Karl Brezina 2 Kommentare

Presseaussendung vom 3. Jänner 2020:
Altersvorsorge darf kein unkalkulierbares Risiko bleiben

PEKABE, der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, hat im abgelaufenen Jahr wiederholt auf die massiven Schwächen im österreichischen Pensionskassen-System hingewiesen, das vorliegende Regierungsprogramm zeigt jedoch weiterhin keine Lösung auf.

Diese gravierendsten Mängel sind: einseitige Risikoverteilung ausschließlich zu Lasten der Begünstigten, wiederholte Pensionskürzungen und fehlende Kostentransparenz.

Noch während der Koalitionsverhandlungen wurde die künftige Bundesregierung aufgefordert diese Schwachstellen zu beseitigen und die Kernforderungen adressiert:

  • Mindestertragsgarantie und Kapitalerhalt: Die mangelnde Performance hat zu massiven Pensionskürzungen geführt, Erträge für eine Valorisierung konnten überwiegend nicht erwirtschaftet werden. Wir fordern daher die Wiedereinführung der im Jahr 2003 aufgelassenen Mindestertragsgarantie, zumindest der Kapitalerhalt sollte von den Pensionskassen garantiert werden.
  • Transparenz: Gegenüber den Begünstigten sind sämtliche Spesen und Gebühren – also auch jene die in den Fonds direkt anfallen – offenzulegen. Kostenwahrheit sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
  • Wahlfreiheit: Die Begünstigten müssen zum Pensionsantritt zwischen einer Einmalzahlung (= Auszahlung des gesamten Kapitals) oder einer laufenden Pension wählen können. Diese Entscheidungsfreiheit ist in vielen europäischen Ländern selbstverständlich.

PEKABE hat keinen Zweifel an der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer 2. Säule der Altersvorsorge, jedoch müssen wesentliche Kriterien wie Nachhaltigkeit und Stabilität erfüllt werden. Dieses Ziel wird durch unzureichende gesetzliche Regelungen aber weit verfehlt.

Das nunmehr vorliegende Regierungsprogramm geht in keinem einzigen Punkt auf diese Systemschwächen ein und prolongiert die seit Jahren bekannten Probleme.

Der Vorsitzende der PEKABE, Peter Weller, richtet daher an die zukünftige Regierung den dringenden Appell nach einer sozial gerechten Lösung und die berechtigten Interessen von rund einer Million Österreicherinnen und Österreichern zu vertreten. Es muss verhindert werden, dass die Altersvorsorge weiterhin ein unkalkulierbares Risiko bleibt.

Link zur APA Meldung

— 2 Comments —

  1. Österreichs Pensionskassen haben in den ersten drei Quartalen 2019 ein Veranlagungsergebnis von 9,07 Prozent erzielt. Damit haben sie die Einbußen des vergangenen Jahres in Höhe von fünf Prozent bereits mehr als ausgeglichen. Jetzt dürfen wir gespannt sein, ob unsere Zusatzpensionen genauso schnell erhöht werden, wie man sie uns im Jahr 2019 (auf Grund der schlechten Performance von 2018) gekürzt hat.

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