandelt. Für die Dienstgeber hieß es: je höher der Rechenzins, desto weniger muss eingezahlt werden, man konnte sich auf Kosten der Mitarbeiter sanieren bzw. sogar üppige Gewinne lukrieren: die ursprünglichen Firmenpensionsansprüche der "Begünstigten" wurden zum überwiegenden Teil künftigen (zu hoch angenommenen, unerzielbaren) Erträgen überantwortet. Seitens der PK hieß es: wir akzeptieren diese Bedingung, um das für uns lukrative Geschäft an Land ziehen zu können. Dass das auf dem Rücken derBetroffenen passiert ist, war beiden Vertragspartnern egal! Die Pensionskassen glauben nun, den Imageverlust, den sie durch das Nichterreichen der von ihnen zugesagten Erträge erlitten haben, damit zudecken zu können, dass sie auf den Zug der ASVG-Reformkommission aufspringen und sich als Retter der Altersvorsorge präsentieren wollen. Da können wir nur sagen: "Schuster, bleib` bei Deinem Leisten!" Als Reaktion auf die schönfärberischen Erklärungen des Herrn Mag. Zakostelsky, dem Sprecher des Fachverbandes der Pensionskassen, gegenüber Medienvertretern hat Pekabe die folgende Erklärung am 27.1.2011 an mehrere Journalisten übermittelt: Pensionskassen- pensionisten bleiben auch 2011 auf ihren Verlusten sitzen
Auch
ein
glücklich zu Ende gegangenes Börsenjahr 2010
ändert nichts an der
Verlustsituation 10.000er
Pensionsempfänger und 100.000er Pensionsanwärter im
österreichischen
Pensionskassensystem. Weit mehr als die
Hälfte der Pensionsbezieher werden 2011 unveränderte
oder gekürzte Pensionen
erhalten. Nach Verlusten, die zuletzt bis zu 45 % gegenüber
den zugesagten
Pensionen erreichten, ist dies ein weiterer Beweis der dringenden
Reformbedürftigkeit
des österreichischen Pensionskassensystems. Es
zeigt sich an den
Durchschnittsergebnissen 2010, einem Jahr, das weltweit für
die
Vermögensveranlagung viel besser gelaufen ist, als bis zuletzt
befürchtet
worden war, dass im gegenwärtigen Pensionskassensystem die
Voraussetzungen für
eine abgesicherte und langfristig berechenbare Altersvorsorge aus der
„2.
Säule“ nicht gegeben sind. Die Politik ist dringend
aufgerufen, endlich als
Ergebnis von zwei Jahren Hinhaltetaktik in der
Pensionskassen-Reformkommission
eine Lösung vorzulegen. Neben einer morschen „1.
Säule“ der Altersvorsorge ist
kein Platz für eine zusammenbrechende „2.
Säule“. Österreichs Arbeitnehmer
haben sich dieses politische Armutszeugnis nicht verdient! Aus Anlass der heutigen Presseberichte und der gestrigen Aussagen von Mag. Zakostelsky, der Sprechers des Fachverbandes der Pensionskassen, ersuchen wir um folgende Richtigstellungen: 1.
Es ist absolut unrichtig, dass
30.000 PK-Pensionisten im Schnitt 4 %
Pensions-erhöhung erhalten. In aller Regel ist bereits
gesetzlich eine
Ober- 5. Reform
des Systems und Sanierung
bleiben daher das Gebot der Stunde. Im Zuge eines Artikels im Trend 11/10 wurde wieder ein Schönfärber des Fachverbandes der Pensionskassen zitiert. Nachstehend eine Richtigstellung des Pe|ka|be: Wie
lange noch darf Herr Zakostelsky unbeirrt und
mit medialer Unterstützung sein gescheitertes Pensionskassen-
system schönreden? Im Windschatten
einer seit Wochen laufenden, politisch motivierten Hetzkampagne gegen
die
ASVG-Pension, bei der die Generationen von verantwortungslosen
Politsprechern
gegeneinander aufgehetzt werden, versuchen die Pensionskassen mit immer
denselben Pseudoargumenten und bewussten Falschaussagen ihre
katastrophale
Mißerfolgsbilanz schönzureden – und die
Medien verbreiten das leider oft ohne
die nötige Kritikdistanz walten zu lassen. Falschmeldung und
Wahrheit zu den Pensionskassenpensionen: Seit
1990 sei eine durchschnittliche Performance
von etwa 6% erreicht worden. Wahr ist vielmehr, dass nur ein
geringer Prozentsatz, vielleicht 5%, der
750.000 PK-Verträge seit 1990 läuft. Die
große Masse an Verträgen kam Ende der
90er Jahre dazu und hier sieht die Statistik bereits katastrophal aus: Seit 2000 wurden
angesichts einer durchschnittlichen Sekundärmarktrendite von
4% bei den
Bundesanleihen von den Pensionskassen nur lächerliche 1,4%
jährliche Bruttoperformance
erwirtschaftet. Und das führt zu einer zweiten Falschmeldung
– oder zumindest
von der einschlägigen Lobby bewusst geduldeten Fehlmeinung in
der
Öffentlichkeit: Performance
sei gleich Pensionserhöhung. Wahr ist vielmehr, dass
Anfangspensionen, um in gleicher Höhe ausbezahlt werden zu
können, eine
jährliche Nettoperformance von 3,5 bis 6,5%, je nach Vertrag,
erfordern würden.
Die oa. Durchschnittsperformance liegt also um 2 bis 5% darunter und
hat daher
im Schnitt eine jährliche Pensionskürzung in dieser
Höhe verursacht. Etwa
50.000 Pensionskassenpensionisten haben somit in 11 Jahren bereits bis
zu 45% unaufholbare
Pensionskürzungen erlitten, den noch aktiven Kolleginnen und
Kollegen steht
diese Kürzung gegenüber der erwarteten Pension beim
Pensionsantritt bevor! Derzeit
werde an einer Reform des
Pensionskassengesetzes gearbeitet, die eine sog. Sicherheitspension
vorsieht,
die derartige Verluste für die Zukunft ausschließt. Wahr ist vielmehr: die
Sicherheitspension ist
eine „Schmähpackung“ der
Pensionskassenlobby, die für die derzeitigen
Pensionisten und Anwartschaftsberechtigte mit einem Alter ab 50 gar
nichts
mehr, bestenfalls für ganz junge neu ins System Einsteigende
wenig bis etwas bringt.
Hunderttausende „Alte“ bleiben nicht nur auf ihren
Verlusten sitzen, sondern
können sich ausrechnen, dass sich ihre Pensionen im Rahmen
ihrer
Lebenserwartung früher oder später in Luft
auflösen werden. O-Ton
Zakostelsky, das Jahr 2008 werde ihnen immer
vorgehalten, wenn es um die Pensionskassen gehe. Wahr ist vielmehr: 2008 war ein
herausragendes
Katastrophenjahr, wenn die Pensionskassen aber in den
„normalen“ Jahren richtig
gewirtschaftet hätten, wäre es möglich
gewesen, 2008 zumindest zum Großteil
durch angesparte Schwankungsrückstellungen auszugleichen. Aber
auch wenn man
2008 ausklammert, waren die PK-Ergebnisse alles andere als berauschend!
Dazu
kommt noch, dass Pensionskassen – teilweise mehrheitlich in
Bankenhand – deren
Flopprodukte im Portefeuille haben (müssen). Das bewirkt eine
indirekte
Bereicherung der Aktionäre auf Kosten der PK-Berechtigten. Und ins Tagebuch
der Neidgesellschaft geschrieben: der Topf, aus dem die
Pensionskassenpensionen
bezahlt werden, ist Eigentum der Berechtigten, er wurde aus
thesaurierten
Lohnbestandteilen während langer Dienstnehmerjahre gespeist
und wird weder
von der Allgemeinheit noch von künftigen Generationen getragen.
Die
(ehemaligen) Dienstgeber haben ihre Mitarbeiter um die
ursprünglichen
Pensionszusagen betrogen und sich selbst durch den Abzinsungsfaktor
unrealistischer Rechnungszinsen(RZ) bis zu 6,5%
Milliardenbeträge erspart.
Diese Rechnungszinsen haben die Pensionskassen mit
Gefälligkeitsgutachten von
Pseudofachleuten im Rücken vollmundig versprochen, obwohl
angesichts der
bevorstehenden Euroeinführung allen wirklichen Fachleuten klar
sein musste,
dass solche Zinsen nicht mehr zu erwirtschaften sein würden.
Das
Finanzministerium bzw. die FMA hat diese Zinssätze also aus
Dummheit oder wider
besseres Wissen genehmigt – dieselbe FMA, die die
Höchstgrenze zulässiger RZ im
Frühjahr 2011 voraussichtlich auf 2% (!) herabsetzen wird.
