PEKABE-Presseaussendung: Betriebliche Zusatzpensionen enttäuschen Berechtigte der Pensionskassen

14. April 2021

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Meinungsumfrage zeigt massive Unzufriedenheit mit einem intransparenten System auf. Forderung nach General-Pensionskassenvertrag wird abgelehnt.

(Wien/OTS) – PEKABE, der Schutzverband der Pensionskassenberechtigten, hat im März 2021 eine repräsentative Umfrage zum Thema „Pensionskassen“ abgeschlossen, an der 2.105 Personen mit einem Anspruch auf eine Pensionskassenleistung, also Anwartschafts- und Leistungsberechtigte, teilgenommen haben.


88% der Leistungsberechtigten sind von Pensionskürzungen betroffen

Die von den Beziehern einer Pensionskassen-Pension oftmals geäußerte Unzufriedenheit mit den Veranlagungsergebnissen der Pensionskassen ist mehr als nachvollziehbar, da 88% der Befragten Pensionskürzungen hinnehmen mussten. Diese Kürzungen betragen bei 22% der Berechtigten zwischen 10% und 24%, bei weiteren 22% zwischen 25% und 50%. Weitere 6% der Befragten gab an, dass die ursprüngliche Pensionsleistung sogar um mehr als 50% gekürzt wurde.
Viele Teilnehmer fordern daher einer Auszahlung des gesamten Pensionskapitals. Selbst von den Anwartschaftsberechtigten wird die Wahlmöglichkeit nach Auszahlung des Kapitals zum Pensionsantritt oder ein Übertrag ins ASVG verlangt.


Wenig Vertrauen in Pensionskassen-System

54% der Leistungsberechtigten stufen das System als wenig transparent und 18% sogar als intransparent ein. Mehrheitlich werden Informationen zu den Kosten, zu Veranlagungsgrundsätzen sowie den Chancen und Risken der Veranlagung vermisst. Jeder dritte Befragte findet die Informationen der Pensionskassen als unzureichend. PEKABE sieht hier die Politik in der Verantwortung, das Pensionskassengesetzes im Sinne der Berechtigten zu reformieren, um eine vollständige Offenlegung aller Gebühren und Provisionen zu erreichen und umfassend zu informieren.
Für viele Bezieher eine PK-Pension haben sich die Versprechungen sowohl der ehemaligen Arbeitgeber als auch der Pensionskassen als falsch herausgestellt, das versprochene Ziel einer wertgesicherten Pension wurde weit verfehlt. Selbst der Erhalt der ursprünglichen Pension, also ohne Kürzungen, konnte nicht erreicht werden.


Massive Informationsdefizite und Zweifel an ausreichender Leistung

Von den Anwartschaftsberechtigten fühlen sich 55% nur teilweise und 17% überhaupt nicht zum Thema Pensionskassen informiert. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass ein Drittel aus dieser Gruppe meint, die zukünftige Leistung der Pensionskassen werde nicht für einen gesicherten Lebensstandard ausreichen.


Peter Weller, der Vorsitzende von PEKABE, dazu: „Die Ergebnisse unserer Umfrage zeichnen ein dramatisches Bild. Pensionskürzungen, Informationsdefizite und unzureichende Transparenz haben offensichtlich zu einem massiven Vertrauensverlust geführt. Die Forderung des Fachverbands der Pensionskassen nach einem General-Pensionskassen-vertrag kann daher unter den derzeitigen Umständen nur zurückgewiesen werden.
Wesentlich sind eine geänderte Anlagestrategie zur nachhaltigen Verbesserung der Performance, steuerliche Maßnahmen im Falle von Pensionskürzungen und eine effektive Kostentransparenz. Auch der Wechsel der Pensionskasse muss ermöglicht werden – Konkurrenz hat noch nie geschadet.“


LINK zur APA-Aussendung