Karl Brezina 1 Kommentar

Wie so oft ist dies eine einseitige und verzerrte Darstellung. Die negativen Auswirkungen werden nicht einmal erwähnt.

Der Fachverband der Pensionskassen spricht in seiner heutigen Aussendung (OTS0076) bei einem Plus von 2,55 Prozent von einem beachtlichen Ergebnis der österreichischen Pensionskassen.

Sicherlich war das Jahr 2020 für die Veranlagung von Geldern auf dem Kapitalmarkt nicht gerade einfach. Den erzielten Durchschnittswert zu nennen ist aber nur die halbe Wahrheit.

Tatsache ist, dass von den Pensionskassen auch negative Ergebnisse erzielt wurden. Das bedeutet für die Berechtigten in diesen Veranlagungs- und Risikogemeinschaften jedenfalls eine herbe Enttäuschung und führt mitunter auch zu einer Pensionskürzung. 

Eine Performance von 2,55 Prozent ist einfach nicht ausreichend. Die seinerzeit von den Pensionskassen und Arbeitgebern gemachten Zusagen werde zu einem großen Teil nicht erfüllt. Bei hunderttausenden Berechtigten ist für die Erreichung einer gleichbleibenden Pension mindestes der doppelte Ertrag erforderlich. Der Fachverband verschweigt diesen Umstand seit vielen Jahren beharrlich.

Die im Jahr 2020 erzielte Performance als beachtlich zu bezeichnen ist ein Schlag ins Gesicht der Betroffenen und keinesfalls eine wie vom Fachverband behauptete irreführende Darstellung.

Zur APA-Aussendung von PEKABE

— One Comment —

  1. Zu obigen Aussagen und den Aussagen gegenüber der APA sei folgendes angemerkt:

    die Auslagerung der per 31.12.1996 bestehenden Pensionsansprüche von Bankangestellten in Pensionskassen wurde nicht von allen Banken durchgeführt. Darüber hinaus wurde diese Auslagerung mittels einer sogenannten „Auslagerungsbetriebsvereinbarung“ zwischen Vorstand und dem Betriebsrat vollzogen. In dieser BV wurden auch die Rechnungszinssätze und der Zinssatz für den Rechnungsüberschuss festgelegt.

    Gerade in den Zentralbetriebsräten der Banken waren auch Vertreter, die sehr gute Kenntnisse von den Kapitalmärkten und deren Entwicklung hatten. Warum wurden hier die obigen hohen Zinssätze aufgrund der jahrzehntelangen Laufzeit nicht in Frage gestellt? Besonders bei den sogenannten „Zielübertragungen“ Ende 2000 hätte nach dem Platzen der sogenannten „Dotcom-Blase“ den Betroffenen bewusst sein müssen, dass ein Rechnungszinssatz von 5%/5 1/2% sowie ein Rechnungsüberschuss von 7%/ 7 1/2% auf Jahrzehnte hinaus nicht mehr realistisch ist.

    Von einer namhaften Regionalbank (die obige „Zielübertragung“ nicht vorgenommen hat) weiß ich, dass diese nie einen Rechnungszinssatz von 5% oder 5 1/2% angewandt hat. Diese Bank hat per 1.1.1997 einen Rechnungszinssatz von 3 1/2% mit ihrem Betriebsrat vereinbart. Der damalige GD führte aus, dass auf so eine lange Zeit der Rechnungszinssatz mit 5 1/2% nicht fixiert werden kann.

    Weiters sei auf die Entwicklung der Rechnungsparameter (ab 2003 festgelegt durch die FMA) hingewiesen. Der Rechnungszinssatz hat sich ab 1.1.2004 von 3 1/2% auf aktuell 2% ermäßigt. Für Sicherheits-VRGs gilt sogar aktuell ein Rechnungszinssatz von 1,25% und ein Rechnungsüberschuss von 2,25%.

    Ein Wechsel innerhalb der Pensionskassen würde meiner Meinung nach nicht viel bringen, da die österreichischen Pensionskassen in ihren Veranlagungsergebnissen nur unwesentlich auseinanderliegen.

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