Für die alten,
überhöhten RZ will aber niemand die Verantwortung
tragen: weder die Politik,
noch die Pensionskassen und schon gar nicht die Dienstgeber, die sich
auf
Kosten ihrer Mitarbeiter saniert haben. Übrigens zum
Großteil dieselben
Dienstgeber, die durch vorzeitige Frühpensionierungen, also
Verdrängung der
älteren Mitarbeiter aus der Arbeitswelt, für die
Probleme der ASVG primär verantwortlich
zeichnen. Und vor
ebendiesem Umfeld haben Herr Zakostelsky, Vorsitzender des
Fachverbandes der
Pensionskassen, und andere Lobbyisten immer wieder die Stirn, diese
sogenannte
2. Säule als attraktive Alternative zum angeblich
unfinanzierbaren ASVG-System
zu propagieren. Günter Braun, Pressesprecher des Pe|ka|be – Schutzverband der Pensionskassenberechtigten
Das unkalkulierbare Risiko langen Lebens Für die derzeitigen Bezieher einer betrieblichen Altersvorsorge läuft noch nicht alles rund. Die zweite Säule ist noch ausbaufähig. Die Pensionskassenbezieher riefen letztes Jahr zu einer Demonstration auf, um auf die Kürzungen ihrer Betriebspensionen aufmerksam zu machen. Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es noch ein paar offene Baustellen - An der zweiten Säule des Pensionssystems führt aber kein Weg vorbeiNatürlich könnte man in der Pension auch eine Zweit- oder Drittkarriere als Rockstar ansteuern, wie es momentan ein Reality-Format im deutschen Privatfernsehen vormacht. Das Risiko, dass aus dem Ganzen nichts wird, ist aber doch recht hoch, die Aussicht, als Rampensau mit E-Gitarre und Mikrofon über die Bühne zu fegen, sowieso nicht jedermanns Sache. Den meisten wird also nichts anderes übrig bleiben, als sich spätestens nach dem allerletzten Arbeitstag anzuschauen, wie viel noch ins Börserl fließt. Seit Anfang der 1990er-Jahre baut Österreich vermehrt auf den Ausbau der außerstaatlichen Pensionsvorsorge. Die kapitalgedeckten Pensionssysteme - dazu gehört neben der betrieblichen ebenso die private Vorsorge, auch bekannt als Säule II und Säule III - ist aber noch ausbaufähig. Nur rund ein Viertel der Beschäftigten hat Anspruch auf eine Firmenpension. Ein Umstand, der sich für Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen, ändern wird müssen. "In anderen Ländern haben Firmenpensionen eine längere Tradition. Die betriebliche Altersvorsorge wird sich langfristig aber auch hier durchsetzen, weil kein Weg daran vorbeiführt. Die von allen Experten vorhergesagte Pensionslücke ist unausweichlich, weil immer weniger Arbeitnehmer immer mehr Pensionisten finanzieren müssen", meint er. Doch das System der betrieblichen Altersvorsorge in Österreich kämpft derzeit noch mit seinen Kinderkrankheiten. Viele Betriebspensionen sanken nämlich in den letzten Jahren kontinuierlich. "Auch fürs heurige Jahr ist die Trendentwicklung nicht so, dass man sagen könnte, es ist alles bestens. Die Performance liegt derzeit bis zu fünf Prozent unter dem, was notwendig ist, um eine gleichbleibende Pensionszahlung zu gewährleisten", erklärt Günter Braun, der Pressesprecher des Schutzverbandes der Pensionskassenbezieher pekabe, im Gespräch mit derStandard.at. In den letzten Monaten und Jahren gerieten pekabe und der Fachverband schon öfters aneinander. Problem: Rechnungszins Es ist vor allem der Rechnungszinssatz, auf dem die Probleme der Pensionsbezieher fußen. Der Rechnungszins ist jene Verzinsung, die jährlich erreicht werden muss, damit die ausbezahlte Pension gleich bleibt. Klingt kompliziert, ist es auch. Viele Verträge Ende des vergangenen Jahrzehnts wurden mit Rechnungszinsen von 5,5 bis 6,5 Prozent abgeschlossen. Das heißt konkret, dass der Arbeitgeber pro Jahr um diesen Prozentsatz weniger in die Pensionskasse einzahlen muss, da der Betrag schließlich über die Performance hereinkommen soll. Die Pensionshöhe wird jährlich neu fixiert, berechnet wird sie aus dem "angesparten" Kapital plus der Performance des Jahres, unter Berücksichtigung von Risikoabschlägen - Stichworte: Lebenserwartung, Sterbetafeln. Aus dem Topf wird dann die aliquote Jahrespension berechnet. Und hier spießt es sich: Da die Rechnungszinsen nach wie vor oft bei 5,5 bis 6,5 Prozent liegen, die jährliche Performance aber teils deutlich darunter bzw. gleich im Minusbereich zu finden war, haben sich auch die Pensionszahlungen verringert. Auch der Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen sieht hier die größte Baustelle. "Nach dem Platzen der Internet-Blase und der weltweiten Finanzkrise wissen wir, dass solche Erträge langfristig schwer möglich sind. Seit Jahren werden die davon betroffenen Pensionen gekürzt, sogar in guten Jahren. Ich hoffe aber, dass zumindest langfristig eine Lösung möglich ist, wenn beispielsweise neue Mitarbeiter der betroffenen Unternehmen in einen realistischen Rechnungszins einsteigen." Tatsächlich ist es so, dass mit der Pensionskassengesetz-Novelle 2003 der Rechnungssatz ohnehin deutlich nach unten geschraubt wurde, auf maximale 3,5 Prozent. Allerdings arbeiten die alten Verträge noch mit den alten Rechnungszinsen. In die Verantwortung nimmt der pekabe hier auch die Politik, der fehlende Kapitalstock - der sich nicht über die jährliche Performance einheben ließ - müsse entweder vom Staat oder von den Unternehmen eingehoben werden. So stellte auch eine Studie zum Vergleich europäischer Betriebspensionssysteme im Auftrag der Arbeiterkammer Wien 2008 fest, dass in Österreich die Risiken der Kapitalveranlagung ausschließlich zu Lasten der Pensionsbezieher bzw. der -anwärter gehen. Ein Umstand, der für den pekabe nicht haltbar ist. Warten auf die Reform Abgesehen von den Kürzungen und den Problemen, mit denen sich die Bezieher von Firmenpensionen heute herumschlagen, steht Braun der betrieblichen Altersvorsorge aber nicht prinzipiell negativ gegenüber: "Für einen heute 20-Jährigen, der bis zum Antritt des Ruhestands noch cirka 30, 40 Jahre Zeit hat, bei dem wird sich über die Jahre hinweg sicher ein Ausgleich etwaiger Verluste ergeben." Bei den derzeitigen Pensionskassen-Pensionisten sei aber eben "kein Spielraum für Wellenbewegungen" gegeben. Forderungen seitens des pekabe nach einer Auszahlung der Beiträge aus den Pensionskassen erteilt Zakostelsky einmal mehr eine Abfuhr. Eine Pensionskassengesetz-Reform lässt jedenfalls schon seit längerem auf sich warten. Wie auch aus der Arbeiterkammer-Studie hervorgeht, funktioniert das Betriebspensionssystem in anderen Ländern ganz gut. Allerdings gibt es hier eine gewisse Absicherung der Leistungsbezieher. Sei es durch Finanzierungspflichten der Unternehmen bei Unterdeckung, wie sie zum Beispiel in den Niederlanden oder in Großbritannien vorliegen, oder eine garantierte Mindestverzinsung bzw. Mindesterträge auf eingezahlte Beträge, wie sie in Deutschland oder Belgien existieren. Damit können Firmenpensionen-Bezieher auf eine gewisse Sicherheit bei der Auszahlungshöhe bauen. Die Option Rockstar bleibt schließlich immer offen. (Daniela Rom, derStandard.at, 27.9.2010) Quelle: Der Standard v. 27.9.2010 Ein neuer Schönfärber mit alten Farben aus alten Kübeln - Presseaussendung des Pekabe v. 13.8.2010: ![]() Die Presseaussendungen des Fachverbandes der Pensionskassen und die Wahrheit Sinkende Erträge und 1 ½ Jahre erfolglose Reform- kommission sollen als Erfolg verkauft werden. Der neue Fachverbandsobmann Zakostelsky versucht, das Halbjahresergebnis 2010 der Pensionskassen(PK) von 2,39% als Erfolg zu verkaufen und eine heile Pensionkassenwelt zu suggerieren! Er verschweigt geflissentlich, dass der Aufwärtstrend der Performance bereits im Mai d.J. gestoppt wurde; das 2.Quartal 2010 schlägt sich immerhin bereits mit einem Verlust von -0,54% zu Buche und die negative Tendenz setzt sich auch im Juli und August fort. Auch Zakostelsky beschreitet somit – wie sein Vorgänger Böhm - weiterhin den Weg der Falschmeldungen und Halbwahrheiten. Was soll die Feststellung eines „Ertrags auf ein Jahr von 8,63%“? Unterjährige Ertragsziffern haben an sich keinen Aussagewert. Einzig und allein die Performance per 31.12. eines Jahres zählt! Einen Ertragswert von Juni zu Juni zu konstruieren, schlägt also dem Fass endgültig den Boden aus. Wann wird der Fachverband endlich von seinen unseriösen Jubelmeldungen zu einer fairen Berichterstattung übergehen? Wann wird er von sich aus zugeben, dass ein Ertrag von 2,39% keine Pensionserhöhung bedeutet, sondern für alle Pensionsbezieher mit einer Pensionskürzung bis zu 5% gleichzusetzen ist. Tatsache ist, dass mindestens 6% bis 8% Ertrag erwirtschaftet werden müssten, um nach Abzug der PK-Kosten für die überwiegende Mehrheit der betroffenen Pensionisten den Rechnungszins von bis zu 6,5% und damit eine nur gleichbleibende Pension zu erreichen, ganz zu schweigen von einer Inflationsabgeltung. Wenn Hr. Zakostelsky nun der Sicherheit den Vorrang gegenüber hohen Erträgen einräumt, so versucht er die von den Pensionskassen einst vollmundig versprochenen und auch vertraglich vereinbarten jährlichen Veranlagungs- erträge von 7,5% und mehr aus dem Bewusstsein zu verdrängen. In den letzten 10 Jahren haben die heimischen PK durchschnittlich nur etwa ein Viertel ihrer Zusagen erzielt. Die Folgen dieser drastischen Verfehlungen hatten und haben die PK-Berechtigten – ca. 60.000 derzeitige und eine halbe Million zukünftige PK-Pensionsempfänger – in Form von Pensionskürzungen bis zu 45% zu tragen. Und die sind ohne einen Zuschuss von dritter Seite in der verbleibenden Lebenszeit absolut unaufholbar! Dass es sich hier bei einer durchschnittlichen Monatspension von 474,- EUR bestimmt nicht um Luxuspensionen handelt, sollte nicht unerwähnt bleiben. Dass Hr. Zakostelsky mit dem bisherigen Verlauf der Arbeit der Reformkommission zufrieden ist, versteht sich von selbst, haben doch die PK dank ihrer übermächtigen Lobby sämtliche Versuche, für die vom Debakel der 2.Säule am härtesten Betroffenen eine Milderung zu erreichen, nicht nur erfolgreich abgewehrt, sondern sind am besten Weg, ihren „Besitzstand“ noch weiter auszubauen – will heißen: weiterhin keine Ergebnisverantwortung für die PK – volles Risiko für die PK-„Berechtigten“ und endgültige Einzementierung der bisher erlittenen Pensionshalbierung. Pekabe, der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, wird sich jedenfalls weder von einer Refomkommission abspeisen lassen, die nach nunmehr 1 ½ Jahren keinerlei für die PK-Geschädigten brauchbare Ergebnisse aufzuweisen hat, noch von der heilen Welt, die Herr Zakostelsky vortäuschen möchte. Günter Braun Lopatka spricht:L Ein Artikel von Staatssekretär Lopatka in "Der Standard" vom 10.5.2010 unter "Kommentar der Anderen" erfordert dringend eine Erwiderung. Er beweist hier leider erneut, dass er, obwohl Vorsitzender der Reformkom- mission(!), das Pensionskassensystem noch immer nicht objektiv durch- schaut hat und dass er sich selbst zum Sprachrohr der Pensionskassen und ihrer - leider - übermächtigen Lobbies degradiert. Unser Pressesprecher, Günter Braun, hat nachfolgenden offenen Brief an die Redaktion von "Der Standard" mit der Bitte um Veröffentlichung gesandt:
ihr Artikel im
Standard vom 10.5. „Warum die Pensionskassen die Zukunft
sind“ zeigt leider,
dass Sie die Materie offenbar noch immer nicht richtig durchschaut
haben. Man
ersieht daraus zweierlei: erstens, dass Sie
sich selbst zum Sprachrohr des Fachverbands der Pensionskassen
degradieren,
indem Sie auch deren unzumutbare
„Privilegiertenkeule“ schleudern. Wenn trotz
der von Ihnen erwähnten Spitzenbezieher von 10.000 Euro
monatlich oder mehr die
Durchschnittspension aus Pensionskassen bei rund 450,- Euro liegt, kann
Adam
Riese beweisen, dass diese Spitzenpensionen an wenigen Fingern
abzuzählen und
so für die breite Masse der rund 700.000 Berechtigten nicht
repräsentativ sind!
Vom Leiter der Reformkommission sollte man sich mehr
Objektivität erwarten
können. Zweitens zum
Thema Lohn- versus Kapitalertragssteuer: die im Sinne Ihrer
Argumentation
tatsächlich „lohnsteuerpflichtigen“
Beträge sind nur Teile der ausbezahlten
bzw. in Zukunft auszuzahlenden Pensionen. Die Pensionshöhe
richtet sich nach
einer fiktiven Kapitalgröße, die jährliche
Pensionskassenerträge von bis zu 8%
für alle Zukunft voraussetzt. Deshalb kommt es ja bei den
Pensionen laufend zu
Kürzungen, da die Pensionskassen diese Erträge im
Schnitt nie erreicht haben: realiter
nicht einmal 3% jährlich im langjährigen Schnitt. Die
Betroffenen zahlen also
derzeit mehrheitlich „Lohnsteuer“ von fiktiven
künftigen Eventualgewinnen. Rund
2/3 der derzeit zu zahlenden Lohnsteuer müssten daher ohnehin
sofort auf KESt-
Niveau herabgesetzt werden! Sehr geehrter
Herr Staatssekretär, die Pensionskassenberechtigten erwarten
von Ihnen im
Rahmen der geplanten Reform Nägel mit Köpfen! Die
derzeit dem Vernehmen nach
diskutierten Punkte wie etwa die sogenannte
„Sicherheits-VRG“, die den Namen in
der vorliegenden Variante jedoch in keiner Weise verdient, sind nicht
geeignet,
das System endlich auf ein tragfähiges Fundament zu stellen.
Wenn Ihnen an der
2. Säule als notwendiges und nützliches Pendant zur
ASVG-Pension wirklich
gelegen ist, müssen Sie die derzeit in Ihrer Kommission
diskutierten Vorschläge
jedenfalls größtenteils zurückweisen. Und noch ein Wort
zum Pauschalsteuersystem: wenn sich nach Ihrer Aussage der Vorteil des
Staates
bei dieser Variante nach 5 Jahren in einen Nachteil verwandelt, sollten
Sie
nicht vergessen, dass dem Staat als Urheber des derzeitigen,
missglückten
Pensionskassensystems eine gewisse
„Wiedergutmachung“ an den Geschädigten
zukäme. Von erzielten Mehrerträgen durch vorzeitiges
Ableben eines statistisch
auch nicht unwesentlichen Teiles der Pensionisten ganz zu schweigen. Mit freundlichen
Grüßen Günter Braun Pressesprecher
des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten Griechenlandpleite und Pensionskassen – ein Vergleich Politik
versagt – Bürger bezahlen die Zeche Nicht, dass die
Griechen getrickst und sich den Eintritt in die Eurozone erschlichen
haben,
empört den europäischen Bürger
vordergründig. Auch die Finanzspritze der
Eurostaaten ist nicht das primäre Problem – in der
nunmehr verfahrenen
Situation war dieser Schritt leider notwendig, um noch Ärgeres
zu verhindern.
