Karl Brezina Keine Kommentare

Einseitige und wirklichkeitsfremde Darstellung der Wirtschaftskammer darf nicht unwidersprochen bleiben: Pensionskassen haben sich nicht besser entwickelt als der Markt, alle Risiken und Verluste tragen die Berechtigten. Wir weisen die Behauptungen der WKO entscheiden zurück.

Die Aussendung der Wirtschaftskammer (Link) Österreichs vom 17.4.2020 beschönigt die tatsächlichen Auswirkungen auf Pensionskassenpensionen in zahlreichen Punkten, die Situation für die Berechtigten ist seit langem dramatisch.

Das Veranlagungsergebnis von minus 10 Prozent mit dem Verlust des DAX von rund 25 Prozent zu vergleichen ist schlichtweg falsch, da Pensionskassen im Schnitt nur 30 bis 40 Prozent des Kapitals in Aktien veranlagen. Bei richtiger Gewichtung des Aktienanteils haben sich die Pensionskassen eben nicht deutlich besser gehalten, sondern haben die negative Entwicklung der Finanzmärkte voll mitgemacht.

Auch die erwähnten langfristigen Ergebnisse können nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine Vielzahl an Pensionen über Jahre gekürzt wurden. Es gibt zahllose Beispiele wo Pensionisten mittlerweile nicht einmal die Hälfte der ursprünglichen Pension beziehen.

Die Behauptung, dass die Pensionskassen Reserven gebildet haben entspricht auf keinen Fall den Tatsachen. Nicht die Pensionskassen haben das getan, sondern jeder Berechtigte hat auf eine Pensionserhöhung verzichtet und die Schwankungsrückstellung dotiert. Die Abfederung ist somit keine Leistung der Pensionskassen, der „Reservekanister“ wurde von den Berechtigten selbst bezahlt.

Pensionskassen brauchen keine Staatshilfe: das stimmt, weil Pensionskassen eben kein Risiko übernommen haben, sondern jeder Veranlagungsverlust sofort an die Berechtigten weitergereicht wird. Vielmehr lukrieren die Pensionskassen durch die vereinnahmten Gebühren und Spesen nahezu jedes Jahr Gewinne in Millionenhöhe, davon profitieren die Aktionäre, der einzelne Berechtigte hat davon rein gar nichts.

Der Vorsitzende der pekabe Peter Weller zum Pensionskassensystem: „Die Pensionskassen haben es bis heute nicht geschafft stabile Pensionen zu erwirtschaften, die seinerzeitigen unrealistischen Ertragsannahmen stellen sich erneut als kapitaler Fehler heraus. Das große Versprechen der Politiker auf die 2. Säule zu setzen hat sich in Luft aufgelöst.“

Presseaussendung PEKABE

 

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