Dass man sich aber auf höchster politischer Ebene in Europa
austricksen hat
lassen (oder ist man nur den Einflüsterungen der Wirtschafts-
lobbies gefolgt?)
und dass man sich jetzt mit einem Sparprogramm zufrieden gibt, das
höchstens
kurz- bis mittelfristig Symptome heilt, aber nicht geeignet ist, die
griechische Wirtschaft wettbewerbsfähig zu machen und damit
den Staat wirklich
zu sanieren – das ist der eigentliche Skandal! Die Verant- Was das mit dem
österreichischen Pensionskassensystem zu tun hat? Auch hier
hat die Politik –
den Industrie- und Bankenlobbies hörig und aufgrund von
Gefälligkeitsgutachten
von sogenannten Experten – ein Pensionskassengesetz
geschaffen, das einerseits
die Großunternehmen großzügig
subventioniert hat, indem man es ihnen ermöglichte,
sich ihrer Leistungsverpflichtungen
zu
rund 2/3 auf Kosten ihrer Mitarbeiter elegant zu entledigen und das
andererseits den Pensionskassen eine einträgliche und
risikolose Pfründe
geschaffen hat, wofür wiederum die
„Begünstigten“ die volle Zeche zahlen. Die
Konsequenzen sind bereits innerhalb von nur 10 Jahren bis zur
Halbierung zusammenge- Im Falle
Griechenland hat die europäische, beim
österreichischen Pensions- Günter Braun Pressesprecher
des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten – PE|KA|BE
Mailto: pressesprecher@pekabe.at Tel. 0699 – 111
58 699 Pensionisten als Budgetsanierer Während
auf Ebene der Regierungsparteien gerade eine Art Wettbewerb in Sachen
Steuererhöhungen im Gang ist, melden sich Pensionskassen- und
Seniorenvertreter mit einem "lukrativen" Gegenvorschlag zu Wort - Von
Günter Braun In der budgetpolitischen Pattstellung, in der es nur mehr um gegenseitige Vorschläge der Regierungsparteien zu Steuererhöhungen geht, bietet sich eine Alternative an, die zur Haushaltskonsolidierung einen wertvollen Beitrag liefern könnte, merkwürdigerweise aber von den Entscheidungsträgern bisher nicht einmal ignoriert wurde. Dieses Modell sieht eine Alternative zur derzeitigen Lohnsteuerpflichtigkeit der Pensionskassenpension vor: Wer eine Steuervorauszahlung auf sein gesamtes aktuelles Deckungskapital in der Pensionskasse in Höhe seines halben Lohnsteuersatzes zahlt, soll dadurch die Steuerfreiheit dieses Pensionsteils auf Lebenszeit erlangen. Das würde dem Finanzminister sofort (Budget 2011) bis zu 500 Millionen in die Kassen spülen und so einen wesentlichen Beitrag zur Budgetsanierung leisten. Die betroffenen Pensionisten hätten den Vorteil, dass die Zusatzpension zwar gekürzt, dafür aber in Zukunft brutto für netto ausgezahlt würde. Das brächte eine Nettoerhöhung - und damit eine Teilmilderung der aufgrund der Folgen des missglückten Pensionskassengesetzes bisher eingetretenen empfindlichen Pensionskürzungen der letzten Jahre. Die künftigen Pensionisten, denen diese Alternative bei Pensionsantritt auch geboten werden sollte - sie haben schließlich in ihrem Deckungskapital ebenfalls unaufholbare Verluste erlitten, die sich auf ihre künftige Pension auswirken werden -, würden jährlich in Zukunft, grob geschätzt, um die 100 Millionen für das Budget bereitstellen. Das Minus gegenüber der derzeitigen Lohnsteuerleistung wird durch die Vorauszahlung relativiert: Bei einem Ableben des Pensionisten vor der versicherungsmathematischen Lebenserwartung wäre teilweise sogar gewissermaßen über den Tod hinaus noch Steuer (vor)geleistet worden. In Summe ist aber jedenfalls zu berücksichtigen, dass das erhöhte Mehrwertsteueraufkommen durch den verstärkten Konsum der Pensionisten die künftigen Mindereinnahmen aus der Lohnsteuer weitgehend egalisieren würde. Die ideologische Barriere, die sich im Vorwurf manifestiert, es handle sich dabei um eine Bevorzugung der Pensionskassenpension gegenüber der ASVG, entbehrt der Realität: Die Pensionskassenpension finanziert sich aus einem individuellen Deckungskapital - in langjährigen Berufsjahren angesparte, thesaurierte Lohnbestandteile, die allerdings zu etwa zwei Dritteln der Unsicherheit der künftigen Kapitalmarktentwicklung überantwortet wurden. Im privaten Sparbereich wäre die Ausschüttung aus einem derartigen Topf bloß mit 25 Prozent KESt-pflichtig und nicht der Lohnsteuerprogression unterworfen. Bei der ASVG handelt es sich hingegen um eine stabile, auch laufend inflationsbereinigte staatliche Altersversorgung aus Budgetmitteln, für die jeder Staatsbürger im Rahmen seiner Berufstätigkeit seine Beiträge geleistet hat und im Sinne des Generationenvertrags auch in Zukunft leisten wird. Durch die Schaffung des Pensionskassengesetzes in seiner derzeitigen Form und die Duldung unrealistisch überhöhter Rechnungszinsen hat der Staat Mitschuld an den exorbitanten Kürzungen bei Pensionskassenpensionen von mitlerweile absolut unaufholbaren (bis zu) 45 Prozent. Mit der Einführung eines Pauschalsteuersystems könnte also eine teilweise Schadenswiedergutmachung geleistet und ein Signal in Richtung staatlicher Mitverantwortung gesetzt werden. Die im Rahmen dieser Vorsteuer unmittelbaren Budgetzuflüsse würden darüber hinaus die derzeitige Diskussion um allgemeine Steuererhöhungen zur Konsolidierung des Staatshaushalts positiv bereichern. Zur Person: Günter Braun ist Pressesprecher des Schutzverbands der Pensionskassenberechtigten (Pekabe), der das hier skizzierte System, gemeinsam mit dem Seniorenrat, schon vor mehreren Wochen dem Petitionsausschuss des Nationalrats zugeleitet hat - bisher ohne Reaktion Quelle: DER STANDARD-Printausgabe, 21.4.2010 Am Tag der Demonstration am Ballhausplatz hat der Fachverband neuerlich Behauptungen aufgestellt und über die APA verbreitet, die nur noch Kopfschütteln hervorrufen. Wir haben nachstehend richtiggestellt: Pensionskassen verbreiten Unwahrheiten Äußerungen des Fachverbands werden immer dreister! Knapp 3% Performance im
1.Quartal 2009 hatAussagekraft Null! Entschei-
dend ist der 31. Dezember. Es darf daran erinnert werden, dass Herr Böhm in einer ORF-Lifediskussion noch imHerbst des Katatrophenjahres 2008 vollmundig erklärt hat, er erwarte eine "Schwarze Null" zum Jahresende. Tatsächlich gab es im Durchschnitt der Pensionskassen 13% Minus! Wenn Herr Böhm erklärt, die Pensionskassen seien auf gutem Weg, die Verluste der Vergangenheit auszugleichen, so weiß er selbst ganz genau, dass das eine Lüge ist! Verluste sind absolut unaufholbar - oder ist Herr Böhm wirklich so naiv, an jahrelange zweistellige Zuwachsraten in der Zukunft zu glauben? Der dauernd ins Treffen geführte Durchschnitt von 5,92% seit 1990 berücksichtigt in keiner Weise das jeweils gegenüberstehende Kapital und ist daher irreführend und somit in seiner Aussagekraft falsch. Dass damit bewußt immer wieder argumentiert wird, zeigt, wer wirklich für irreführende Meldungen und Verdrehungen der Fakten verantwortlich ist. Der Fachverband wirft dem Pe|ka|be das vor, was er selbst seit Jahren nachweislich tut: irreführende Meldungen verbreiten. Zu den sogenannten "Fakten" des Fachverbands: 1. Es kam nicht nur bei Altverträgen mit hohen Rechnungszinsen zu deutlichen Kürzungen. Bei einer Durchschnittsperformance von 2,1% seit 2000 mussten auch Verträge mit 3,5% RZ empfindliche Kürzungen erleiden. 2. Pe|ka|be hat nie von Kleinrentnern gesprochen. Die Durchschnittspension aus der Pensionskasse beträgt rund 450 Euro. Eine Handvoll General- direktoren mit deutlich höheren Bezügen ist in diesem Durchschnittsbetrag bereits enthalten. 3. Einige Großunternehmen haben Rechenzins von 5% aufwärts keineswegs als realistisch eingeschätzt. Sie haben diese Zinssätze verlangt, um sich ihrer Pensionszahlungsverpflichtungen zu entledigen. Wenn die Pensions- kassen aber diese Zinsen nicht zugesagt hätten, wären derartige Vertrags- abschlüsse nicht möglich gewesen. Betroffen sind davon ca. 50.000 der derzeit 70.000 Pensionskassenpensionisten und nicht "nur" 20.000. Von einer Million hat Pe|ka|be nie gesprochen; wir haben immer nur darauf hingewiesen, dass die nunmehr bereits 700.000 Anwartschaftsberechtigten ebenso von der Pensionskassen-Misere betroffen sind, diese aber erst zu ihrem Pensions- antritt verspüren werden. Insgesamt ist die pekabe-Aussage, dass inklusive Familienangehörigen über 1 Million Mitbürger im schlechtesten Pensions- kassensystem Europas gefangen sind, daher nur legitim. 4. Wenn der Rechenzins nicht erreicht wird, verringert sich die Pension: wie wahr. Aber wer hat denn seinerzeit vollmundig unrealistisch hohe Rechenzinse versprochen, um das Geschäft mit den Pensionen zu machen? 5. Seit 2004, nicht seit 2003, dürfen nur mehr Verträge mit 3,5% Rechenzins abgeschlossen werden. Aber deren Ertrags-Ziel wurde je nach Abschlussjahr unterschritten, manche in den Jahren 2006-2008 abgeschlossenen Verträge weisen sogar Verluste auf. Rückfragehinweis: Der Fachverband der Pensionskassen hat, offenbar im Vorfeld unserer Demonstration, haarsträubende Argumente, wie - besser wenig als nichts, schaffen das Geld beiseite, Sozialstaat sollte für jene dasein, die wenig haben usw. im Kurier von sich gegeben. Pekabe hat mit der nachstehenden APA-Aussendung noch am gleichen Tag diese polemischen Phrasen zurückgewiesen und richtiggestellt: Pensionskassen: Falschdarstellung und Unwahrheit sind keine Lösung Klarstellung zu Böhms infamen Dauerphrasen im Kurier vom 12.4. Wien (OTS) - Statt endlich
einmal dazu beizutragen, dass die Reform-
kommission aus ihrer Pattstellung herauskommt und Nägel mit Köpfen macht, setzt Herr Böhm die Strategie seiner Halbwahrheiten und Falschmeldungen sowie seiner Diffamierungen des Schutzverbands der Pensionskassen- berechtigten fort. Mit dieser Strategie wird es nicht möglich sein, das österreichische Pensionskassensystem aus seiner Agonie zu holen! Entgegen Böhms falscher Aussage hatte der Verfassungsgerichtshof 2006 - nicht 2002 - keine "Klage der Pensionisten abgewiesen", sondern in einem Gesetzesprüfungsverfahren auf Antrag der SPÖ-Nationalratsfraktion deren Bedenken wegen der Verfassungswidrigkeit der Abschaffung der alten Mindestgarantie als nicht begründet angesehen. Böhm begrüßt diese Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes, denn sonst "wäre die Performance der Pensionskassen viel schlechter geworden, da die Pensionskassen dann nämlich extrem vorsichtig veranlagen hätten müssen". Hätten sie nur vorsichtiger veranlagt! Böhm hat den Kontakt zur Realität verloren, da eben wegen unvorsichtiger Veranlagung der Pensionskassen 2008 das Debakel mit den folgenden Pensionskürzungen um nochmals bis zu 25 % herauskam. Vorsichtige Veranlagung wurde auf Drängen der Pensionskassenlobby durch eine Pensionskassengesetznovelle abgeschafft, die den Kassen seither eine Aktienquote von 70 % in der Veranlagung gestattet. Es ist eine beispiellose Infamie, die legitime Forderung der Pensionskassen- geschädigten nach Herausgabe ihres Kapitals, soferne es zu keinen vernünftigen Reformschritten kommt, so darzustellen, als würden die Pensionisten ihr "Geld auf die Seite räumen". Schließlich handelt es sich um das Eigentum der Betroffenen, das wurde auch vom VerfGH durch die Zuerkennung des Vertragspartnerstatus anerkannt! Wenn Pensionskassengeschädigte, die ihr Kapital herausgenommen haben, einmal zum Pflegefall werden, fallen sie laut Böhm dem Sozialstaat zur Last. Das ist die Unwahrheit, wahr ist vielmehr: Wenn die Pensionskassen so weitermachen dürfen, wie bisher, geht das Kapital in der Pensionskasse bald gegen Null - fast die Hälfte wurde ja bereits jetzt verzockt bzw. nicht - wie versprochen - erwirtschaftet. Wenn das Kapital im Verfügungsbereich des Begünstigten liegt, wird es hingegen im oa. Sozialfall voll angerechnet. Der Appell an die Neidgenossenschaft als Ablenkungsmanöver für eigenes Unvermögen ist mehr als billig - er ist geschmacklos! Die sogenannte "Sicherheitspension" als Lösung anzupreisen, ist wieder eine Falschaussage: der Umstieg in diese Variante würde bei den meisten Betroffenen sofort zu einer weiteren Pensionskürzung von gut 30 % führen, es würde also zusätzlich zu den bisherigen Verlusten von bis zu 45 % die ursprünglich zugesagte Pension auf nur noch ein besseres Drittel reduziert- und von einer wirklichen Sicherheit dieser Restpension wäre trotzdem keine Rede! Pe|ka|be kann darauf nicht oft genug hinweisen! Aus Anlass der Übergabe einer Petition an die Präsidentin des Nationalrates, Prammer, am 29.1.2010 hat Pekabe folgende APA-Meldung heraus- gegeben: Pensionskassenreform: Abgeordnete von vier Parteien übergeben Petition an NR-Präsidentin Prammer Abhilfe für Pensionskassen-Pensionsverluste von bis zu 45% gefordert Wien (OTS) - In den 1990er Jahren haben viele Unternehmen vertraglich zugesicherte Firmenpensionen in Pensionskassen ausgelagert. Dabei waren Pensionskassen und Unternehmen, aber auch das genehmigende Finanzministerium davon ausgegangen, dass in alle Zukunft alljährlich im Schnitt sieben bis acht Prozent Ertrag erwirtschaftet werden könnten. Diese viel zu optimistischen Annahmen sind durch die Finanzmarktentwicklung seit dem Jahr 2000 Lügen gestraft worden. Da die Pensionskassen im Durchschnitt der letzten 10 Jahre nicht acht sondern nur rund zwei Prozent Ertrag erwirtschafteten, mussten sie die Pensionen gegenüber den Zusagen um bis zu 45 % kürzen. Die Bundesregierung hat die falsch eingeschätzten, völlig unzureichenden Erträge aus der Veranlagung der Pensionskassen als wesentliche Ursache für diese massiven, unaufholbaren Pensionskürzungen und die Krise in der "2. Säule" der Altersvorsorge anerkannt. Sie hat aber offenkundig nicht vor, den Betroffenen auch nur zu einem teilweisen Ausgleich ihrer Verluste zu verhelfen, und dies trotz ihrer Mitverantwortung als genehmigende Behörde. Daher werden heute der Konsumentensprecher der SPÖ, Mag. Johann Maier und die SeniorensprecherInnen von ÖVP, FPÖ und BZÖ, Mag.Gertrude Aubauer, Werner Neubauer und Ursula Haubner an Frau NR-Präsidentin Prammer eine gemeinsame Petition an den Nationalrat überreichen. Diese Petition vertritt das Forderungsprogramm des Schutzverbandes der Pensionskassenberechtigten - PE|KA|BE. Sie soll sicherstellen, dass dem Pensionskassensystem wieder vertraut werden kann , die Rechte der betroffenen rund 50.000 Pensionisten und von etwa 200.000 Pensionsanwärtern bei der geplanten Pensionskassenreform nicht unter den Tisch gekehrt werden und die ansonsten unaufholbaren schweren Verluste aus den letzten zehn Jahren zumindest teilweise ausgeglichen werden. Nachdem wir die Geheimniskrämerei mit dem Termin der Fachverbands-Pressekonferenz (haben die etwa Angst vor uns? Angst braucht nur zu haben, wer ein schlechtes Gewissen hat!) doch mit rechtzeitigen APA-Stellungnahmen durchkreuzen konnten, stellen wir erfreulicherweise fest, daß etliche Institutionen bei diesem Thema auf unserer Seite stehen, wie man den zahlreichen APA-Aussendungen entnehmen kann. Wohlmuth: Pensionskassenreform "an Haupt und Gliedern" muss 2010 kommenDramatische Pensionsverluste trotz aktueller Performance nicht mehr aufholbar Wien
(OTS/SK) - Die Pensionskassen erzielten zwar zuletzt positive
Quelle: OTS-Originaltext Presseaussendung unter
ausschließlicher inhaltlicher Veerantwortung des AussendersErgebnisse - im Durchschnitt 9 Prozent Plus. Im Vergleich zur ATX-Performance stellt sich dieser Ertrag ohnehin bescheiden dar. Die Bezieher einer Pensionskassen-Pension haben aber sehr wenig davon: sie bekommen magere 1 bis maximal 2 Prozent drauf. Und das nach zuletzt vielen Jahren der Kürzungen, die in Summe bis zu 45 % ausmachten und die nicht mehr aufholbar sind. Die derzeitige Gesetzeslage limitiert die Kürzungen der Pensionen nach unten nicht, die Steigerungen nach oben aber de facto schon. "Die Jubelmeldungen über die Vorjahres-Performance der Pensionskassen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Reform des Pensionskassen-Gesetzes an Haupt und Gliedern unerlässlich ist", erklärte heute Pensionistenverbands-Generalsekretär Andreas Wohlmuth. "Die den Seniorenvertretern für Anfang des Jahres zugesagten Verhandlungen müssen jetzt rasch aufgenommen werden, um ein umfassendes und sorgfältiges Reformgesetz zu den Pensionskassen 2010 beschließen zu können", so Wohlmuth. Die Kritik des Pensionistenverbandes richtet sich auch gegen die Pensionskassen: "Die Pensionskassen haben es leicht. Die Pensionskassen-Versicherten und Pensionskassen-Pensionisten haben es hingegen schwer: es gibt für sie keine Garantien, keine Sicherheit, keine Transparenz und keine Mitsprache, keine Wechselmöglichkeit. Das alleinige Risiko tragen die rund 700.000 versicherten ArbeitnehmerInnen und 65.000 Pensionskassen-Pensionisten allein, die Pensionskassen selbst sind immer im Leo", kritisiert Wohlmuth. Der Österreichische Seniorenrat - die im Range eines Sozialpartners befindliche Interessensvertretung der Pensionisten - fordert konkret für die bereits im Pension befindlichen Leistungsberechtigten: * Ein Abfindungs-Steuermodell (bei Verbleib in der Pensionskasse) oder Auszahlung der Deckungsrückstellung: jeweils mit steuerlicher Begünstigung * bei der Schwankungsrückstellung: Befreiung von der Dotationsverpflichtung - wenn der vereinbarte Rechnungszinssatz nicht erwirtschaftet wurde * die Vertretung von Pensionskassen-Leistungsberechtigten in den Aufsichtsräten von Pensionskassen "Die Verantwortung liegt bei der Politik, die Misere des Schüssel-Grasser-Pensionskassen-Gesetzes rasch zu beenden bzw. zu ändern," so Wohlmuth, der auch eine Informations- und Aufklärungskampagne bei der jüngeren Generation starten will: "Es kann nicht sein, dass das staatliche Pensionssystem, das Jahr für Jahr sicher, pünktlich und wertgesteigert die Pensionen auszahlt permanent schlecht geredet wird, während die mit höchstem Kürzungsrisiko ausgestatteten Betriebs- und Pivatpensionen als 'Allheilmittel' dargestellt werden", so Wohlmuth abschließend. Rückfragehinweis: Andreas Wohlmuth Pensionistenverband Österreich Um die zu erwartenden Jubelmeldungen der Pensionskassen zu relativieren, hat Pekabe am 13.1.2010 folgende Pressemeldung über die APA veröffenlicht: Pensionskassenpensionen: Nach Maxi-Kürzungen 2009 heuer bestenfalls Mini-ErhöhungenBisherige Verluste für Pensionisten unaufholbar
Das geltende Pensionskassen-Gesetz verbietet auch
nach Jahren mit höheren Veranlagungserträgen Pensionserhöhungen über 1-2 %. Schon dadurch ist es unmöglich, die schweren Verluste der Vergangenheit jemals auszugleichen. Außerdem wären dazu Ertragszuwächse im zweistelligen Prozentbereich über Jahrzehnte notwendig, die wohl keiner der heute im Schnitt 70-jährigen Pensionisten erleben wird. Das Veranlagungsgeschick der Pensionskassen in den letzten zehn Jahren, in denen die durchschnittliche Jahresperformance nicht einmal 3 % erreichte, hat im Übrigen gezeigt, was die Pensionskassenpensionisten erwartet. An diesem Befund ändert auch die Aussage der Pensionskassen nichts, das Jahr 2009 habe gute Erträge gebracht. Es handelt sich dabei - und auch nur zum Teil - gerade einmal um das Erreichen der vertraglich zugesagten Ziele, um nicht mehr. Im Verhältnis zu den bis zu 45%igen Pensionskürzungen seit 2000 leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das geltende Pensionskassengesetz sieht kein Sicherheitsnetz gegen Verluste vor, Pensionskürzungen sind unbegrenzt möglich, Pensionserhöhungen sind mit maximal 2 % limitiert. Die von der Regierung vor einem Jahr zugesagte Pensionskassenreform steckt in der Sackgasse, der völlig unzureichende erste Entwurf einer Pensionskassengesetz-Novelle liegt seit einem halben Jahr auf Eis. Für hunderttausende Pensionskassenberechtigte gibt es damit auch in Zukunft keine finanzielle Sicherheit und keine Möglichkeit, die Altersvorsorge zu planen, für die bereits geschädigten Pensionisten ist überhaupt keine Hilfe vorgesehen. Vor diesem Hintergrund gilt für die ewigen Schönfärbereien der Pensionskassen und ihres Fachverbands der Satz des deutschen Unternehmers Max Putzler: "Die halbe Wahrheit ist die gefährlichste Lüge". Auf die erste Jubelmeldung einer Pensionskasse im Dezember 2009, der ÖPAG, dass die Firmenpensionen im nächsten Jahr voraussichtlich nicht gekürzt werden hat der Pekabe folgende Stellungnahme über dier APA veröffentlicht: Pensionskassen für bis zu 45% Pensionskür- zungen mitverant- wortlich!Kein Grund für Jubelmeldungen, wenn 2010 einmal nicht gekürzt wird Wien (OTS) - Die ÖPAG
eröffnet den zu erwartenden Reigen der
Jubelmeldungen der Pensionskassen über die voraussichtliche Performance per 31.12.2009. Hier wird versucht, die Eintagsfliege 2009 zu missbrauchen, um die Misserfolge der letzten zehn Jahre mit unaufholbaren Verlusten der Pensionisten und Anwartschaftsberechtigten bis 45 Prozent zu kaschieren und die Dringlichkeit einer wirklichen Pensionskassenreform möglichst vom Tisch zu fegen. Tatsache ist, dass die absurden Versprechungen der Pensionskassen Ende der Neunzigerjahre die Dienstgeber motiviert haben, sich ihrer Firmenpensionsverpflichtungen mit Milliardenersparnis elegant zu entledigen. Pensionskassenmanager versprachen damals durchschnittliche Jahreserträge von 7-8 Prozent. Auf diesem Kartenhaus wurden die Firmenpensionszusagen aufgebaut, indem man sie von derartigen jährlichen Durchschnittserträgen in der Zukunft abhängig machte. Darin besteht die "volkswirtschaftliche Dummheit und Absurdität". Von den Trümmern ihrer Altersversorgung frustrierte Pensionisten haben die Verfassungswidrigkeit der derzeit nur auf geringfügige Ausnahmen beschränkten Herausnahmemöglichkeit für das Kapital beim VerfGH eingeklagt: wenn das "absurd" ist, wie Herr Zakostelsky meint, welche Steigerung dieses Begriffs verdient dann die oben erläuterte Vorgeschichte? Rückfragehinweis: Günter Braun Mailto: pressesprecher@pekabe.at Tel. 0699 - 111 58 699 Presseaussendung des Pekabe vom 22.9.2009: Pensionskassengesetz:
Sanierung - nicht Kosmetik ist gefordert! Ein
Stopp dem einseitigen
Einfluss der Pensionskassenlobby Eine
Regierungsvorlage vom 27.7. hat die Novellierung des
Pensionskassengesetzes im
Sinne der im Finanzministerium angesiedelten Reformkommission in
Aussicht
gestellt. Leider werden in diesem Entwurf die Interessen der Leistungs-
und
Anwartschaftsberechtigten in keiner Weise berücksichtigt,
vielmehr geht es
offensichtlich nur um einen Weiterbestand des maroden
Pensionskassensystems um
jeden Preis! Hinter
den Kulissen gehen
Gespräche zur Regierungsvorlage weiter, ohne dass bisher auch
nur im Geringsten
auf die Interessen der Berechtigten eingegangen wurde. Rund 50.000
Pensionisten
und hunderttausende Anwartschaftsberechtigte, die auch
überhöhten
Rechnungszinsen ausgeliefert sind, werden offensichtlich mit
unaufholbaren
Kürzungen bis zu 45% ihrer Zusatzpensionen bzw.
Pensionsanwartschaften
kaltblütig im Regen stehen gelassen! Die eingetretenen
Verluste gegenüber den ursprünglichen vertraglich
zugesicherten Pensionszusagen
haben unrealistisch hoch angesetzte Rechnungszinsen verursacht, die das
Finanzministerium genehmigt hatte. Daraus leiten wir eine eindeutige
Verpflichtung des Bundes zur Sanierung im Sinne der Amtshaftung ab. Daher
fordert
PE|KA|BE nach wie vor dringend die Abgeltung der bisherigen Verluste im
Wege
steuerlicher Begünstigungen – entsprechende
Vorschläge wurden seitens des
Seniorenrates in der Reformkommission vorgelegt, blieben aber bisher
vom
Finanzministerium völlig unberücksichtigt –
und eine pensionsaufkommensneutrale
Absenkung der überhöhten Rechnungszinsen auf ein
realistisches Niveau. Wenn das
System der 2.Säule in Österreich Zukunft haben soll,
bleibt keine andere Wahl.
Als letzter Ausweg bleibt nur mehr die – natürlich
steuerbegünstigte! –
Herausgabe des noch vorhandenen Kapitals, solange es nicht
endgültig durch
unzureichende Veranlagungen und Spesenbelastungen von Seiten der
Pensionskassen
und der dahinterstehenden Banken weiterhin bis auf Null reduziert wird.
Um
dafür die gesetzliche Voraussetzung zu schaffen, hat Pe|ka|be
am Freitag,
18.9., im Nationalrat eine Bürgerinitiative mit 2.200
Unterschriften
eingebracht, damit 1/3 der Abgeordneten einen Antrag beim VerfGH auf
Prüfung
der Verfassungsmäßigkeit des §1 PKG stellt,
der die Kapitalherausgabe
verhindert. Durch Zusagen der Opposition, aber auch einzelner
Abgeordneter der
Regierungsparteien ist dieses Drittel bereits gesichert. Rückfragehinweis:
Günter Braun, Pressesprecher des Pe|ka|be Am 31.7.2009 veröffentlichen die Vorarlberger Nachrichten einen Artikel, in dem Redakteur Horwitz unter dem Titel "Gut bezahlt und ahnungslos" in tendenziöser Weise über die Geschädigten herzieht und die Qualifikation der Betroffenen in Frage stellt (bestqualifizierte und gut bezahlte Bankmanager, Finanzexperten oder Abteilungsleiter großer Betriebe) weil sie seinerzeit einer Pensionskassenlösung zugestimmt hätten obwohl sie natürlich die Problematik erkannt haben müßten. Günter Braun hat über die APA folgende Stellungnahme abgegeben: Die Betroffenen sind also selbst schuld? Der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten hat keine Funktionäre sondern ehrenamtliche Vorstandsmitglieder, die aus den derzeit 24 Mitgliedsvereinen aus allen Branchen kommen und in ihrer Freizeit für die Rechte der 550.000 Pensionskassenberechtigten eintreten. Sie sind natürlich teilweise ehemalige Leistungsträger unserer Gesellschaft, denn die schwierige Materie und die wahren Hintergründe des Pensionskassenwesens erfordern doch recht anspruchsvolle Qualifikationen. Sie jammern auch nicht zum Steinerweichen, wie die VN in ihrer Aussendung so humorvoll schreiben, sondern sie bemühen sich, dem Unrecht, das hunderttausenden ÖsterreicherInnen widerfahren ist, wenigstens zu einer teilweisen Korrektur zu verhelfen. Natürlich wurden wir von unseren früheren Arbeitgebern übervorteilt, denn Verluste von bis zu 45% der Zusatzpensionen, Ansprüche, die in jahrzehntelange angesparten thesaurierten Lohnbestandteilen erwirtschaftet wurden, sind keine Kleinigkeit! Das Argument der VN, es handle sich nur um Manager etc. ist absolut unrichtig und soll offenbar unsere legitimen Anliegen der Neidgesellschaft zum Fraß vorwerfen! Wahr ist vielmehr, dass die Durchschnittszusatzpension, die von Pensionskassen bezogen wird, nach den bisher erlittenen Kürzungen inzwischen wohl nur mehr bei geschätzten 200,- Euro liegen dürfte. Nicht wir Betroffenen sind schuld am missglückten System der österreichischen 2.Säule der Pensionssicherung, wir hatten auch keine Möglichkeit, gegen die Übertragung unserer wohlerworbenen Rechte vom betriebsinternen leistungsorientierten System in ein beitragsorientiertes Pensionskassensystem einzuschreiten, da die Betriebsräte über unsere Köpfe hinweg mit den Dienstgebern und den Pensionskassen einen „Vertrag zuungunsten Dritter“ abgeschlossen haben. Die Schuldigen sind 1. die Dienstgeber, die sich so auf unsere Kosten Milliardenbeträge erspart haben, denn sie haben unsere thesaurierten Lohnbestandteile um bis zu 7,5% versicherungsmathematisch abgezinst und so etwa nur 40% der uns zustehenden Beträge in die Pensionskassen übertragen. 2. sind die Pensionskassen schuld, die Nettojahreserträge von bis zu 7,5% versprochen und teilweise sogar in sogenannten Zertifikaten „garantiert“ hatten, Zertifikate, von denen sie jetzt allerdings nichts mehr wissen wollen! Hier wurde vorsätzlich getäuscht, indem man beitragsorientierte PK-Pensionen als scheinbar leistungsorientierte dargestellt hat. (VBV, vormals BVP, gegenüber den Erste Bank-Mitarbeitern). 3. aber ist der Staat schuld an dem Debakel, denn er hat die unrealistischen Rechnungszinsen abgesegnet und so eine halbe Million Österreicher geschädigt. Dass dort keine Manager, Abteilungsleiter und Finanzexperten vorhanden waren, die rechtzeitig Einhalt geboten hätten, stört die VN offenbar nicht! Schon einmal etwas von Amtshaftung gehört? Dienstgeber, Pensionskassen aber natürlich auch der Staat sind daher für einen wenigstens teilweisen Ausgleich der Verluste der betrogenen Pensionisten und Pensionsanwärter durchaus legitimerweise zur Kasse zu bitten. Der Steuerzahler muss doch laufend für Dinge herhalten, die ebenfalls von der Politik versaut wurden – AUA, Skylink, Bundesfinanzierungsagentur etc. etc. – für die paar hunderttausend Wähler und Pensionskassenopfer sollte kein Geld lockerzumachen sein? Pekabe dankt jedenfalls den Präsidenten des Seniorenrats, Khol und Blecha, für ihre engagierte Schützenhilfe und freut sich, dass nun auch AK und ÖGB (laut APA-Meldungen der letzten Tage) auf diese Linie einschwenken. Zum Abschluss noch die sachliche Richtigstellung einer dauernden Behauptung des Fachverbands der Pensionskassen, der die Redaktion der VN offenbar auch aufgesessen ist: die 5,7%, die angeblich seit 1991 im Jahresdurchschnitt von den Pensionskassen erwirtschaftet wurden, sind falsch, da die guten Ergebnisse in den Neunzigerjahren mit ganz geringen Kapitalständen erzielt wurden, während die großen Firmenübertragungen erst Ende der Neunzigerjahre stattgefunden haben und so – problemverschärfend! – in einer Börsenhausse veranlagt und den Börsenbaissen des 21. Jahrhunderts voll ausgeliefert wurden. Kapitalgewichtet haben die Pensionskassen seit 2000 nicht einmal 2% im Jahresschnitt erwirtschaftet! Rückfragehinweis: Günter Braun, Pressesprecher des Pekabe – Schutzverband der Pensionskassenberechtigten Mailto:
pressesprecher@pekabe.at
Tel. 0699 – 111 58 699 Auch unser Vorstandsmitglied Dr. Max Arbesser hat an den Verfasser nachstendes Mail gesandt: Sehr geehrter Herr Dkfm. Horwitz, Der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, Pekabe, spricht für zehntausende Betroffene des Pensionskassensystems. Dieses System ist staatlich gewollt und ist Teil der Altersvorsorge von zurzeit mehr als ½ Million Österreicher. Warum es diese Lösung gibt, werden Sie wohl wissen: Da das gestresste ASVG-System eine Ergänzung erforderte, die für alle Kategorien von Einkommensempfängern gelten sollte und gilt. Pekabe ist ein Selbsthilfeverein, der versucht, die Verantwortlichen - Staat, Unternehmen, Sozialpartner - auf das Debakel der kapitalgedeckten Altersvorsorge aus beitragsorientierten Pensionskassenverträgen hinzuweisen. Aus den ehrenamtlichen Sprachrohren dieser Organisation ehemals „gut bezahlte, heute ahnungslose jammernde Funktionäre“ zu machen, ist eine billige journalistische Entgleisung. Die Übertragungen der Pensionsansprüche in die Pensionskassen, vor allem gegen Ende der 90er-Jahre, erfolgten ohne Mitwirkung der heute Geschädigten und gingen in aller Regel auf die Initiative der Unternehmensvorstände zurück. Es gab nach unserem Wissensstand kein namhaftes Unternehmen , das nicht in einschlägigen von den Pensionskassen und den von diesen beigezogenen „Experten“ erstellten Informationen die Stabilität und Sicherheit des Systems durch besondere staatliche Aufsicht und insbes. durch großzügige Rückstellungen vermarktet hätte. Nahezu 100 % der Pensionskassenberechtigten wurden durch ihre Betriebsräte in Betriebsvereinbarungen in die Pensionskassenpension übertragen. Auf die am 28.Juli 2009 nach dem Ministerrat veröffentlichten "Ergebnisse" der Reformkommission hat Pekabe folgende Stellungnahme über die APA veröffentlicht: Pseudosanierung
des Pensionskassen- systems
Als Schutzverband
der
Pensionskassenberechtigten (PeKaBe) konstatieren wir somit: Rückfragehinweis:
Günter Braun,
Pressesprecher des PE|KA|BE Mailto: pressesprecher@pekabe.at Tel. 0699 – 111 58 699 Am 3. Juli 2009 veröffentlichte Der Standard einen Artikel von Josef Broukal - daraufhin gab es nach einer Schrecksekunde am 10. Juli eine Replik von Prof. Wolfgang Mazal, am 13. Juli einen Kommentar von unserem Pressesprecher, Günter Braun, unter dem Titel "Die Großen waren gierig, die Kleinen zahlen die Zeche" und letztlich einen Kommentar von Dr. Anton Schwarz, einem Lektor für Controlling und Strategisches Management an der WU Wien vom 15.Juli. Finden Sie nachfolgend die vier Artikel:
Von Josef Broukal Einzigartiges spielt sich ab im Rechts- und Sozialstaat Österreich. Ein halbes Hunderttausend Pensionisten muss zusehen, wie ihre in Pensionskassen ausgelagerten Betriebspensionen dahinschmelzen wie Butter an der Sonne. Die Republik wäscht ihre Hände in Unschuld. Dabei hat der Nationalrat die Pensionskassen geschaffen und das Finanzministerium und die FMA haben sie genehmigt und laufend "überwacht" . Bei den meisten Pensionskassen findet derzeit eine Enteignung der Pensionisten statt. Die Pensionen sind seit dem Jahr 2000 um bis zu 45 Prozent gekürzt worden. Keine Pensionskasse behauptet, diesen Rückstand je wieder aufholen zu können. Ganz Im Gegenteil: Man teilt den Pensionisten mit, sie würden auch in Zukunft mit Kürzungen rechnen müssen. Als Österreichs Großbetriebe Ende der 1990er Jahre ihre Pensionsversprechen an Pensionskassen auslagerten, klang das alles noch anders. Die Fata Morgana der "New Economy" sorgte für rapide steigende Börsenkurse, und in ihrem Schatten kletterten auch die Börsenkurse der Realwirtschaft in lichte Höhen. Warum sollte das nicht ad infinitum so weitergehen? Pensionskassen und Arbeitgeber hatten einen guten Grund, das den Betriebsräten einzureden: Je höher die angenommene Rendite, desto geringer konnte das Pensionskapital sein, dass die Unternehmen einzahlen und die Pensionskassen verlangen mussten. Mitte bis Ende der Neunziger Jahre wurden durchschnittliche Renditen von acht, neun und zehn Prozent versprochen - und von den Betriebsräten geglaubt und paktiert... Das Finanzministerium begutachtete und genehmigte als Aufsichtsbehörde jeden einzelnen Pensionskassenvertrag und Geschäftsplan. Auch dort hielt man es für möglich, dass vorsichtig anzulegendes Pensionsgeld Jahr für Jahr acht, neun und zehn Prozent Ertrag bringen kann. Und zwar nach den im Pensionskassengesetz definierten Kriterien: Ertragsannahmen sind demnach "mit der gebotenen Vorsicht zu wählen" , "nach einem hinreichend vorsichtigen versicherungsmathematischen Verfahren" und mit "angemessenen Sicherheitsabschlägen" . Wir aber wissen heute, dass risikoarme Erträge von acht, neun, zehn Prozent illusorisch sind und waren. Das von der Republik gezimmerte Pensionskassengebäude ist in sich zusammengestürzt. Wie aber reagiert die Republik darauf? Nimmt sie ihre Verantwortung wahr? Sie nimmt nicht. Vorschläge zur Verbesserung der Lage der Kassenpensionisten sind schon viele gemacht worden: 1.) Nachschüsse durch Unternehmen, die sich zu billig von Betriebspensionsversprechen freigekauft haben. ÖVP und Wirtschaftskammer: "Njet" . 2.) Nachschüsse durch Banken und Versicherungen, die die Pensionskassen mit so jämmerlichem Nicht-Erfolg betreiben. Wirtschaftskammer: "Njet" . 3.) Steuerliche Begünstigung der noch vorhandenden Pensionsauszahlungen als Wiedergutmachung für den Schaden, den die Republik verursacht hat. Bei Betrieben ist eine solche Nachsicht möglich, warum also nicht auch bei Pensionisten? Auch dazu sagt das Finanzministerium bisher "Njet" . 4.) Übertrag der noch nicht abgeschmolzenen Reste des Pensionskapitals an die gesetzliche Pensionsversicherung. Dort kostenlose Verwaltung und sicherste Anlage in einem eigenen, vom Steuerzahler nicht subventionierten Rechnungskreis. ÖVP: "Njet" . 5.) Steuerbegünstigte Auszahlung noch vorhandener Reste des Pensionskapitals an die Pensionsberechtigten zur freien Verfügung, allenfalls mit versicherungsmathematisch gerechtfertigten Abschlägen. SPÖ und ÖVP: "Njet" . Perfid ist, dass die Republik dafür gesorgt hat, dass sie wegen ihrer inferioren Performance als Aufsicht über die Kassenpensionen nicht vor Gericht gezogen werden kann. Hier dreht das Pensionskassengesetz dem einzelnen Pensionisten eine lange Nase. Eine Einsichtnahme in die Urkunden zur Genehmigung der Pensionskassen, in die Jahresberichte der Staatskommissäre und Wirtschaftsprüfer und in die Veranlagungsstrategie der Kassen ist im Gesetz nicht vorgesehen. Mangels konkreter Informationen kann daher kein Pensionist Republik und Kassen klagen - denn was sollte er denn einklagen? Die Verweigerung jedweder Information über die staatliche Genehmigung absurd hoher Gewinnerwartungen und die Verweigerung der Herausgabe von Informationen zu Veranlagungen und Erträgen ist ein weiterer Skandal im Zusammenhang mit den Pensionskassen. Ein rechtlicher Skandal und ein judizieller. Denn auch die Gerichte sehen keinen Grund dafür, dass Menschen, deren Pensionen auf fast die Hälfte zusammengestrichen wurden, wissen dürfen, wer diese wunderbare Geldverminderung erfunden, paktiert, betrieben und zu verantworten hat. Die Höchstgerichte und die FMA verweigern klagenden Pensionisten eine Einsicht über die restriktiven Vorschriften des Pensionskassengesetzes hinaus. Man wird sehen, ob Regierung und Nationalrat diesem Skandal ein Ende bereiten. Oder der Verfassungsgerichtshof: Der Wiener Rechtsanwalt Alfred Noll kämpft im Namen von 2600 Pensionskassenberechtigten darum, dass einzelne Bestimmungen des Pensionskassengesetzes als verfassungswidrig erkannt und aufgehoben werden. Hat er Erfolg, dann bestünde ein juristischer Aufhänger, um die Republik Österreich direkt auf Schadenersatz zu klagen... Nachdem in der Politik weithin üblichen zynischen Kalkül haben die Pensionskassen-Pensionisten einfach das Pech der kleinen Zahl. 50.000 Menschen sind zwei Nationalratsmandate, und was wiegt das schon bei 183? Anders sieht die Sache aus, wenn man jene 500.000 Wähler/innen dazuzählt, die jetzt noch für eine Pensionskassen-Pension ansparen, aber heute schon sehr sicher sein können, dass diese die versprochene Höhe nie erreichen wird. Muss erst die FPÖ sich ihrer annehmen, damit SPÖ und ÖVP ihren Widerwillen gegen eine Wiedergutmachung aufgeben? (Josef Broukal/DER STANDARD-Printausgabe, 3. Juli 2009) Zur Person: Josef Broukal war bis Juli 2008 Wissenschaftssprecher und Stv. Klubobmann der SPÖ. Quelle: Der Standard
Wir wurden betrogen!" - so der Tenor von Josef Broukals Kommentar zu den Pensionskürzungen bei den Pensionskassen. Aber: Wer hat geglaubt, dass die an den Finanzmärkten angelegten Firmenpensionen jedes Jahr acht Prozent Ertrag bringen können? Das waren in den 90er-Jahren alle: Sozialpartner, Finanzbehörden, Analysten und Berater, Pensionskassen und selbstverständlich auch Arbeitgeber, Betriebsräte und Arbeitnehmer. Übrigens: Die meisten jener, die heute Pensionskürzungen beklagen, waren damals zweifellos gut informiert: Entscheidungsträger haben nicht nur zugestimmt, sondern oft auch gebeten, dass ihre Firmenpensionen in Pensionskassen übertragen und das Kapital veranlagt wird; in der sicheren Erwartung auf mehr Ertrag. Dass gerade diese Personen nichts von den Schwankungen an den Kapitalmärkten gewusst haben könnten, ist unwahrscheinlich. Tatsache ist, dass viele zu gutgläubig - oder zu gierig? - waren: Durch die hohe Ertragserwartung haben sich Arbeitgeber viel erspart, weil sie geringere Beiträge leisten mussten; Manager wollten den Kapitalmarkt nutzen, um für sich höhere Leistungen zu erhalten; Pensionskassen haben sich das große Geschäft erhofft. Dass mit diesen Chancen auch Risiken verbunden sind, wussten damals alle, haben aber darauf vertraut, dass diese Risiken nicht schlagend werden. Die letzten Monate zeigten die raue Realität. Das System nicht kaputtreden Was aber soll die Konsequenz daraus sein? Die von Josef Broukal geforderte De-facto-Abschaffung der Pensionskassen ist es meines Erachtens nicht: Pensionskassen sind ein seit vielen Jahrzehnten weltweit etabliertes System, das gute Erträge bringen kann, wenn a) die Kapitalmärkte nicht überschätzt werden, b) Instrumente gegen Schwankungen der Kapitalmärkte eingebaut werden, und c) die Erträge langfristig thesauriert werden können. All dies wurde in Österreich aber vielfach ignoriert:
Gerade in Österreich sind jedoch Firmenpensionen sinnvoll, weil die Menschen hohe Erwartungen an das staatliche Pensionssystem haben, die Gesellschaft aber nicht bereit ist, die Arbeitswelt so zu gestalten, dass die Menschen zur Erreichung höherer Pensionen länger im Erwerbsprozess verbleiben. Dadurch tritt eine Lücke zwischen den Erwartungen an die gesetzliche Pension und der tatsächlichen Pensionshöhe auf, die durch kapitalgedeckte Pensionen geschlossen werden könnte. Dabei einzig auf das Sparbuch zu setzen und auf die Renditen der Finanzmärkte zu verzichten, wäre aus kaufmännischer Sicht falsch. Wenn Kapitalmärkte heute nicht mehr so funktionieren wie man es viele Jahre erwartet hat, dann müssen wir das System eben reformieren und an die neuen Gegebenheiten anpassen. Und genau das passiert derzeit, indem unter anderem die Sozialpartner ein Reformprogramm ausgearbeitet haben, um die Zukunft der Firmenpensionen zu sichern. Der Staat sollte dabei aber nur dann Ansprechpartner für Nachbesserungen sein, wenn es die Budgetlage zulässt, was derzeit nicht der Fall ist. 2008 war an den
Finanzmärkten ein Katastrophenjahr, das auch an den heimischen
Pensionskassen nicht spurlos vorübergehen konnte. Doch
deswegen das Geld jetzt unter den Kopfpolster zu legen, würde
die jahrzehntelang positive Entwicklung der Kapitalmärkte
ignorieren. Ich verstehe, wenn sich die 500.000 Arbeitnehmer mit Firmenpensionsanspruch von den Entwicklungen hart getroffen fühlen; ich bin jedoch der Meinung, dass diese Menschen keine Panikreaktionen brauchen. Sie brauchen vielmehr Gewissheit, dass die Experten in den Pensionskassen, den Sozialpartnern und in den Finanzbehörden aus der Finanzkrise die richtigen Schlüsse ziehen und das ihnen anvertraute Geld bestmöglich veranlagen - die Politik soll dafür realistische und langfristig stabile Rahmenbedingungen schaffen. Im betrieblichen wie im gesetzlichen Pensionssystem rächt es sich, wenn man kurzfristig populistische Maßnahmen setzt! (Wolfgang Mazal, DER STANDARD, Printausgabe, 10.7.2009) Zur Person: Professor für Arbeits- und Sozialrecht an der Universität Wien. ![]()
Ein Zurechtrücken der "falschen Erwartungen" an die Auslieferung von Firmenpensionen an die Logik des Kapitalmarkts, als Replik auf Wolfgang Mazal ("Gutgläubig oder gierig?" Standard, 10. 7.) Wer hat geglaubt, dass die an den Finanzmärkten angelegten Firmenpensionen jedes Jahr acht Prozent Ertrag bringen können, fragt Professor Mazal in seinem Kommentar vom 10. Juli. Von den Entscheidungsträgern wahrscheinlich niemand (wo blieb eigentlich damals seine mahnende Stimme?), aber die Firmen, die ihre Pensionslasten möglichst günstig auslagern, und die Pensionskassen, die das Geschäft mit den großen Kapitalübertragungen machen wollten, wollten es glauben: aus Gier und nicht gutgläubig - völlig richtig. Die betroffenen Pensionisten und Anspruchsberechtigten zumindest der nächsten zehn bis 15 Jahre aber in diese "gierige Gesellschaft" einzubeziehen ist eine perfide Verdrehung der Tatsachen. Hier wird das Klischee von den Privilegierten, das in weiten Bevölkerungskreisen mangels Sachwissens kursiert, von berufener Seite missbräuchlich benutzt, um Meinung zu "machen". Prof. Mazal spricht von Managern, die gehofft hätten, via Kapitalmarkt zu (noch) höheren Leistungen zu kommen. Tatsache ist, dass es sich Manager richten konnten, in den alten Systemen zu bleiben, also de facto weiterhin eine leistungsorientierte Pension zu beziehen anstelle der beitragsorientierten, schwindsüchtigen Kassenpension. Wer es sich aber nicht richten konnte, das sind die hunderttausenden Landsleute, deren Zusatzpension(sanspruch) im Schnitt bei etwa 300 Euro monatlich liegt - und diese Durchschnittspension ist wegen des unzulänglichen und in grob fahrlässiger Weise benutzten österreichischen Pensionskassensystems inzwischen auf rund die Hälfte zusammengeschmolzen. Arbeitgeber und Betriebsräte haben seinerzeit über die Köpfe der Betroffenen hinweg "Verträge zugunsten Dritter" mit den Pensionskassen abgeschlossen, die sich längst als "Verträge zuungunsten der Betroffenen" erwiesen haben. "Das System nicht kaputtreden"? - Niemand redet das System an sich kaputt. Aber es wurden, wie Prof. Mazal richtig schreibt, die wesentlichen und negativen Parameter des "österreichischen Wegs" ignoriert. Die Verantwortlichen sind die übertragenden Firmen, die Pensionskassen und der Staat, der den Missbrauch des Systems stillschweigend geduldet und durch seine Gesetzesnovelle 2003 noch maximiert hat. Die unschuldigen Opfer dieser Handlungsweisen sind jene hunderttausenden Leistungs- und Anwartschaftsberechtigten, die - und das muss einmal deutlich gesagt werden, bevor es wieder zu spät ist - auch nach der nunmehr im Gespräch befindlichen "Reform" auf der Strecke bleiben werden. Denn auch die derzeit diskutierten Reformvorschläge werden nur jenen Sanierung bringen, die noch möglichst lang den Cost-Average-Effekt nutzen können, das Um und Auf eines funktionierenden Pensionskassensystems also, dass bei laufenden monatlichen Beiträgen ein Mix aus Kursgewinnen und -verlusten langfristig zu einem durchschnittlich besseren Ertrag führt. Dieser Effekt konnte den zwangsweise mit Einmaltransfer übertragenen Pensionskassenberechtigten natürlich nicht zugute kommen, und man war aber auch nicht willens, ihnen das in ausreichender Form auszugleichen. Und deshalb ist die Forderung nach Firmennachschüssen und vor allem staatlichem Steuerentgegenkommen nur recht und billig! Der Staat als Ansprechpartner käme nur infrage, "wenn es die Budgetlage zulässt"? Im Vergleich zu den akuten Belastungen der Budgetlage, die man ohne Wimpernzucken in Kauf nimmt - Stichwort: Bankenmilliarden -, nehmen sich die eventuellen Nachschüsse für die Opfer unseres Pensionskassensystems wie Sandkörner in der Wüste aus. Umso unverständlicher ist es, dass in der Reformdebatte konstruktive Vorschläge (wie das Pauschalsteuersystem des Seniorenrats), die sogar temporär einen konjunkturell sinnvollen Steuermehrertrag ermöglichen, bisher glatt abgelehnt wurden. Dazu schweigt der Herr Professor. (Günter Braun, DER STANDARD, Printausgabe, 13.7.2009) Zur Person Günter Braun ist Sprecher des Schutzverbands der Pensionskassenberechtigten (Pekabe). Quelle: Der Standard Am 15.7.2009 veröffentlichte DER STANDARD einen weiteren Artikel zu den Ausführungen von Prof. Mazal vom 10.7.2009 :
Kleiner historischer Abriss zur Risikoverteilung bei der betrieblichen Altersvorsorge und deren gesetzlicher "Absicherung", in Fortführung der Kontroverse zwischen Josef Broukal und Wolfgang Mazal - Von Anton Schwarz
Für die Arbeitgeber hatte die Auslagerung der Pensionszusagen in die Pensionskassen einen doppelten Vorteil: das Valorisierungsrisiko ging - auch mangels Nachschusspflicht - auf die Arbeitnehmer über und durch die überzogenen Ertragserwartungen bei Übertragung der Kapitalien auf die Pensionskasse konnten die Pensionsrückstellungen ertragserhöhend aufgelöst werden, da nur ein Teil in die Pensionskassen übertragen wurde. Von Arbeitnehmerseite her gesehen waren die Vorteile schon geringer. Die Ausgliederung der Pensionszusage in ein Sondervermögen garantierte zwar im Falle der Insolvenz oder bei schweren Unternehmenskrisen einen Pensionsbezug. Dieser Gedanke - und nicht die von Wolfgang Mazal in seiner Replik behauptete "Gier" (Der Standard, 10. 7.) - stand im Vordergrund der Überlegungen, insbesondere in Verbindung mit negativen Erfahrungen, die während der Krise der verstaatlichten Betriebe in den 1980er-Jahren gemacht werden mussten. Erkauft wurde diese Sicherheit mit dem Risiko, dass die garantierte Valorisierung dadurch verlorenging. Was allerdings über den Weg der Mindestertragsbestimmungen etwas abgemildert wurde. Der Risikoübergang von den Arbeitgebern auf die Arbeitnehmer war daher von vorne herein von einer Schieflage zulasten der Arbeitnehmer geprägt, insbesondere da das System von Anfang an von immanenten Fehlern geprägt war, die Mazal auch eindrücklich beschreibt. Durch die Verwässerung der Mindestertragsgarantie durch die PKG-Novelle 2003 wurde das Risiko letztendlich ausschließlich auf die leistungsberechtigten Arbeitnehmer abgewälzt. Diese haben aber ex lege keinerlei Einfluss auf die Gebarung der Pensionskassen, das heißt, sie müssen der Vernichtung ihres Kapitals chancenlos zusehen. Dass sie bei 45-prozentigen Pensionsreduzierungen nicht in Panik verfallen sollen, kann ihnen nur einer empfehlen, der selbst nicht davon betroffen ist. Auf die Veranlagungsfehler der Pensionskassenfunktionäre und die Erträge der Aktionäre der Pensionskassen als Depotbanken (und ihrer Fondsgesellschaften) kann hier nicht näher eingegangen werden. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre muss sich jeder Pensionskassenleistungsberechtigte, der die ihm ursprünglich gemachte Zusagen mit den mageren De-facto-Ergebnissen vergleicht, aber geradezu verhöhnt vorkommen, wenn Wolfgang Mazal davon spricht, dass die Menschen "Gewissheit brauchen, dass die Experten in den Pensionskassen ... das ihnen anvertraute Geld bestmöglich veranlagen". Im Gegensatz zu den Mazal'schen Gemeinplätzen fordert Josef Broukal, dass bei der Erarbeitung eines Reformprogramms durch die Sozialpartner die Schuldigen bzw. die Nutznießer an der Misere der leistungsberechtigten Pensionisten nicht einfach aus ihrer Verantwortung entlassen werden. - Es ist in der Tat nur recht und billig, dass die Verluste, die der Staat durch eine mangelhafte Gesetzgebung und die Arbeitgeberseite durch eine Minderdotierung herbeigeführt haben, von diesen auch entsprechend den konkreten von Broukal und der Interessenvertretung Pekabe gemachten Vorschläge (Der Standard , 13. 7.) - zumindest teilweise - ausgeglichen werden. (Anton Schwarz, DER STANDARD, Printausgabe, 15.7.2009) Zur Person Anton Schwarz war in den 1980er-Jahren Betriebsrat in einem Unternehmen der damaligen "Verstaatlichten Industrie" und Lektor für Controlling und Strategisches Management an der WU Wien. Quelle: DER STANDARD Auf die Aussage der VBV Pensionskasse, der Staat möge einen Teil der Pensionskassen-Ausfälle, die durch Herabsertzung der Rechnungszinse von bis zu 6,5% auf 3,5% massiv entstehen würden, in Form einer Steuererleichterung übernehmen, hat Pekabe am 9.6.2009 folgende Stellungnahme über die APA veröffentlicht: VBV Pensionskasse will „Ruhe bei Pensionen“ PE|KA|BE aber will Gerechtigkeit Die
VBV Pensionskasse
ist mit einem Drittel Marktanteil nicht nur
hinsichtlich der Anzahl und des
verwalteten Volumens Spitzenreiter, sondern hält auch
über viele Jahre eine Spitzenposition
in der Negativliste der Veranlagungsergebnisse. In der Dreierbeziehung Pensionskassen – Dienstgeber
– Anwartschafts-/Leistungsberechtigte Wer also hätte von dieser
RZ-Senkung den größten Vorteil? Pensionskassen: sie hoffen damit
die unangenehme
Diskussion über die von ihnen seinerzeit versprochenen, aber
natürlich weit
überhöhten RZ vom Tisch zu haben und denken einen
„starken Akzent“ der
Gesetzessanierung gesetzt zu haben. Einer der Väter des
genetisch defekten
Pensionskassengesetzes, der AR-Vorsitzende der VBV Dr. Dollinger, im
O-Ton:
„Ziel ist, die Pensionskassen in ein ruhigeres Fahrwasser zu
bringen.“ Das für
die Pensionskassenberechtigten weiterhin stürmische Fahrwasser
ist ihm offensichtlich
egal. Dienstgeber: auch sie hoffen,
ein nur mehr
3,5%iger Rechnungszins würde für alle Betroffenen die
innerbetrieblichen
Diskussionen beenden. Und die seinerzeit bei den Übertragungen
auf Kosten der
Mitarbeiter ersparten Milliardenbeträge gerieten in
Vergessenheit. Staat: Als
Schöpfer des defekten Pensionskassengesetzes, für
dessen Entstehung er einseitig nur Lobbyisten der
Wirtschaftskammerseite Gehör
geschenkt hatte, würde er mit einem Bruchteil an
Lohnsteuerentgang die
„erfolgreiche Sanierung“ des PKG – wieder
einmal voll auf dem Rücken der
Betroffenen – feiern können. Pekabe muss darauf verweisen, dass seit
2000 vom
Durchschnitt aller Pensionskassen nur rund 1% jährlich
erwirtschaftet wurde und
daher schon bisher und künftig auch bei nur 3,5% RZ
jährliche Verluste für alle
Pensionskassenberechtigten vorprogrammiert wären. Selbst die
Vorgabe von 3,5%
RZ ist also eine Wunschvorstellung, die seit zehn Jahren im
Durchschnitt weit
verfehlt wurde und wird. Daher fordert
PE|KA|BE im Namen von mehr als einer halben Million AWB/LB:
Als Antwort auf die unqualifizierte Polemik des Fachverbandes der Pensionskassen, der Pekabe unter anderem "sachlich falsche Aussagen" vorgeworfen und Pekabe als "nicht representative Gruppierung" abqualifiziert hat, wurde von Pekabe über die APA am 28.5.2009 folgende Stellungnahme abgegeben: Unqualifizierte Polemik des Fachverbandes der Pensionskassen Pekabe antwortet auf Janda Pekabe verbreitet in Sachen Pensionskassen keine "sachlich falschen Aussagen", wie der Sprecher des Fachverbandes der Pensionskassen im Börsen-Express behauptet, und verwahrt sich dagegen, als "nicht repräsentative Gruppierung" abgetan zu werden. Pekabe ist keineswegs ein "politischer Verein", sondern eine Interessenvertretung der rechtlosen Pensionskassenberechtigten ohne jegliche parteipolitische Bindung. Wir vereinen in unseren Reihen 24 Arbeitsgruppen oder Vereine von "Pensionskassengeschädigten" aus allen Branchen. Und in der Sache können wir überhaupt als Anwalt aller nahezu 600.000 Betroffenen gelten. Unsere Vorwürfe gegenüber den Pensionskassen sind in keiner Weise politisch geprägt! Was der Entwicklung der 2.Säule dagegen wirklich abträglich ist, sind die unfundierten Behauptungen des Fachverbandes, mit denen man seit Jahren versucht, das eigene Unvermögen zu kaschieren und die politisch Verantwortlichen "einzulullen". Die immer zitierten "alten Sonderverträge" betreffen neben 10.000en Pensionisten auch etwa ¼ Million Anwartschaftsberechtigte, deren künftige Pensionen genauso unter den alten und aktuellen Verlusten leiden werden! Dass der Fachverband heute bereits von 42.000 von Pensionsverlusten Betroffenen spricht, ist ja immerhin etwas. Dass jedoch die hunderttausenden, ebenso voll betroffenen Anwartschaftsberechtigten beharrlich verschwiegen werden, sehen wir als den wiederholten Versuch einer vorsätzlichen Täuschung der Öffentlichkeit. Dass Pekabe auch die Erwartung eines Inflationsausgleichs in seine Berechnungen einbezieht, ist wohl selbstverständlich, da die Pensionskassen anlässlich der Übertragungen Ende der 1990er Jahre dies auch, im Falle der Mitarbeiter der Erste Bank z. B. sogar in "Zertifikaten", versprochen haben. Dass man sich seitens der Pensionskassen bereits nach dem "ersten Jahrhundertgau" von diesem Ziel verabschiedet hatte, ist ein offensichtliches Unfähigkeitseingeständnis! Eine Pensionszusage, die keine Inflation berücksichtigt, ist eine Zumutung, da der Kaufkraftverlust allein bereits Teile der (künftigen) Pensionen auffrisst (im Schnitt derzeit gut 2% jährlich, also seit 2000 immerhin bereits 20% nur aus diesem Titel!!!). Die ausschließliche Kalkulation von Performanceentwicklungen ist überhaupt als Eingeständnis der Unfähigkeit zu werten, denn man hat sich ursprünglich nicht zu "Performances" verpflichtet, sondern zur Erreichung entsprechender Rechnungszinsen und eines rechnungsmäßigen Überschusses, der die Inflation abgelten sollte! Die krasse Verfehlung der versprochenen Rechnungszinsen seit 2000 dadurch totschweigen zu wollen, dass man "Performances" als Zielerreichungen darstellt, ist Unverfrorenheit. Auf einzelne Meldungen im Standard sowie im Mittagsjournal, in denen Aussagen von selbsternannten Expertenteams an die Öffentlichkeit getragen wurden, hat der Pekabe in einer APA-Meldung vom 22.5.2009 nachfolgende Stellungnahme abgegeben: Experten
bescheinigen Bankrott des österreichischen
Pensionskassensystems
Pekabe bei vielen
Gelegenheiten dargestellt wurde, haben dieWie vom Schutzverband der Pensionskassenberechtigten heimischen Pensionskassenpensions-empfänger bis heute Pensionskürzungen gegenüber den ursprünglichen Zusagen von bis zu 45 % erlitten. Trotz dieser Faktenlage haben sich mit Datum 20. Mai zwei selbsternannte Expertenteams, Mercer und Watson Wyatt, umfassend zur Lage der heimischen Pensionskassen geoutet. Sie bescheinigen den Kassen volle Lebensfähigkeit. Allerdings wäre heute die bis 2003 gesetzlich vorgeschrieben gewesene, über Nacht beseitigte Garantie einer Mindestverzinsung mit dem Konkurs der Pensionskassen verbunden, da mindestens 5 % des Kapitals nachgezahlt hätten werden müssen. Damit bestätigen diese "Experten" ungewollt und über alle Zweifel hinaus, dass die österreichischen Pensionskassen im Durchschnitt der letzten Jahre weder den zur Zahlung der zugesagten Pensionshöhe alljährlich erforderlichen Durchschnittsertrag von 7,5 % erreichen konnten, ja nicht einmal den gesetzlich erforderlichen lächerlichen Mindestertrag von 1 %. Sie würden vielmehr zur Erfüllung dieses Mindestertrags mit den genannten mindestens 5 % des Deckungskapitals noch eine Kapitalzufuhr von rund 600 Mio. Euro benötigen. Der Offenbarungseid des Versagens ist also gutachterlich bestätigt. Diese Zielverfehlung hat insgesamt zu den schon angeführten Pensionseinbußen um bis zu 45 % geführt. Ein derartiges Pensionssystem als lebensfähig zu bezeichnen - "Wir glauben an das System"- ist eine Verhöhnung der betroffenen rund 500.000 Pensionsberechtigten aus der "2. Säule" durch blinde Gutachter. Wir appellieren an die Journalisten dieses Landes, eine derartige Fehlinformation aus offensichtlichen Gefälligkeitsgutachten entsprechend zu bewerten. Siehe auch: http://www.wien-heute.at/p-42896.php In einer APA- Meldung vom 12.5.2009 hat der Fachverband der Pensionskassen wieder kräftig den Weihrauchkessel geschwungen: "Der Turnaround ist erreicht". Der Pressesprecher des Pekabe, Günter Braun, hat promt unsere Stellungnahme - ebenfalls über die APA - veröffentlicht: Die Pensionskassen haben noch immer nichts gelernt! Zudecken und Schönreden prolongiert! Die
APA-Aussendung des Fachverbands der Pensionskassen vom 12.5. beweist
nur
neuerlich ihre hinlänglich bekannte Taktik,
mit von ihnen und ihrer Arbeit unabhängigen
Fakten das morbide System
der österreichischen Pensionskassen schönzureden und
zu bewahren. Eine
durchschnittliche Performance von +0,9% als Erfolg und Turnaround zu
bezeichnen, ist wohl der Gipfelpunkt der Unverfrorenheit: Diese Performance ist
einzig und allein der
momentanen Börsenentwicklung zuzuschreiben, die noch keinerlei
Prognosen
auf die weitere
Entwicklung zulässt und
für rund zwei Drittel der Anwartschafts- und
Leistungsberechtigten immer noch
drohende weitere Pensionskürzungen von bis zu 7% bedeutet. Halten wir also
fest: Zu den bisherigen Verlusten von bis zu 45% drohen Ende 2009
weitere
Kürzungen zumindest im einstelligen Prozentbereich, sodass
sich gegenüber
den ursprünglichen
Pensionszusagen
bereits unaufholbare Verluste von mehr als 50% abzeichnen. Wenn der
Fachverband
und seine Pensionskassen geflissentlich verschweigen, dass das auch
für
mindestens zwei Drittel der künftigen Pensionsbezieher gilt,
ist die
Verschleierungstendenz wohl offenkundig. Wir dürfen daran
erinnern, dass Mag. Böhm, der Chef des Fachverbandes, in einer
Live-Fernsehdiskussion im Oktober 2008 – als schon die
Spatzen die Finanzkrise
vom Dach gepfiffen haben – noch großspurig eine
„schwarze Null“ als
Ergebniserwartung hinausposaunt hat, während sich die
tatsächliche Performance
per 31.12. dann mit durchschnittlich minus 13% herausgestellt hat. Die
offensichtlichen Mängel des österreichischen
Pensionskassensystems –
übrigens des
Schlusslichts der
europäischen Pensionskassen! – haben den Betroffenen
unaufholbare Verluste bis
zu 45% gebracht. Das hat zu einer machtvollen Protestdemonstration des
Pe|ka|be
und in der Folge zur Installierung einer Reformkommission im
Finanzministerium
geführt, die allerdings leider auch von der
Pensionskassenlobby stark dominiert
und damit bedauerlicherweise in ihren Möglichkeiten auf ein
Minimum an
kosmetischen Korrekturen reduziert wird. Man
hat also aus
der Vergangenheit nichts gelernt und will nichts dazulernen! Andreas
Khol,
einer der Präsidenten des Seniorenrats (O-Ton: „Die
Krise hat Geburtsfehler des
Pensionskassenmodells offengelegt.“ Zitat aus FORMAT 19/09),
wird leider wohl
einsamer Rufer in der Wüste bleiben. In einem Artikel im Kurier vom 2.5.2009 fordert Gabriele Tamandl (ÖAAB) aus Anlass der Arbeitekammerwahl eine Kapitalgarantie für Betriebspensionen. Unser Pressesprecher, Günter Braun, hat ihr nachstehende Mail gesandt: Von: Günter
Braun Betreff: Tamandl: Kapitalsicherung in
Pensionskassen Mit
freundlichen Grüßen Auf eine APA-Aussendung des ÖAAB vom 30.4.2009 über Betriebs- pensionen hat der Pekabe nachstehenden Kommentar am 3.5.2009 ebenfalls über die APA veröffentlicht: AK-Wahl und
Betriebspensionen
Wahlkampfgeplauder oder echte
Lösungsansätze?
"Die beitragsorientierte Form der Pensionsvorsorge Pressekonferenz des Pekabe am 4.März 2009: ![]() Mit den folgenden Links können die Inhalte abgefragt werden: APA-Aussendung des Pekabe vom 18.2.2009: Pensionskassen: Kommissionsstart unter schlech- tem Stern - Betroffene bleiben bei der Reformkommission "außen vor" die nach dem Willen des Finanzministersdas in Agonie liegende österreichische Pensionskassensystem sanieren soll. Der Schönheitsfehler: in der Kommission sind im Wesentlichen wieder dieselben Institutionen vertreten, die mit der Installierung des Systems und den Pseudoreformen 2003 und 2005 den derzeitigen Zustand zu verantworten haben, die Sozialpartner. Von der Wirtschaftskammer ist wenig zu erwarten: man setzt bei den Pensionskassen auf die sogenannte "Sicherheitspension" und verschweigt bewusst, dass ein Umstieg in diese neue Kreation für mindestens zwei Drittel der Betroffenen zu den bisherigen Pensionskürzungen von häufig mehr als 40 % weitere sofortige 30% Kürzung nach sich ziehen würde - dafür wäre das verbleibende letzte Drittel der Pension angeblich "sicher". ÖGB und AK schießen sich auf die Wiedereinführung der alten Mindestgarantie ein, wobei wiederum verschwiegen wird, dass sie erst nach einer weiteren Kürzung der Pensionen um mehr als ein Viertel greifen würde! Der Seniorenrat, als inoffizieller 3.Sozialpartner, bleibt somit die einzige echte Interessenvertretung der Pensionskassenopfer. Seinen Vorschlägen einer steuerlichen Entlastung der gekürzten Pensionen und einer Kapitalgarantie, die als einzige einen gewissen Ausweg aus der Misere ermöglichen, steht das Finanzministerium derzeit ablehnend gegenüber und die Arbeitnehmervertretungen ÖGB und AK blocken hier ebenfalls eher ab. Warum eigentlich? Pe|ka|be wird die Kommissionsarbeit aufmerksam mitverfolgen. Sollten die Vorschläge des Seniorenrats - die einzige Möglichkeit für die Systemopfer, eventuell mit zwei blauen Augen aus der Misere herauszukommen - von den Sozialpartnern nicht aufgegriffen werden, bleibt für mehr als eine halbe Million Österreicher nur eine Alternative: Sperrt die gescheiterten Pensionskassen zu und gebt uns das wenige verbliebene Geld, unser Eigentum, steuerfrei heraus! Pressekonferenz
des Pekabe am 3.12.2008:
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